"Spring Fever": Ein Film voller Begehren

7. Juni 2011, 16:26
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Ein Berufsverbot hat den chinesischen Filmemacher Lou Ye nicht davon abgehalten, Liebesgeschichten zu erzählen

Im ostchinesischen Nanjing erhält Luo Haitao den Auftrag, Wang Ping zu observieren. Dessen Ehefrau will wissen, ob er eine Affäre hat. In der Tat: Wang Ping hat eine intensive Beziehung mit einem Mann, mit Jiang Cheng. Mit dem erfüllten (Beobachtungs-)Auftrag zieht sich Luo Haitao aber noch nicht von der Handlungsbühne zurück und so nimmt ein Film voller Begehren, voller Leiden, voller Lust und voller Unmöglichkeiten erst recht seinen Lauf ...

"Spring Fever" des Chinesen Lou Ye ist in einer Gesellschaft angesiedelt, in der Homosexualität zwar nicht mehr ein Tabu ist, aber dennoch "nicht empfohlen" und "nicht anerkannt" wird, wie es der Filmemacher selbst ausdrückt. Dies hat ihn nicht aufgehalten, in seinem Werk explizit schwulen Sex zu zeigen. Das nach "Summer Palace" (2006) von der Regierung über Lou Ye verhängte Berufsverbot hat dazu geführt, dass der Film ohne künstliches Licht mit einer kleinen Digitalkamera entstanden ist. Dies gibt dem Film eine eigene Note und lässt oft besondere Nähe zu den Charakteren entstehen ... (dy)

"Chun feng chen zui de ye wan" (Spring Fever)
HK/F 2009, 35mm, Farbe, 105 min, OmeU - Österreich-Premiere

8.6.2011 22 Uhr
Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050 Wien

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  • Besondere Nähe zu den Charakteren: "Spring Fever"
    fotoquelle: identitites

    Besondere Nähe zu den Charakteren: "Spring Fever"

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