Förderung von Forschung und Entwicklung als "Schlüssel"

RFT und Industriellenvereinigung fordern Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit

Wien - Österreich muss sein Bildungssystem verbessern, bei der Mittelvergabe richtige Prioritäten setzen und Forschung und Entwicklung (F&E) fördern, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen. Das forderten der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) und die Industriellenvereinigung (IV) am Montag bei einem Pressegespräch. Am Nachmittag diskutierten Teilnehmer im Rahmen der Veranstaltung "Österreichische Forschungs- und Innovationspolitik in Zeiten wachsender globaler Dynamik".

Die heuer präsentierte Strategie für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) der Regierung setzt für den Forschungsrat sowie für die IV ein "ambitioniertes Ziel", das zu unterstützen sei. Nun benötige man die entsprechenden Maßnahmen, forderten IV-Chef Veit Sorger, RFT-Chef Hannes Androsch und der stellvertretende RFT-Vorsitzende Peter Skalicky. Die Förderung von Forschung und Entwicklung (F&E) sei "der Schlüssel für künftige Wettbewerbsfähigkeit", so Sorger.

"Reale Schrumpfung" für die Bildung

Im Bundesfinanzrahmen bis 2015 würden die Pensionszuschüsse nominell um 24 Prozent steigen, die Bildung aber nur um sechs Prozent, so Androsch. Das entspreche einer "realen Schrumpfung". "Natürlich muss man die Budgetkonsolidierung durchführen", aber man müsse auch "die nötigen Mittel für Zukunftsinvestitionen freibekommen". Derzeit "leben wir von der Ernte früherer Aussaaten", man müsse schauen, dass auch in zehn bis 15 Jahren noch geerntet werden könne. "Das betrifft unsere Kinder und Enkelkinder", so Androsch. Die Forschungsarchitektur sei nicht schlecht. "Das kann man weniger von den Universitäten und noch weniger von der Bildungssituation behaupten", so Androsch.

Der Rückfall Österreichs im Innovations-Ranking sei ein weiterer Beleg für die Bedeutung einer Umsetzung der FTI-Strategie. Dabei fehle aber ein Plan mit einem entsprechenden Finanzierungspfad. Wenn man bis 2020 eine Forschungsquote von 3,75 Prozent des BIP erreichen wolle, müsse in der ersten Hälfte des Jahrzehnts der entsprechende Finanzierungspfad beschritten werden, so Androsch.

"Deutliches Warnsignal"

Sorger verwies auf die Bedeutung einer "ausgeprägten und nachhaltigen Systematik der Forschung und Entwicklung", um Österreichs Wettbewerbsfähigkeit zu halten und auszubauen. Das benötigte Wachstum sei "bei weitem nicht abgesichert". So liege Österreich etwa bei den Patentanmeldungen im internationalen Vergleich unter dem OECD-Schnitt, das sei ein deutliches Warnsignal. Man müsse sich viel stärker "standortpolitisch auf den Bereich Forschung und Entwicklung fokussieren".

Der IV-Chef verwies auf die aktuelle Globalstatistik der Statistik Austria, die davon ausgehe, "dass im heurigen Jahr ein sechsprozentiger Zuwachs bei den F&E-Ausgaben der Unternehmen" zu verzeichnen ist. Das zeige, dass die Unternehmen ihre Aufgabe verstanden haben. Gleichzeitig stagniere aber die Forschungsquote, wie der jüngst veröffentliche Forschungs- und Technologiebericht gezeigt habe. Daher seien verstärkte Bemühungen von privater, aber auch öffentlicher Hand gefordert.

Der stellvertretende RFT-Vorsitzende Peter Skalicky hob die Bedeutung des qualifizierten Nachwuchses hervor, der nur aus dem Bildungssystem kommen könne. Auch an den Unis sei schmerzlich sichtbar, dass das Bildungssystem nicht mehr die Voraussetzungen liefert, schwere Studienfächer wie etwa in den Naturwissenschaften oder der Technik zu studieren. Es ginge dabei "nicht nur um mehr Geld, aber auch um mehr Geld", so der Rektor der Technischen Universität Wien. (APA)

Share if you care