Kanzler: Volksbefragung als letzter Schritt

7. Juni 2011, 10:48
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    foto: apa

    Bundeskanzler Werner Faymann wird wohl auch noch 2013 mit Grundwehrdienern plaudern können.

Faymann: "Zusammenarbeit nicht gefährden", Darabos will an baldiger Volksbefragung festhalten - Für Häupl Plebiszit nur "Plan B"

Wien - Im Streit um die Abschaffung der Wehrpflicht versucht die Bundesregierung offenbar aus dem Konflikt herauszukommen. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) betonte nach dem Ministerrat am Dienstag, dass er die Zusammenarbeit in der Regierung wegen dieser Frage nicht gefährden werde. Es werde keine Volksbefragung gegen den Willen der ÖVP geben, so Faymann. Ob man das als einen Schritt voraus oder einen Schritt zurück sehe, spiele keine Rolle.

Eine Verschiebung der Bundesheerreform sei es jedenfalls nicht, so Faymann. Man werde vielmehr die Gespräche diesbezüglich verstärken. Eine Volksbefragung über die Abschaffung der Wehrpflicht sei für ihn ein "letzter wesentlicher Schritt" einer solchen Reform und könne erst 2013 gemeinsam mit der Nationalratswahl durchgeführt werden, wenn die ÖVP sie nicht vorher haben wolle. Grundsätzlich gelte "je früher umso besser", er werde die Regierungsarbeit aber nicht gefährden, so Faymann.

Spindelegger zufrieden

Auf eine entsprechende Frage sagte Faymann weiters, dass sich mit dem Wechsel an der ÖVP-Spitze von Josef Pröll zu Michael Spindelegger "die Voraussetzungen geändert" hätten. Unter Pröll habe es zwar keine Vereinbarung, aber Signale für eine Volksbefragung gegeben. Der neue ÖVP-Chef habe aber nun eine klare Haltung dagegen.

Spindelegger selbst zeigte sich mit der de facto-Absage der Volksbefragung in dieser Legislaturperiode zufrieden. Nun sei der Weg für eine Bundesheerreform frei. Er nehme "das Angebot", diese Reform ins Zentrum zu rücken, an. Was dann 2013 sein werde, sei eine andere Frage. Das werde man in zwei Jahren sehen.

Darabos: Volksbefragung 2013 nur Exitstrategie

Verteidigungsminister Norbert Darabos  (SPÖ) sieht die von Bundeskanzler Faymann vorgeschlagene Volksbefragung zur Wehrpflicht gleichzeitig mit der Nationalratswahl 2013 nur als Ausstiegsszenario. "Plan A" sei weiterhin eine schnelle Volksbefragung, sollte sich die ÖVP von einer Abschaffung der Wehrpflicht nicht überzeugen lassen. Dass die SPÖ mit der Verschiebung der Volksbefragung einen Rückzieher gemacht hätte, bestritt Darabos.

Er bleibe bei seiner bisherigen Haltung und hoffe weiter, die ÖVP überzeugen zu können. Es werde diese Woche wieder verhandelt. Die Aussagen seines Parteichefs und Kanzlers seien jedenfalls kein Rückzieher und "natürlich" mit ihm abgesprochen gewesen. Darabos meinte zudem, dass er unabhängig von dieser Frage weiter daran arbeite, "das Heer so herzurichten", wie das in der Reform 2010 vorgesehen sei und zu verschlanken.

Darabos' Verhandlungspartnerin auf ÖVP-Seite, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, wiederum sagte, dass durch die Ankündigung des Kanzlers Druck aus der Debatte genommen worden sei. Man suche weiter den Konsens. Die Frage einer Volksbefragung stelle sich daher derzeit nicht.

Bürgermeister Häupl: Volksbefragung nur Plan

Eine Volksbefragung zur Abschaffung der Wehrpflicht gleichzeitig mit der nächsten Nationalratswahl durchzuführen, stellt für Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) nur einen "Plan B" dar. Als solcher sei ein Volksentscheid vom Kanzler auch ausgewiesen worden, sagte das Stadtoberhaupt in seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag.

Es sei ihm jedoch lieber, wenn sich die Regierung vorher einige. Häupl selbst hatte kurz vor der Wien-Wahl im Oktober 2010 die Wehrpflichtdebatte mit seinem Volksbefragungsvorstoß ins Rollen gebracht.

"Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass es vernünftig wäre, wenn beide Regierungsparteien einen gemeinsamen Vorschlag erstellen", so Häupl. Sollte dies nicht passieren, "wird Plan B eintreten, den der Kanzler ja angekündigt hat, dass das gemeinsam mit den Wahlen stattfinden wird - spätestens", sagte der Bürgermeister. Er hoffe jedenfalls, dass die ÖVP in Sachen Heeresreform "mitgehen wird". Gleichzeitig betonte der Wiener Bürgermeister, dass die Anwendung von direkter Demokratie "nicht automatisch zur Koalitionszerstörung" führen müsse. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 55
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Befree
00
28.7.2011, 15:40
Genau das ist das Problem der Österreichischen Regierung

Bevor man auf die Bedürfnisse der Bürger eingeht, schauen die Politiker lieber auf den eigenen Job und den der Kollegen.
Politik kann man das nicht mehr nennen!!!

morty
01
26.6.2011, 23:12

Damit ist die Regierung mit der Reform des Heeres wohl auf voller Linie gescheitert...wir machen weiter wie bisher und in zwei jahren schau ma dann weiter. Wie soll so eine Regierung jemals z.b. die Verwaltung reformieren? Oder das Pensions- und Gesundheitssystem?

Modjo
00
28.6.2011, 14:07
Wie soll so eine Regierung jemals z.b. die Verwaltung reformieren? Oder das Pensions- und Gesundheitssystem?

Einfache Antwort: Gar nicht!

Es läuft doch immer gleich. Ein Minister macht einen mehr oder weniger sinnvollen Vorschlag, der Koalitionspartner sagt einmal reflexartig nein. Dann wird monatelang herumdiskutiert und sinnlos heiße Luft produziert bis das Thema entweder wieder ganz einschläft oder eine "österreichische Lösung" herauskommt mit ein bissl Veränderung, aber bloß nicht zu viel.

Ravenspower
00
16.7.2011, 00:30
Wofür haben wir Minister?

ich bin dafür das minister auch umsetzungskraft haben. wofür haben wir sie? wenn zB. schmidt das bildungssystem ändern möchte dann soll sie das tun können ohne wenn und aber. das gilt für jeden minister.

die opposition, der koalitionspartner etc. dürfen zwar mitreden und meinungen abgeben doch das letzte wort sollte immer der jeweilige minister/in haben.

alles andere macht keinen sinn.

falls es schlechte bzw. falsche entscheidungen gibt ist immer noch das volk da um beim nächsten mal entsprechend zu wählen!

Modjo
00
16.7.2011, 10:27
Die Realität sieht halt anders aus

Minister brauchen bei ihren Entscheidungen zuerst einmal Zustimmung in der eigenen Partei. Dann folgt der schwierigere Part, es muss auch noch der Koalitionspartner ins Boot geholt werden. Denn entscheidet man über die Köpfe des Koalitionspartners hinweg, stört man das Koalitionsklima und die Koalition wird nicht lange halten. Nicht zu vergessen sind weiters die Landeshauptleute, in der ÖVP läuft nichts ohne Erwin Pröll, in der SPÖ ist Häupl ein gewichtiger Punkt.

Macbook2010
01

auf österreichisch gelöst......schaumamal....des mochma später..

Ravenhorst
01
Der Faymann fällt ja selbst im Liegen noch um

pierre festertreu
 
01
wieder mal.....

......was auf die lange Bank geschoben, die Bürger werdns scho vergessen, was ? wer stört ? laßt's mich in Ruhe meine Pfründe geniessen ! arbeiten ? was isn das ?

Comedian
02
Der Kanzler sagt, wir befragen in 2 Jahren, ...

... der Verteidigungsminister sagt, ich will aber so schnell als möglich fragen. Also der Verteidigungsminister hat den Entacher nach sowas seinen General rausgeschmissen (soweit ich weiß, hat das aber noch immer nciht so richtig geklappt) und ich glaub das sollte jetzt wirklich sein letzter Bock gewesen sein.

So ein absurd unfähiger Minister lässt mich denken es ist 2000.

surb1981
05
Keine Volksbefragung--sondern User-befragung!

Wer für die Abschaffung des Politikpopulismus ist!? - GRÜN

Wer für die Beibehaltung des Politikpopulismus ist!?-
ROT

Danke für Ihre Stimme!

das ist fix
01

ABSTIMMUNG (keine Befragung)
- da ist ein Unterschied.

Und die SPÖ sollte auch klar darlegen, dass die Alternative zum Wehrdienst, das BERUFSHEER ist.

politint
03
Wehrpflicht

Wann wird Darabos endlich klar, daß er auf der vollen Linie gescheitert ist. Das einzige was er erreicht hat ist, daß er den einzigen General der ihm die Wahrheit gesagt entfernt hat.

another_stranger_me
02

die herren der spö scheinen etwas uneinig über die weitere vorgehensweise

stand heute nichts entsprechendes in der krone?

Die Tibetanische Gebetsmühle
 
02
Wie wäre es mit Arbeiten, liebe Genossen?

Anstatt die Sache zu delegieren, selber eine Lösung suchen, zum Beispiel. Ich weiss schon, es ist populistischer die Krone vor die Befragung zu spannen. Es ist Euer Job für eine adäquate LV zu sorgen, oder nicht?

Cui bono?
11
Art 1 BVG

,,Kanzler: Volksbefragung als letzter Schritt''

,,Darabos: Volksbefragung 2013 nur Exitstrategie''

,,Bürgermeister Häupl: Volksbefragung nur Plan''

Art 1 BVG: ,,Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus. ''

Die Aussagen der Herren Faymann, Darabos und Häupl scheinen mir ja beinahe verfassungsfeindlich zu sein... Naja wäre ja nicht das erste mal dass sich Rot/Schwarz darüber hinwegsetzt.

byron sully
41

die spö hat sich also von der abschaffung der wehrpflicht endgültig verabschiedet. war ja leider zu befürchten...

Jukebox
20

Ehrlich gesagt: mich hätte es gewundert, wenn auch diesmal die SPÖ gegen die Betonierer der ÖVP etwas durchgebracht hätten - wie seinerzeit Gusi gegen Molterer.

blubbandkill
17

Warum zu befürchten? Endlich ist diese schwachsinnige Idee vom Tisch!

Princess of Austria
13
Lieber Byron!

Sie haben 67 follower. Ihnen und diesen sei gesagt:
Es gibt da ein Regierungsprogramm der Regierung.
Anderswo unterschreibt dieses die Queen.
Ich darf das hier leider nicht.
Aber einen Faymann hätte ich schon längst entlassen!

Modjo
30
Die Monarchie haben wir in Österreich zum Glück

abgeschafft.

Das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen ist nicht rechtlich bindend, sondern nur ein ungefährer Fahrplan. In die Zukunft kann keiner schauen, auch nicht Politiker. Wenn in den 5 Jahren neue Ideen entstehen, so können diese natürlich auch abweichend vom Koalitionsübereinkommen behandelt werden.

Prof. Alois
 
00
25.8.2011, 15:07
Das wohl

Aber halt nicht staatstragendes, dass nicht einmal innerhalb der eigenen Partei Konsens ist, über Nacht per Zeitung in den Diskussionsring werfen.
Wenn es dann noch dazu nicht nicht klar ist, ob die neue Idee zuerst der Zeitung oder dem mit dieser liierten wahlkämpfenden Bürgermeister eingefallen ist.

Jukebox
11

Regierungsprogramm - heißt das, dass man in den nächsten 5 Jahren keine Ideen mehr haben darf, die nicht durch die Koalitionsverhandlungen gedeckt worden sind?!?

Atoar
04

Die Krone sollte vielleicht mal neue Richtlinien rausgeben, Darabos, Häupl und Faymann sind verwirrt....

Kronenzeitungsleser
03
...ja, Peter Gnam ist dafür zuständig.

Verdammt, warum meldet der sich jetzt nicht?

ordy
06

Vielleicht sollte man die Frage anders stellen:
Sind sie bereit zusätzliche, zweckgebundene Steuern zu zahlen, damit ein Berufsheer die notwendigen finanziellen Mittel erhält?

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