Chefankläger Brammertz lobt "bedeutenden Fortschritt" Serbiens
New York/Den Haag/Belgrad - Die Festnahme des ehemaligen
Militärchefs der bosnischen Serben Ratko Mladic stellt einen
"Wendepunkt in der Geschichte des UN-Tribunal für Kriegsverbrechen im
einstigen Jugoslawien" dar. Das erklärte Tribunalspräsident Patrick
Robinson laut der serbischen staatlichen Presseagentur Tanjug im
UNO-Sicherheitsrat fest, der sich am Montag mit seinem regelmäßigen
Bericht über die Arbeit des Haager Gerichtes befasste.
Dies habe das UNO-Tribunal zum erfolgreichen Abschluss seines
Mandats näher gebracht, meinte Robinson unter Hinweis, dass der
ehemalige politische Führer der kroatischen Serben Goran Hadzic nun
der letzte flüchtige Angeklagte sei.
"Mit der Festnahme von Ratko Mladic hat Serbien einen
bedeutenden
Fortschritt gemacht ,(...) und hat eine der wichtigsten
Verpflichtungen gegenüber dem UNO-Tribunal erfüllt", stellte auch der
UNO-Chefankläger Serge Brammertz fest. Serbien habe damit die
Rechtsstaatlichkeit als Hauptgrundlage seiner Zukunft anerkannt. Nach
Meinung von Brammertz bleibt allerdings weiterhin die Frage offen,
wie es möglich gewesen sei, dass sich eine Person so lange auf der
Flucht befinden konnte.
Brammertz hatte vor der Festnahme von Mladic dem
UNO-Sicherheitsrat seinen Bericht festgestellt, in welchem er die
Zusammenarbeit Serbiens kritisiert hatte. Belgrad würde nicht
genügend tun, um Mladic festzunehmen, hatte Brammertz festgestellt.
Die serbischen Behörden hatten nach der Festnahme von Mladic am
26. Mai angekündigt, dass sie auch Ermittlungen über das Netz von
seinen Helfern führen würden. Die Öffentlichkeit hat soweit keine
klare Information darüber erhalten, wo sich Mladic seit Ende 2005
versteckt hatte. (APA)