Die Finanzkrise ist keine Systempanne, sondern das Endziel des Systems

Leser-Kommentar | 6. Juni 2011, 14:16

Haben wir tatsächlich "über unsere Verhältnisse gelebt"?

It is well enough that people of the nation do not understand our banking and monetary system, for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning." (Henry Ford)

Ich hatte in meiner Jugendzeit die naive Vorstellung, dass Staaten sich dadurch verschulden, indem sie mehr importieren als exportieren. In diesem Fall hätten die betroffenen Schuldnervölker tatsächlich "über ihre Verhältnisse gelebt"; um hier bewusst einen seit über 30 Jahren strapazierten Satz zu verwenden.

Die Wirklichkeit sieht freilich anders aus: Zwar gibt es Staaten mit besserer oder schlechterer Handelsbilanz, aber fast alle Staaten sind verschuldet, und sie haben ihre Schulden nicht bei Menschen und Institutionen, die realwirtschaftliche Waren und Dienstleistungen produzieren, sondern bei den Banken, die lediglich Geld hervorbringen.

Die Schulden haben mittlerweile einen Punkt erreicht, bei dem es völlig unrealistisch ist, dass auch nur irgendein Staat jemals seine Kredite wird zurückzahlen können. Selbst ein Stopp der Neuverschuldung erscheint immer unwahrscheinlicher.

Warum also befinden wir uns in einer unentrinnbaren Schuldenspirale, wenn doch gleichzeitig fleißig gearbeitet wurde und die Produktivität sich im Laufe der Zeit enorm verbessert hat? Haben die Völker, auf welchen die Staatsschulden kollektiv lasten, nun wirklich 40 Jahre lang über ihre Verhältnisse gelebt, und etwa andererseits jene, bei denen sich dafür gewaltige Vermögen angehäuft haben, unter Verzicht so hohe Leistungen erbracht?

Ein wesentlicher Schuldensündenfall des 20. Jh. begann 1913 mit dem "Federal Reserve Act" 

Damals wurde unter Präsident Wilson die amerikanische Federal Reserve Bank gegründet. Diese Zentralbank hatte (so wie jede andere Zentralbank heute auch) die Lizenz, die Landeswährung zu drucken und dieses - aus dem Nichts erschaffene - Geld gegen Zinsen an den Staat zu verleihen, wenn dieser zusätzliches benötigte.

Die Federal Reserve Bank gehört(e) aber gar nicht dem Staat, sondern einer Gruppe privater Bankiers, die somit vom Staat regelmäßige (durch WAS eigentlich verdiente?) Zahlungen und materielle Sicherstellungen erhielten.

Auch andere Zentralbanken heutzutage sind überwiegend im Privateigentum. Eine Ausnahme bildet hier die Österreichische Nationalbank, an welcher seit 2008 die Republik wieder 100% Anteile hält. Ist damit nun in Österreich, der "Insel der Seligen", alles in Ordnung?

Nein! Denn der größte Teil des Schuldgeldes wird nicht in den Zentralbanken, sondern von Geschäftsbanken in Form von elektronischem Buchgeld erzeugt. Tatsächlich vergeben Banken um ein Vielfaches mehr Kredite als an Spareinlagen überhaupt vorhanden wäre. Indem die Bank einen Betrag auf das Kundenkonto verbucht, hat sie quasi Geld "aus der Luft" erschaffen, welches sich dann ebenso wieder in Luft auflöst, sobald der Kredit zurückgezahlt ist.

Doch die Kreditnehmer müssen nicht bloß den Kreditbetrag zurückerstatten, sondern zusätzlich auch Zinsen. Doch woher soll das Geld für die Zinsen kommen, wenn doch neues Geld bloß durch Kredite geschaffen werden kann?

Ein einfaches Rechenbeispiel

Stellen wir uns zur Vereinfachung eine Insel vor, auf der 10 Eingeborene leben und Tauschwirtschaft betreiben:
Nun kommt ein Banker auf die Insel und überzeugt die rückständigen Eingeborenen von den Vorteilen des Geldes. Er verteilt also an jeden Bewohner € 1.000 als offizielles Zahlungsmittel für 5% Verzinsung. Am Ende des Jahres möchte er daher in Summe € 10.500 zurückhaben. Die Eingeborenen werden alle fleißig arbeiten und versuchen, ihre Produkte so gut als möglich untereinander zu verkaufen. Einige werden vielleicht geschickter sein oder mehr Glück haben als andere und in der Lage sein, € 1.050 zurückzuzahlen. Aber in Summe sind nach wie vor nur € 10.000 vorhanden.

Also ist zwangsläufig zumindest ein Beteiligter dieser überschaubaren Volkswirtschaft zahlungsunfähig, oder er muss sich zusätzlich verschulden und versuchen, nächstes Mal noch mehr Umsatz zu machen, um die noch größere Schuld tilgen zu können.

Das läuft in unserer realen globalen Wirtschaft genauso. Wir leben unter Wirtschaftswachstumszwang, nicht etwa, damit unsere Lebensqualität steigt, sondern um stetig steigende Zinsen bezahlen zu können; und wir sind paradoxerweise gezwungen, wiederum neue Kredite aufzunehmen, um dieses Wirtschaftswachstum zu ermöglichen.

Die Notwendigkeit von Staatsschulden

Wenn nicht private Unternehmer und Konsumenten sich ausreichend verschulden, so muss dies eben der Staat tun, damit der Entzug aus der umlaufenden Geldmenge durch Gespartes und Zinsgeld nicht die Wirtschaft abwürgt. Jegliche Sparmaßnahmen einer Regierung können daher insofern nicht fruchten, da das nicht mehr ausgegebene Geld dann an anderer Stelle im Kreislauf der Volkswirtschaft fehlt; entweder in der eigenen oder in der Volkswirtschaft einer anderen Nation, mit welcher eine Handelsbeziehung besteht.

Wenn die Zinseinnahmen der Kreditgeber nun nicht sofort vollständig wieder über Konsum und Steuern an die anderen Wirtschaftsteilnehmer fließen, kommt hier noch der Zinseszins-Effekt hinzu, durch den die Schulden exponential und schneller als die Realwirtschaft wachsen.

In der Praxis ist das BIP in den meisten europäischen Ländern seit 1950 bloß linear gewachsen.
Logischerweise muss es sogar zu einer Abflachung des Wirtschaftswachstums auf höherem Niveau kommen, da kein nachhaltiges System unbegrenzt wachsen kann.

Selbst wenn einst alle Produkte ohne jegliches menschliche Zutun von Robotern produziert würden, gibt es eine Grenze, was die Natur an Ressourcen hergibt, was der Mensch konsumieren kann und will, und was der Mensch an nicht automatisierbarer Arbeit leisten kann und möchte.

Die Wirtschaft kann also real nicht ewig wachsen, und schon gar nicht im gleichen Maße exponential wie der Zinseszins. (Siehe "Reales-Bruttoinlandsprodukt-Deutschland-1950-2000", "Entwicklung der öffentlichen Schulden 1950-2009")

Daher muss ein Geldsystem, welches auf Zinseszins aufbaut, zwangsläufig zum Kollaps führen. Die Frage ist nicht ob, sondern bloß WANN.

Historisch betrachtet sind fast alle Staaten, in denen es Schulden mit Zinsen gab, bankrott gegangen; bloß meist in Intervallen, welche mehrere Generationen überspannen und oft von Kriegen begleitet wurden. Die älteste Überlieferung betrifft den Babylonische König Rim Sin, der 1788 v.Chr. sämtliche der erdrückenden Staatsschulden einfach streichen ließ. 33n. Chr beschreibt Tacitus eine große Schuldenkrise im römischen Reich. Frankreich erlebte zwischen 1500 und 1812 insgesamt 12 Staatspleiten, Spanien alleine im 19. Jh. 9 und Portugal 5 Pleiten.

Der nächste Zusammenbruch kommt schon bald

Ich denke, der nächste Zusammenbruch wird allerspätestens in 10 Jahren kommen, vielleicht auch schon in 10 Monaten, allerdings weltweit!

Wir stehen vor der Wahl, ob wir wieder die nächste Krise mitsamt Bankrott und damit verbundenen tragischen Schicksalsschläge über uns ergehen lassen wollen, um dann nach einem Reset wieder mit dem Schuldgeldsystem weiter zu machen, oder ob wir ein neues solides System ohne Zwangsverschuldung und ohne Zinsen einführen wollen.

Der erste Schritt wäre dann zumindest einmal, dass der demokratische Staat das Monopol zur Gelderschaffung erhält. Die Regierung sollte nach gesamtökonomischen Überlegungen entscheiden, wie viel neues schuldenfreies Geld sie erzeugt und in Form von Staatsausgaben der Volkswirtschaft zuschießt, und wie viel sie durch Steuern wieder entzieht. Die Geldmenge sollte analog zur realen Wirtschaftsleitung anwachsen, sodass das produktive Potential jeder Arbeitskraft optimal eingesetzt werden kann (also Vollbeschäftigung), und andererseits es aber auch zu keiner Hyperinflation kommt.

Zwar kann eine Regierung bei dieser Aufgabe Fehler machen, aber immerhin haben wir die Möglichkeit, unsere Politiker zu wählen und abzuwählen. Aber wer hat die derzeit ungleich mächtigeren Vorstände der Banken und Konzerne gewählt? (Leser-Kommentar, Thomas Herzig, derStandard.at, 6.6.2011)

Autor

Thomas Herzig, geboren 1965, arbeitet als Architekt/ Erfinder/ Unternehmer, er ist spezialisiert auf aufblasbare Gebäude, Möbel und Skulpturen.
Web: http://www.pneumocell.com

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Gertrud Stix1
00
16.6.2011, 18:06
steinzeit

Die Frage, die sich mir als erstel stellt: Warum lassen isch die Insulaner auf den Unsinn eigentlich ein:)

Fritz Wunderlich
30
15.6.2011, 09:59

nur ezwei fehler neben vielen anderen
1. die republik österreich hält erst seit 2010 alle anteile an der önb, es hat ein wenig gedauert, die raiffeisen herauszubekommen
2. die struktur und die geschichte der fed ist dem autor völlig unbekannt, und ebenso die funktionsweise
die besetzung, funktion und eigentümer waren ein kompromiß zwischen denjenigen, die überhaupt keine regulierung des marktes haben wollten und jenen, die auf grund der pleiten zumindest einheitliche kapitalvorschriften für die reserven wollten, um den markt nicht zu verzerren, die staatsbefürwortern wurden schon früher während des legislativen und medialen prozesses als interessensgruppe marginalisiert

pierrejosephproudhon
00
23.6.2011, 11:14

Deswegen hatte die FED mit greenspan ja auch einen Vorsitzenden, der etwa CDO Verbriefungen ganz toll fand, auch noch, als das System begann zu bröckeln.
Im übrigen wäre bei J. Stiglitz nachzulesen, wie Zentralbanken, die die "staatsbefürworter" nicht marginalisiert haben (etwa Indien) einen westentlich besseren Job machten als FED und auch EZB.
Die Frechheit, wie die Verantwortlichen der Krise, nachdem sie zum Staat betteln gingen, nun wieder ihre Suppe selber kochen und den Staat draussen haben wollen ist an Zynismus kaum mehr zu überbieten.
Aber vielleicht sollten sie mal ein paar kritische US-quellen wie Stiglitz, Reich etc. lesen - oder sind das auch alles linke Antisemiten?

kapitän nemo
02
15.6.2011, 16:35

um uns aber nicht nur mit nebensächlichkeiten aufzuhalten:
ich bin jetzt sehr gespannt darauf, mal ihre meinung und ihre lösungsvorschläge zu schuldenproblematik und der geldschöpfung zu hören, sofern sie gedanken dazu überhaupt haben...

kapitän nemo
01
15.6.2011, 13:49

quelle?

stimmt es etwa nicht so ,wie in dem angeführten wikipedia-link beschrieben?

Fritz Wunderlich
31
15.6.2011, 15:10

dort steht es richtig
Congress decided in the Federal Reserve Act that all nationally chartered banks were required to become members of the Federal Reserve System. It required them to purchase specified non-transferable stock in their regional Federal reserve bank and to set aside a stipulated amount of non-interest bearing reserves with their respective reserve bank.
.. System was to be headed by a seven member Federal Reserve Board made up of public officials appointed by the President ..

das hat der autor alles einfach nicht verstanden, weil er reserven nicht kennt, und völlig ideologisiert daherschreibt
ebenso die strukturen der entscheidungen

kapitän nemo
02
15.6.2011, 16:21

sie sollen nicht nur das aus dem wikipedia-text herauspicken, was ihnen gerade in den kram passt. den hier steht sehr wohl auch dass die FED kritisiert wurde
interessant auch der fortführende link:

http://en.wikipedia.org/wiki/Crit... al_Reserve

faktum ist, dass die federal reserve bank in privatbesitz ist, selbst wenn die regierung da ein wenig mitspracherecht in anspruch nimmt.

warum sollen also private eigentümer einer bank von dem privileg geld drucken zu dürfen profitieren , und von der allgemeinheit auch noch zinsen dafür zu verlangen?
das ist nicht anderes als legalisierter raub am gemein-eigentum und an den steuerzahlern.

aber vertrauen sie nur ruhig weiter den sich nur für das gemeinwohl abschuftenden bankern ;-))

Fritz Wunderlich
50
15.6.2011, 20:42

wenn sie etwas nicht verstehen, fragen sie ruhig

aber wenn sie unbedingt dumm bleiben wollen: auch kein problem

kapitän nemo
02
16.6.2011, 05:56
nun, ich habe ja oben gefragt, aber ich bekomme keine antwort von ihnen... es gibt hier ein paar poster die zwar meine meinung nicht teilen, aber mit denen ich durchaus sachlich diskutieren kann, wie zb ino.

Aber ihre "argumentationsweise" finde ich ehrlich gesagt unredlich.
zuerst nehmen sie zwei nebensächliche, für die meisten leser nicht nachprüfbare, details aus dem artikel, und schreiben"2 fehler neben so vielen", um die aussage des artikels in misskredit zu bringen. weiters bringen sie aber kein argument welches den inhalt widerlegen könnte.
und wenn ich nun an ihrem wackeligen argumentationgerüst bohre, werden sie beleidigend.

Ich habe den verdacht, dass sie sich entweder gerne persönlich profilieren indem sie schlechte stimmung verbreiten, oder dass sie auf seiten derer sind die vom derzeitigen schuldgeldsystem profitieren, und kein interesse an einer aufklärung der bürger haben

Fritz Wunderlich
30
16.6.2011, 10:10

ich habe nur den verdacht, dass sie dumm bleiben wollen, keinen weiteren, da sie die geposteten zitate nicht verstanden haben, aber vielleicht hängt das am mangelnden englisch-verständnis
ich gebe ihnen noch eine chance: geben sie die struktur der fed richtig wieder, denn schon hier scheint das verständnis auszusetzen
von ihnen und vom autor

kapitän nemo
02
16.6.2011, 12:07
aber nein! ich will mich sehr gerne weiterbilden und warte daher seeeehnsüchtigst darauf ,dass sie mich endlich von ihrem großartigen wissen teilhaben lassen, oder zumindest irgendetwas substantielles sagen!

vorerst will mal ICH gerne etwas für ihre weiterbildung tun.

der offizielle wikipediaeintrag der FED schweigt sich nämlich wohlweislich darüber aus WER nun tatsächlich die anteilseigner der 12 regionalen fed-banks ,und der mitgliedsbanken sind.
aber hier habe ich etwas lesestoff für sie:

http://land.netonecom.net/tlp/ref/f... erve.shtml

http://www.apfn.org/apfn/fed_... eserve.htm

http://zeitwort.at/index.php... eadID=6278

http://www.the-insider.tv/index.php... et_id=1273

Fritz Wunderlich
40
16.6.2011, 14:19

immerhin haben sie gesehen, dass es ein dezentrales konzept ist, aber begriffen haben sie es noch nicht

eigentümer:
Congress decided in the Federal Reserve Act that all nationally chartered banks were required to become members of the Federal Reserve System. It required them to purchase specified non-transferable stock in their regional Federal reserve bank and to set aside a stipulated amount of non-interest bearing reserves with their respective reserve bank.

ihre websites sind genau das gegenteil seriöser information, es war zu erwarten, dass sie auf antisemitische verschwörungensirrsinn zurückgreifen

sie haben sich entschieden, so zu bleiben, wie es ihrem geisteszustand am besten entspricht

kapitän nemo
05
16.6.2011, 15:40
Mehr fällt ihnen dazu nicht ein? wissen sie, es ist heutzutage natürlich nicht immer leicht zu entscheiden welcher information man trauen kann, und welcher nicht.

aber es ist dabei hilfreich zu überlegen welches eigeninteresse der/die verbreiterIN einer information haben könnte.
da vertraue ich lieber leuten, wie zb professor Hörmann, der sein wissen gerne weitergibt und auch gut argumentiert ohne geld dafür zu verlangen, als den institutionen die uns das geld aus der tasche ziehen und ein interesse daran haben ,dass es weiterhin so bleibt.
es war klar das nach fast 1000 postings irgendwann einmal auch godwin´s law in kraft treten würde, und zb sie mit der antisemitimuskeule daher kommen würden.antisemitisch sind dabei bloß ihre eigenen gedanken, weil sie da namen wie "rothschild" und "warburg" lesen.Wollen sie etwa alle juden pauschal für die machenschaften einiger jüdischer banker zuständig machen?

Fritz Wunderlich
60
16.6.2011, 19:55

sie verbreiten mit ihren links antisemitische propaganda
die frage ist: sind sie so beschränkt oder ist das absicht?

pierrejosephproudhon
04
23.6.2011, 10:50

Als jemand der sich ebenfalls lange mit der Materie beschäftigt: Stiglitz beschreibt die FED-Causa etwa (wenn auch nicht deckungsgleich) wie Herr Herzig, der, trotz einiger Schwächen, hier betreffend Geldschöpfung den Nagel auf den Kopf trifft.
Beim Lesen dieser Debatte fällte vor allem ihr unsachlicher und immer in ein Eck drängender Ton auf, Herr Wunderlich. Das Antisemitismusargument allerdings, ist an Frechheit kaum zu überbieten. JEDER der per se dem Zinseszins-Mechanismus den Anstrich gibt, ex creatio irgendwas obskur "jüdisches" zu sein macht sich umgekehrt des Antismemtismus schuldig. Zum Thema kommt ka von ihnen nichts, sie hängen sich an Details uns ihrer vermuteten Überlegenheit auf - und werden dann untergriffig.

Takis
00
28.6.2011, 05:31

Auf den Punkt gebracht :)

ino
44
12.6.2011, 22:37
auflösung des inselbeispiels: produktionssteigerung (=produktivität)

was machen eigentlich die bewohner mit ihren €? die werden als zahlungsmittel verwendet. und der banker fährt nicht weg, sondern bleibt als teil des wirtschaftskreislaufs (wie im echten leben).
nachdem insulaner1 bei insulaner2 um 80€ etwas gekauft hat, geht 1 zum banker und zahlt €50 seines kredits zurück. der banker geht jetzt zu insulaner3 und kauft dort um 50€ ein, 3 geht zu 4, wieder wechseln 50€ den besitzer, 30 kommen zurück zur bank,....

das nennt man geldumlauf und damit ist es möglich in einem jahr 10.500€ zurückzuzahlen oder sogar 20.000, wenn sich die umlaufgeschwindigkeit erhöht. kein zusätzliches geld nötig, nur die produktivität auf der insel muss schnell genug wachsen, damit neben der rückzahlung was zum leben bleibt.

Takis
00
28.6.2011, 05:41

Das ist richtig, aber wenn man das Beispiel weiterdenkt gibt es drei mögliche Endszenarien:

1. Der Banker besitzt die gesamte Insel und die Schulden sind trotzdem nicht abbezahlt.

2. Der Banker hat das Geld verwendet um mit Banker 2 von der Insel 2 Poker zu spielen. Während die beiden sich bestens amüsieren geht auf beiden Inseln das Geld zu neige und alle gehen dort pleite.
(Alternativ könnte der ABnker das Geld auch auf die hohe Kante legen, das Ergebnis ist das selbe.

3. Eine Mischung aus den beiden Szenarien.

N. Dot. Irrung
00
20.6.2011, 23:42
Richtig

Ich weiß gar nicht warum Sie kritisiert werden.
Um das Beispiel fortzusetzen:
Reihum zahlt jeder seine 50Euro Zinsen, der Banker kauft sich dafür ein (kleines) Haus, ein (kleines) Auto, ein iPod und noch ein paar Sachen, sodaß die 500 wieder unter die Leut gebracht werden. Diese haben nun insgesamt wieder 10.000 Euro und können damit den Kredit tilgen. Wenn der Banker sich klug verhält und nicht irgendwelche Mechanismen einführt die eine ständiges Wachsen der Geldmenge erfordern (etwa weil er auch was sparen will) kann er damit gut leben. Er vollbringt sogar richtige Arbeitet (z.B. die Ein-und Auszahlungen muß er in Büchern vermerken).
Nur wer "gleichen Lohn für gleiche Arbeit" fordert hält das vielleicht für ungerecht.

Dagmar Rehak Wien
 
01
15.6.2011, 11:21
Das ist eben nicht richtig.

Wenn die Produktion MIT Geld gesteigert werden kann, dann geht das auch OHNE. Denn es ist ja wohl kaum das Geld, aus dem zB ein Haus besteht, sondern die Arbeit der Arbeiter und die Rohstoffe für das Material.
Um Arbeit oder Rohstoffe in Bewegung zu setzen, braucht man Geld - glauben wir. Grad auf einer Insel, die vorher kein Geld hatte, liegt auf der Hand, dass die Arbeitskraft und die Rohstoffe durch Geld nicht mehr wird oder gar erst entsteht. Wenn das Geld die Insulaner in Bewegung gesetzt hat und sie dazu motiviert hat, aus Sand und Sonne Ziegelsteine zu brennen, dann können sie genauso gut auch eigene Wertgutscheine drucken, ohne dass wer Fremder mitnascht.
Die Inselbewohner könnten also aus der Besatzung lernen, wozu sie fähig sind.

der kleine mann
02
15.6.2011, 10:50
Das Hütchenspielerprinzip?

Also dass sich etwas vermehrt, nur weil es schneller zirkuliert finde ich eine ganz tolle Sache! Das sollten wir auch einmal beim Stromkreislauf versuchen und damit den Atomkraftausstieg kompensieren!
Das ganze System lebt ja nur mehr davon, dass alle bei allen verschuldet sind und keiner mehr zwischen Buchgeld und realem Geld unterscheiden kann und somit der Überblick verloren geht. Dass Geld mit der Tilgung verschwindet ist deshalb logisch, weil es vorher ja auch nicht existiert hat und erst durch den Kredit (als Schuld gegenüber der Bank) entstanden ist. Die Frage ist ja nur, warum ist es nur (privaten) Banken erlaubt, Geld zu erzeugen?

Dagmar Rehak Wien
 
01
15.6.2011, 11:13
"Die Frage ist ja nur, warum ist es nur (privaten) Banken erlaubt, Geld zu erzeugen?"

Das würde ich auch gerne wissen.

kapitän nemo
02
15.6.2011, 16:40
es ist denen erlaubt,..

...weil die es genau so wollen, und sich fast alles kaufen können, sogar politiker. und wen sic einer nicht kaufen lässt, kann man jemanden kaufen der dafür sorgt dass der politiker (auf welche art auch immer) nichts mehr zu melden hat .
(gleich wird irgendjemand wieder was von "verschwörungstheorie" faseln, dem neuen lieblingsowrt der systemerhalter)

wer würde nicht gerne mit selbstgedrucktem geld, echte zinsen kassieren?

Dagmar Rehak Wien
 
01
16.6.2011, 01:05

Das ist sicher nur eine Verschwörungstheorie, aber eines weiß ich ganz gewiss: Ich gründe jetzt eine Bank und dann mach ich es ganz genau so.

Bitte Ich Weiß Was
20
15.6.2011, 03:19
Das funktioniert aber nur mit Dingen, die echt gebraucht werden - Das ist WertSCHÖPFUNG!

Aus den Muscheln werden Klingen gemacht, mit den Klingen kann man schneller Boote und Häuser bauen, mit mehr Booten kann man besser fischen, schöner wohnen . . .

Nicht funktioniert's mit nutzlosen aufblasbaren Gebäuden, Möbeln und Skulpturen.
Das ist der Denkfehler der Autors.

Ein Wahnsinn, dass sowas hier veröffentlicht worden ist - Gestammel eines ausgewiesenen Laien.

Wenn ein Kredit zurückgezahlt ist, gibt es keinen Zinseszins mehr, wohl aber das Investment - hoffentlich ist es sinnvoll! Das ist wichtig!

Wenn die Schulden bei 60-70% - oder auch 100% - vom jährlichen BIP im überschaubaren Rahmen bleiben passt das - insoferne waren die Stabilitäts-Kriterien eine historische Leistung wie die Erfindung der Dampfmaschine.

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