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Schmerzen zu erkennen, auch wenn die Patienten sich nicht mitteilen können, ist eine der Herausforderungen in der Altersmedizin. Gerade demente Menschen mit eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten leiden oft unerkannt an Schmerzen. „Hier ist viel Aufmerksamkeit seitens der Ärzte und Pfleger gefordert, denn Schmerz kann Verhaltensauffälligkeiten wie Unruhe und Aggressionen hervorrufen", erklärt Anja Kwetkat, Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena.
Wird dem nicht genug Beachtung geschenkt, können dabei selbst Brüche nach Stürzen übersehen werden oder Schmerzen durch Gelenkerkrankungen. „Studien zeigen, dass demente Patienten weniger Schmerzmittel erhalten als gleichaltrige kognitiv unbeeinträchtigte Patienten. Dies spricht für die häufige Verkennung des Problems", so Kwetkat.
Schmerz erfassen
Vermieden werden könnte dies durch den Einsatz spezieller Instrumente zur Schmerzerfassung, die Teil eines geriatrischen Assessments in Form einer besonderen strukturierten Beurteilung sein können. Dessen Aufbau und Einsatz wird am 8. Juni auf dem 4. Geriatrie-Symposium am Universitätsklinikum Jena vorgestellt, zu dem neben Altersmedizinern auch Hausärzte und Pflegekräfte erwartet werden.
Nach wie vor werden die meisten geriatrischen Patienten durch Hausärzte versorgt. „Wir möchten den Kollegen in den Praxen eine Unterstützung an die Hand geben, um auch in schwierigen Fällen objektiv den Zustand der Patienten beurteilen zu können", so Anja Kwetkat.
Schmerzqualität
Auch die geeignete Bekämpfung der Schmerzen ist Thema der Tagung, denn oft würden diese nicht optimal behandelt. „Ältere Patienten leiden oft unter neuropathischen Schmerzen, bei denen klassische Schmerzmittel wenig erfolgreich sind", erklärt Geriatrieexpertin Kwetkat. „Durch den Einsatz anderer Medikamente können wir dann oft sehr gut helfen und die Schmerzen beseitigen".
(red)
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