Institute fordern Senkung der Lohnnebenkosten
Wien - Bis zum 31. Juli arbeiten die Österreicher 2011 für den Fiskus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des liberalen Austrian Economic Center (AEC). Der "Tax Freedom Day" - jener Tag, ab dem der durchschnittliche Steuerzahler nicht mehr für den Fiskus, sondern in die eigene Tasche wirtschaftet - hat sich aufgrund der höheren Verschuldung um drei Tage nach hinten verschoben.
Das Steuerberatungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) hat mit einer anderen Berechnungsmethode (auf Basis des Bruttoinlandsprodukts, nicht des Volkseinkommens) den 2. Juni errechnet. Doch Barbara Kolm (AEC) und Friedrich Rödler (Senior Partner PwC) stimmen überein, dass "der heimische Steuerzahler in einer schlechten Situation ist". In den USA (14 Wochen), Großbritannien (acht Wochen) oder einigen osteuropäischen Ländern würde man etwas kürzer für den Staat arbeiten.
Kolm und Rödler forderten am Montag, das Steuersystem zu vereinfachen und Lohnnebenkosten zu senken, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. "Im internationalen Vergleich sind wir einfach zu weit hinten", moniert Kolm. Rödler sieht großen Spielraum, den "Dschungel an Regelungen" des Steuerrechts zu lichten. Zudem werde der Faktor Arbeit im Verhältnis zu Vermögen zu stark belastet. (sulu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.6.2011)