Gepresste Strohballen als effiziente Wärmeisolierung

8. Juni 2011, 20:21
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Wissenschaftlicher Verein der TU Wien bringt Dämmmaterial für den Hausbau zur Marktreife

Wien - Dass althergebrachte Baustoffe beispielsweise bei der Wärmeisolierung oftmals effizienter sind als Hightech-Materialien, haben Wissenschafter der Technischen Universität Wien praktisch und erfolgreich beweisen: Als umweltfreundliches Dämmmaterial können auch gepresste Strohballen eingesetzt werden. Die Wärmedämmung mit Stroh konnte nun von der Gruppe Angepasste Technologie an der TU Wien zur Marktreife gebracht werden.

Die "S-HOUSE Ballen" sind nun als offiziell zertifizierter Dämmstoff einsetzbar, hieß es. Mit der CO2-sparenden Alternative lasse sich der hohe Ressourcen- und Energieverbrauch der Baubranche reduzieren. "Unser zentrales Ziel war eine Weiterentwicklung des Strohbaus, aufbauend auf bisherigen Forschungsergebnissen", sagt Sören Eikemeier von der Gruppe Angepasste Technologie laut Mitteilung.

Ohne Risiko gut fürs Klima

Als reines Naturprodukt speichere Stroh Kohlenstoff und sei daher klimafreundlich. Mit einem strohgedämmten Haus lassen sich rund zwanzig Tonnen CO2 vermeiden. Entgegen verbreiteten Vorurteilen brenne Stroh in gepresster Form sehr schlecht und stelle daher kein Sicherheitsrisiko dar. Erzeugt werden quaderförmige Dämmelemente in unterschiedlichen Abmessungen aus Getreidestroh. Sie können für Wand- oder Deckenisolierung oder auch für die Dämmung von Dachkonstruktionen eingesetzt werden.

Für die Strohballen als Dämmstoff wurde eine baubehördliche Zulassung durch die TU-Gruppe Angepasste Technologie eingeholt. Damit müssten keine zusätzlichen Auflagen für eine Baugenehmigung mehr erfüllt werden, hieß es. Außerdem werde das Produkt als geprüfter ökologischer Dämmstoff mit der Österreichischen Technischen Zulassung bei Wohnbauförderungen berücksichtigt.

Die "S-HOUSE Ballen" sind Teil eines Projektes der vom Infrastrukturministerium finanzierten Programmlinie "Haus der Zukunft". Die "S-HOUSE Ballen" können über die Gruppe Angepasste Technologie, einem wissenschaftlichen Verein an der TU Wien, bezogen werden. (red/APA)

  • Die zuvor bereits auf dem Feld gepressten "S-HOUSE Ballen" können direkt in die Wand eingebaut werden.
    foto: grat/tu wien

    Die zuvor bereits auf dem Feld gepressten "S-HOUSE Ballen" können direkt in die Wand eingebaut werden.

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