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Österreicherin Reichenthal mit Botschafter Michael Rendi
"Eine Patriotin bin ich so halb und halb", sagt Berta Reichenthal, die in Salzburg aufgewachsen ist, vor den Nazis nach England flüchtete und seit 1949 in Israel lebt, "aber ich habe das Gefühl, man hat mir zurückgegeben, was ich war. Ich bin ja Österreicherin." Am Montag hat Österreichs Botschafter Michael Rendi im Rahmen einer kleinen Zeremonie in Tel Aviv der bald 91-jährigen die Staatsbürgerschaftsurkunde überreicht. "Wir haben gesagt, es muss möglich sein, dass wir so einem Menschen diesen letzten Lebenswunsch erfüllen können", freut sich Rendi.
"Land unsrer Väter, lass jubelnd dich grüßen." Mit kräftiger Stimme tritt Frau Reichenthal jederzeit den Beweis an, dass sie bis heute die erste Strophe der Salzburger Landeshymne textsicher singen kann, weil sie das einmal bei einer Schulfeier in der Turnhalle tun musste. Doch ihre Mutter hatte es 1918 als Flüchtling aus Galizien nach Salzburg verschlagen, und die Familie blieb staatenlos. Deswegen war es ein "schwieriger Fall", aber nach einigem Hin und Her hat ihn die zuständige Salzburger Landesregierung jetzt "mit positivem historischem Bewusstsein erledigt", lobt Rendi. Die alte Jung-Österreicherin ist voll des Lobes für Botschaft und Konsulat: "Alle sind so lieb und mitfühlend, diesen Tag vergesse ich nie."
Berta Reichenthal, die mit einer Pflegerin in Tel Aviv wohnt, hat zwei Kinder und drei Enkel und wird im September Zwillingsurenkel bekommen, "wenn ich dann noch lebe". Vor der Flucht war sie in Wien 1939 Adolf Eichmann gegenübergestanden - "die Angst, die ich in Österreich ausgestanden habe, wird nicht weggehen, und vergessen werde ich das nie, aber auf die heutige Jugend kann ich deswegen doch nicht böse sein." Ob sie den österreichischen Pass noch einmal benützen wird, weiß sie nicht: "Ich kann es mir nicht leisten, die Hotels sind so teuer. Aber ich würde gerne wieder im Mirabellgarten sitzen." (Ben Segenreich aus Tel Aviv, DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2011)
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also 3fache Verneinung? oder nur doppelte? oder garkeine?
was genau wollen sie uns damit sagen?
vielleicht weil sie selbst lange gebraucht hat diesen schritt noch zu tun?
mich würde interessieren wieviel an monetärer entschädigung (sofern so ein schicksal überhaupt irgendwie zu entschädigen geht) tatsächlich bei ihr selbst gelandet ist.
ich fürchte nicht mal ein bruchteil dessen, wovon so mancher urenkel heute noch an profit daraus schlägt.
schön zu lesen, dass es auch kleine gesten gibt, die wichtig sind. besonders schön wäre es, wenn die alte dame das schöne, neue, österreichische salzburg und seine freundlichkeit und gastfreundschaft genießen könnte.
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