Ein Pass für Frau Reichenthal

7. Juni 2011, 19:15
  • Österreicherin Reichenthal mit Botschafter Michael Rendi
    foto: österreichische botschaft

    Österreicherin Reichenthal mit Botschafter Michael Rendi

91-jährige Tel Aviverin, die in Salzburg geboren wurde, wurde endlich Staatsbürgerin

"Eine Patriotin bin ich so halb und halb", sagt Berta Reichenthal, die in Salzburg aufgewachsen ist, vor den Nazis nach England flüchtete und seit 1949 in Israel lebt, "aber ich habe das Gefühl, man hat mir zurückgegeben, was ich war. Ich bin ja Österreicherin." Am Montag hat Österreichs Botschafter Michael Rendi im Rahmen einer kleinen Zeremonie in Tel Aviv der bald 91-jährigen die Staatsbürgerschaftsurkunde überreicht. "Wir haben gesagt, es muss möglich sein, dass wir so einem Menschen diesen letzten Lebenswunsch erfüllen können", freut sich Rendi.

"Land unsrer Väter, lass jubelnd dich grüßen." Mit kräftiger Stimme tritt Frau Reichenthal jederzeit den Beweis an, dass sie bis heute die erste Strophe der Salzburger Landeshymne textsicher singen kann, weil sie das einmal bei einer Schulfeier in der Turnhalle tun musste. Doch ihre Mutter hatte es 1918 als Flüchtling aus Galizien nach Salzburg verschlagen, und die Familie blieb staatenlos. Deswegen war es ein "schwieriger Fall", aber nach einigem Hin und Her hat ihn die zuständige Salzburger Landesregierung jetzt "mit positivem historischem Bewusstsein erledigt", lobt Rendi. Die alte Jung-Österreicherin ist voll des Lobes für Botschaft und Konsulat: "Alle sind so lieb und mitfühlend, diesen Tag vergesse ich nie."

Berta Reichenthal, die mit einer Pflegerin in Tel Aviv wohnt, hat zwei Kinder und drei Enkel und wird im September Zwillingsurenkel bekommen, "wenn ich dann noch lebe". Vor der Flucht war sie in Wien 1939 Adolf Eichmann gegenübergestanden - "die Angst, die ich in Österreich ausgestanden habe, wird nicht weggehen, und vergessen werde ich das nie, aber auf die heutige Jugend kann ich deswegen doch nicht böse sein." Ob sie den österreichischen Pass noch einmal benützen wird, weiß sie nicht: "Ich kann es mir nicht leisten, die Hotels sind so teuer. Aber ich würde gerne wieder im Mirabellgarten sitzen." (Ben Segenreich aus Tel Aviv, DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2011)

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Es ist an der ZeitQ

Noch ein Versuch...

Es sit endlich an der Zeit, wenn, es Menschen, wie Fr. Reichenthal wichtig ist, die österreichische Staatsbürgerschaft zu zurückzugeben.

Es ist an der Zeit,

Fakt ist - ich kann kein Wort meiner Landeshymne

Und ich bin quasi seit X Generationen in Oesterreich beheimatet.

Die Dame imponiert mir enorm.

Vielleicht kann ja Frau Burgstaller für die Kosten der Reise aufkommen - wäre zur Abwechslung einmal was Sinnvolles...

Vielleicht finden ja die Festspiele eine unbenützte Position im Budget, um die Dame zu einer Aufführung und einer Melange im Mirabellgarten einzuladen?!

Schöne Geschichte!!!

Am beeindruckendsten ist jedoch, wie schnell
Ösi-Land das abgehandelt hat...

Ösi-Land

Ihrem Kommentar stimme ich inhaltlich völlig zu, aber unterlassen Sie doch bitte die Bezeichnung ÖSI-Land.
Wir sagen ja auch nicht, Piefkinesien....

Wirklich schade ist, dass die Republik es nicht geschafft hat, dass Leute, die wie diese Dame, den inneren Bezug zu Österreich nicht verloren haben, nicht zurück holen konnte.

Wirklich schade ist, dass die Republik es NICHT geschafft hat, dass Leute, die wie diese Dame, den inneren Bezug zu Österreich NICHT verloren haben, NICHT zurück holen konnte.

also 3fache Verneinung? oder nur doppelte? oder garkeine?

was genau wollen sie uns damit sagen?

Na, dann noch einmal. Die Republik hätte solchen Menschen die Rückkehr anbieten oder zumindest erleichtern können.

Lassen Sie sich von so einem kleinem Wörtchen nicht so schrecken.

Es ist schön für die Frau Reichenthal und die österreichische Staatsbürgerschaft sei ihr auch vergönnt. Ich frage mich nur, warum sie erst 91 Jahre alt werden musste, um sich darum zu bewerben, wenn sie sich doch als Österreicherin fühlt..

Möglicherweise war die Vertreibung doch ein Trauma. Wenn Sie jetzt auch noch genauer lesen, entdecken Sie, dass einige Hürden genommen werden mussten.

vielleicht weil sie selbst lange gebraucht hat diesen schritt noch zu tun?

mich würde interessieren wieviel an monetärer entschädigung (sofern so ein schicksal überhaupt irgendwie zu entschädigen geht) tatsächlich bei ihr selbst gelandet ist.

ich fürchte nicht mal ein bruchteil dessen, wovon so mancher urenkel heute noch an profit daraus schlägt.

Bei dem Bild und dem Artikel kriegt man eine positive Gänsehaut.

Na, wo ist der Salzburger Hotelier,

der diese Frau für eine Woche einlädt? Wäre doch das mindeste!

also Frau Burgstaller, Herr Schaden

auf was warten sie noch?

außerdem wäre es sowiso eine

unbezahlbare Werbung!

Bitte an Didi Mateschitz mailen

als überzeugter Salzburger, Kosmopolit tut er sicher
etwas. Ich bin zuweit entfernt, aber nes wird sich ein
Salzburger finden, der ihn informiert.

eine soft-news, die eine gute news ist

schön zu lesen, dass es auch kleine gesten gibt, die wichtig sind. besonders schön wäre es, wenn die alte dame das schöne, neue, österreichische salzburg und seine freundlichkeit und gastfreundschaft genießen könnte.

Sehe ich es richtig: Sie war vorher keine Oesterreicherin, sondern staatenlos?

war ja von Ihnen zu erwarten, dass Sie sich über diese nachricht nicht nur nicht freuen,

sondern wie üblich mit häme und/oder entrüstung reagieren.

gallizien war teil von österreich/ungarn.

1920 nicht mehr.

sie sind ja auch 1918 geflohen und nicht 1920...

kann man erwarten das die leute den ganzen artikel lesen?

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