Neue Bildungsplattform tritt für mehr Leistung an Schulen ein

6. Juni 2011, 13:56
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    foto: standard/cremer

    Geht es nach der neuen Plattform, sollen staatliche und private Schulen gleichermaßen gefördert werden.

Als Gegenpol zu von Androsch initiiertem Bildungsvolksbegehren - Für Erhalt des differenzierten Schulsystems

Wien - Für mehr Leistungsbereitschaft in der Schule und ein differenziertes Schulsystem tritt die neue "Bildungsplattform Leistung & Vielfalt" ein, die am Montag in Wien präsentiert wurde. Die Initiatoren fordern dabei "das exakte Gegenteil dessen, wofür sich der politische Widergänger Hannes Androsch" beim von ihm initiierten Bildungsvolksbegehren einsetzt, so der langjährige Direktor der Sir-Karl-Popper-Schule am Wiedner Gymnasium, Günter Schmid.

"Gegen ideologische Interessensvertretung"

Die Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit über die Gefahren der Gesamtschule zu informieren und will "gegen ideologische oder von Interessensvertretungen manipulierte Versuche" kämpfen, das österreichische Schulsystem "weiter zu verschlechtern", wie es in ihrer Grundsatzerklärung heißt. Die Einführung einer Gesamtschule führe "zu einer dramatischen Verschärfung der sozialen Kluft", da wohlhabende Eltern ihre Kinder dann in Privatschulen schicken würden.

Gutachten nach der Volksschule

Geht es nach der Plattform, soll künftig stattdessen nach der Volksschule ein von einer Kommission erstelltes Gutachten über die "begabungsgerechte Zuordnung" der Schüler entscheiden. Dabei sei jedoch klar, dass "eine künftige Bildungs- und Leistungselite" sich aus allen Gesellschaftsschichten rekrutieren müsse, "abhängig allein von Begabung und Leistungsbereitschaft".

"Arbeit wird als Leid wahrgenommen"

Derzeit würden in Österreich Schüler und Lehrer, die Leistung einfordern, als Störfaktor wahrgenommen. Solange aber "Arbeit als Leid wahrgenommen wird", würden weiterhin viele Menschen den Weg des geringsten Widerstands gehen und die in der Gesellschaft vorhandenen Leistungspotenziale nicht genutzt, beklagte Schmid. Die Plattform fordere daher nicht nur eine Beibehaltung des "in sehr kluger Weise differenzierten" österreichischen Schulsystems, sondern auch mehr Autonomie und Möglichkeiten zur Schwerpunktsetzung für die einzelnen Schulen.

Gleiche Förderung für staatliche und private Schulen

Dabei habe "die Gleichbehandlung oberste Priorität": Alle Schulen, egal ob staatlich oder privat, müssten "prinzipiell finanziell gleich behandelt" werden. Mehr Geld soll es nur etwa zur Förderung von Schülern mit Behinderung oder Sprachproblemen geben. "Sozial, kulturell oder sprachlich benachteiligte Kinder" sollen dabei jedoch nicht in der Klasse, sondern in gesonderten Kursen gefördert werden.

Bildungsvolksbegehren: "No-na-Forderungen"

Am von Androsch initiierten Bildungsvolksbegehren lassen die Initiatoren der Plattform unterdessen kein gutes Haar: Es enthalte "No-na-Forderungen" wie jene nach einem fairen, effizienten und weltoffenen Bildungssystem und versuche gleichzeitig zu verschleiern, dass es für eine Gesamtschule eintritt, so der Vorwurf der Direktorin des BORG Mistelbach, Isabella Zins. Androsch müsse außerdem wohl an den "pädagogischen Weihnachtsmann" glauben, wenn er der Meinung sei, dass Binnendifferenzierung ohne Leistungsabfall möglich sei.

Mit Severin Vetter hat die Plattform auch einen jungen Mitkämpfer: Der Maturant und Initiator der von knapp 2.300 Personen unterzeichneten Initiative "http://schuelerbegehren.at" warnte eindringlich vor der Gesamtschule, die er in einer englischen Schule in Madrid selbst miterlebt habe. Das Bild von Gesamtschule, wie es in Österreich vermittelt werde, stimme einfach nicht, warnte er vor einem Absinken des Niveaus. Und er verwies auf zahlreiche Studien, die ein Scheitern der Gesamtschule belegen würden. Dass diese Daten vom Unterrichtsministerium ignoriert würden, sei "ein ziemlicher Skandal". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 101
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Sternchen100
00
22.6.2011, 16:46
Ich denke mir: entweder will man ein einheitliches Klassensystem mit Jahrgängen (dafür möglichst viele Schultypen) oder man pfeift auf die Klassen

und führt ein Modul- und Fachsystem ein wie auf Unis und Colleges, wo es auch keine Jahrgänge gibt, sondern nur Chemie Nr. I, II, III, Mathe IV, Englisch VII usw. und jedem Jugendlichen ist es frei diese Fächer/Module so rasch wie er kann und wo weit er nummernmäßig kommt, zu absolvieren (Mindestnummer um ein für den Schulabgang gefordertes Fach zu absolvieren: eine bestandene Nr. III.)
Wer alle unterrichtbare Nummern eines Faches absolviert, darf dieses Fach an der Uni weiterstudieren. - Und: mehr Fächerangebote als jetzt!

So können wenig Begabte sich Zeit lassen und Begabte rascher studieren. Offizielles Schulende erst mit 16 Jahren. (Kinderbeihilfe bis mind. 20 J. wenn anschließend eine Ausbildung absolviert wird.)

Sternchen100
00
22.6.2011, 14:29
Da hat er völlig recht.

Kinder mit Defiziten gehören mit seperaten, staatlich geförderten Kursen und Zusatzunterricht (Nachhilfe) gefördert, auch um die soziale Benachteiligung, stressige Situationen usw. auszugleichen. In die Schulen gehört dringend auch ein fix besteller Schulpsychologe, der für die Probleme der Kinder da ist.

Ansonst bin ich dafür, dass jedes Kind in die Schule gehen soll, die seinen Talenten und Neigungen enspricht, für mehr Schulvielfalt und für Einstufungstests (wenn man schon keinen Notendurchschnitt heranziehen will). Ich bin gegen Einheitsbrei, weil wir haben auch keine einheitlich genormten Kinder (Automaten). Geistes- und naturwiss. Begabungen sollten dabei nicht mehr zählen als z.B. sportliche, handwerkliche oder musische.

the bugger_off
00
21.6.2011, 14:09
was is?

erst "waarrrnt" er vor privatschulen..dann sollen sie vom staat gefördert werden?..
und dann solls wieder mehr stigmatisierende (ge)sonder förderung geben?
yuck.

Kelborn
00
17.6.2011, 08:41

Ein Modell wie es die DDR nicht erfinden hätte können... Gutachten? Tür und Tor geöffnet für Klüngelwirtschaft!

rita2
00
17.6.2011, 11:54
die stasi

hatte hunderte von psychologen beschäftigt.

rita2
00
16.6.2011, 22:36
es gibt keine

moderne schule in wien für hochbegabte.
die idee mit der kommission ist angsterregend, errinnert mich an zeiten die in ö noch nicht aufgearbeitet wurden.
hatten die nazis eigentlich auch eine elite?
sitzen in der kommission psychologen?
gibt es eine politikfreie psychologie?
nein, es gibt keine.

gesamtschule ist mit begabungsförderung vereinbar, alles andere ist lüge.

Sternchen100
00
22.6.2011, 15:09

Die Hochbegabten werden ohnehin komplett in Stich gelassen, in einer Gesamtschule würden sie aus Frust überhaupt nichts mehr mitlernen, gemobbt werden und total scheitern. Am ärmsten sind dann begabte Arbeiterkinder, die können auch nicht auf Privatschulen ausweichen.

Gesamtschule = Einheitsbrei auf niedrigstem Niveau.

AttenTexter
 
00
14.6.2011, 19:46
...

Klingt gut!

Wo muss ich unterschreiben?

desWahnsinnsKnusprigerHosenträger
00
14.6.2011, 15:56
Fortsetzung...

... diese würden dann nach Hr. Widergänger aber in "gesonderte Kurse" gesetzt werden - es lebe die Integration! Das dieses differenzierte Schulsystem nicht funktioniert sieht man doch bereits - einen Vorteil davon haben eben nur wohlhabende Eltern und deren Kinder nicht aber die Allgemeinheit!

desWahnsinnsKnusprigerHosenträger
11
14.6.2011, 15:55
künftig stattdessen nach der Volksschule ein von einer Kommission erstelltes Gutachten über die "begabungsgerechte Zuordnung" der Schüler entscheiden

das ist doch schrecklich + erhöht den Leistungsdruck bereits i.d. Volkssch.- davor werden vorallem bildungfernere Eltern zurückschrecken. Und was für utopische Vorstellungen wenn man wirklich annimt, dass öffentl. das selbe Geld wie private Schulen erhalten. zu den Lobpreisungen: der Herr Direktor ist eben Dir. d. Wiedner Gyms nicht der Hegelgasse 14 oder ähnlichem. Man kann eben nicht von d Bildungselite ausgehen +an ihnen ein "neues" altes System verankern. Das Bestehen des differenzierten Schulsystems fördert sogleich d. Bestehen von soz. und kultur. Differenzen - diese wollen aber anscheinend viele hochleben lassen. Auch Kinder+Jugendliche ohne herausragende Begabungen haben das Recht auf eine exzellente Ausbildung AUCH MIGRANTENKINDER!

Sternchen100
00
22.6.2011, 15:24

PS: nicht das differenzierte Schulsystem ist schuld daran, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten nicht weiterkommen, sondern die mangelnde Förderung zuhause, und die kann nur durch zusätzliche staatliche Förderungen ausgeglichen werden und nicht durch Einheitsbrei für alle auf niedrigstem Lernniveau und durch geschenkte Noten.

Sternchen100
01
22.6.2011, 15:19
Im Kopf immer die Klassengesellschaft statt Egalität?

Alle Menschen haben unterschiedlichste Begabungen, was ist daran so SCHRECKLICH? Die Kinder sollen in Schulen, die ihren Begabungen und Interessen entsprechen! Und ihrem Lerntempo - wieso soll jemand, der handwerklich oder sportlich oder musisch/künstlerisch sehr begabt ist, sich unbedingt durch eine AHS (geistes- und naturwissenschaftlich mit Schnelllerntempo und mehr Stoff) quälen???? Anders herum, warum soll einer mit einer Hochbegabung (z.B. in Mathe, Physik, Chemie) sich mit Einheitsbrei auf niedrigstem Niveau (damit nur ja ALLE mitkommen) gequält und gelangweilt werden???

Für mich ist ein Elektriker, Koch, eine Krankenschwester, Buchhalterin GLEICH VIEL WERT wie ein Maturant, Arzt, Lehrer usw. (Und soll entsprechend verdienen.)

Wilfried Rudolf Mayr
10
13.6.2011, 21:54
Ist schon eine wunderbare Forderung,

... dass ein anachronistisches System weitergepflegt werden soll, das dafür sorgt, dass Gymnasien fast alle nehmen, um nur ja keine Klasse verlieren zu müssen und es den Stadthauptschulen überlassen, sich mit dem "Rest" abzuplacken.

Modern und intelligent!

Sternchen100
00
22.6.2011, 15:26

Früher gab es Aufnahmetests für das Gymnasium, und die gehören auch wieder her! Statt Gymnasien und HS einfach gleichzuschalten, das nützt absolut keinem.

Früher wurden leistungsbereite Begabte gefördert, heute schenkt man Unbegabten alle Noten und "gute Leistung" gilt ohnehin als Schimpfwort.

xxx...yyy...
22
super!

das unterstütze ich.

Maviesu
310
ENDLICH!

Ich kann es kaum glauben, endlich jemand, der lauter vernünftige Forderungen stellt!!! Man merkt, dass der Herr Direktor aus der Praxis kommt - im Gegensatz zu den ganzen "Bildungsexperten", die irgendwelche Statistiken wälzen und keine Ahnung haben, wie es in der Schule zugeht. Es fehlt der Link, damit man diese Plattform gleich unterstützen kann.

D/E
10
Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass solche konterrevolutionären

Bestrebungen in diesem Medium unterstützt werden?

Hab mir die "Plattform" übrigens angesehen und finde, dass sie dem Niveau des Bildungsvolksbegehrens durchaus gewachsen ist.

Beides reißt mich nicht vom Hocker.

G. Lavant
20
Sie können auch zahlendes Mitglied (120 Eu/a)

beim Betreiber der Webseite, Andreas Unterberger, auf seinem Blog werden.
Aber warum soll man eigentlich Rechtskonservative in Bildungsfragen unterstützen?
Damit könnte man genauso gut noch einen Liesl-Gehrer-Blog für exzellente Schulentwicklung finanzieren.

WillFritz
01
21.6.2011, 14:43
Rechtskonservativ?

Gerade weil ich Sozialist bin, unterstütze ich die Initiative, dass jede/r gleichermaßen den vollen Zugang zur für ihn/sie bestmöglichen Bildung erhält!
Alles über einen Kamm zu scheren mag zwar dem Deckmantel der Integration entsprechen, bringt aber für alle den selben Inhalt im selben Umfang. Rechtskonservativ ist mE aber genau das - Allen das selbe einbläuen, bis sie's kapieren! - Nein, das ist nicht mein sozialistischer Zugang!
Und die Befürworter des Volksbegehrens sind offenkundig auch meiner Meinung - denn sonst bräuchte man nicht mit 3 Fünfern aufsteigen können, wenn man in der richtigen Ausbildung sitzt.

Maviesu
12

Den Unterberger mag ich auch nicht. Trotzdem finde ich die Inhalte dieser Plattform wirklich gut.

fizcaraldo
20

Welche Inhalte? Alles bleibt wie es ist?

Reg.Rat Borromäus Maschitz
11
http://www.bildungsplattform.or.at/

danke für diese initiative!

Reg.Rat Borromäus Maschitz
49
endlicheine stimme

gegen den einheitschulewahnsinn!

ich unterstütze es!

Gregor JOHN
41
Wenn Sie s unterstützen, ist das schlechte Werbung für dieses Projekt.

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