Premier Socrates abgewählt

Portugals Konservative wollen rasch Regierung bilden

6. Juni 2011, 14:29
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    Der wahrscheinlich nächste Premier Portugals: Pedro Passos Coelho.

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    Der abgewählte Premier Jose Socrates tritt als Parteichef zurück.

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    PSD-Anhänger jubeln nach Bekanntgabe der ersten Wahlergebnisse.

Pedro Passos Coelho wird neuer Premier - Scheidender Regierungschef Socrates legt Parteivorsitz zurück

Lissabon - Nach den Parlamentswahlen in Portugal steht das hoch verschuldete Land vor einem Regierungswechsel. Die konservativen Sozialdemokraten (PSD) konnten bei dem Urnengang am Sonntag einen klaren Sieg über die bisher regierenden Sozialisten erringen. PSD-Chef Pedro Passos Coelho kündigte eine rasche Regierungsbildung an und versprach in seiner Siegesrede, die strengen Sparverpflichtungen des Landes einzuhalten.

Nur mehr Auslandsstimmen fehlen

Das Innenministerium veröffentlichte in der Nacht auf Montag eine Art Fast-Endergebnis, bei dem nur noch die im Ausland abgegebenen Stimmen fehlten. Demnach konnte die PSD 38,6 Prozent der Stimmen erringen, die bisher regierenden Sozialisten (PS) von Ministerpräsident Jose Socrates kamen lediglich auf 28 Prozent. Damit erhalten die Sozialdemokraten 105 der 230 Sitze im Parlament. Gemeinsam mit den 24 Sitzen für die rechtsgerichtete Partei CDS-PP, mit der die PDS bereits in der Vergangenheit koalierte, käme eine Mitte-Rechts-Mehrheit im Parlament zustande.

Die Sozialisten stellen künftig dem Ergebnis zufolge nur noch 73 Abgeordnete. Regierungschef Socrates räumte die Niederlage ein und legte umgehend den Parteivorsitz nieder. "Diese Niederlage ist meine, und ich übernehme die volle Verantwortung dafür", sagte er in Lissabon.

Passos Coelho will "so schnell wie möglich" Regierung bilden

Pedro Passos Coelho kündigte seinerseits in seiner Siegesrede an, "so schnell wie möglich" mit der CDS-PP eine Regierung bilden zu wollen. Zugleich sagte er zu, sich an die strengen Auflagen für den milliardenschweren Notkredit von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu halten. Die neue Regierung werde "alles in ihrer Macht Stehende" tun, um die Spar-Zusagen einzuhalten und "keine Last" für die Kreditgeber des Landes zu sein, betonte der 46-Jährige. Portugal werde seiner Verantwortung gerecht werden - auch wenn "das nicht leicht wird" und von den Portugiesen viel Mut und große Opfer verlange.

Portugal kämpft mit einer historischen Finanzkrise. Die vorgezogenen Neuwahlen waren nötig geworden, nachdem das Parlament im März die Zustimmung zum vierten Sparprogramm von Socrates' Minderheitsregierung binnen eines Jahres verweigert hatte. Zwei Wochen später musste die Regierung den IWF und die EU um Hilfe bitten, da die Zinsen am Anleihemarkt schwindelerregende Höhen erreichten. Im Mai bewilligten EU und IWF ein Hilfsprogramm in der Höhe von 78 Milliarden Euro, im Gegenzug verpflichtete sich Portugal, ein hartes Spar- und Reformprogramm aufzulegen sowie Staatsbesitz zu verkaufen.

Rechte wollen sparen

Die PSD und Coelho hatten im Wahlkampf erklärt, noch über die geforderten Spar- und Reformmaßnahmen hinausgehen zu wollen. Sie kündigten unter anderem umfangreichere Privatisierungen an, Coelho will zudem Empfänger von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zu gemeinnütziger Arbeit zwingen, um ihnen so den Wiedereintritt ins Arbeitsleben zu vereinfachen.

Trotz der Bedeutung der Wahl blieben gut 41 Prozent der Wahlberechtigten den Urnen fern. Damit war die Zahl der Nichtwähler so hoch wie nie zuvor in der Geschichte des Landes. Das amtliche Endergebnis soll am 15. Juni vorliegen, bis dahin sollen auch die Stimmen aus dem Ausland ausgezählt sein.

Der seit 2005 amtierende Socrates war Ende März zurückgetreten, nachdem seine Minderheitsregierung im Parlament mit ihrem Sparprogramm zur Überwindung der Schuldenkrise gescheitert war. Er blieb aber geschäftsführend im Amt. (APA/AFP/Reuters)

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Titeuf
 
00
Bei der derzeitigen Lage in Portugal

gabs schlicht einen Amtsinhaber-Malus. Der Neue wird auch nicht mehr lang lachen.

Stalo Ramón
03

Es wird überall über einen Rechtsruck geschrieben. Aber was für ein Unterschied besteht heutzutage zwischen Sozialdemokraten und Konservativern? Nur einer: Die Sozialdemokraten betrügen die Wähler, indem sie sagen es gäbe einen Unterschied. Also was ist das für ein Rechtsruck, wenn die Stimmen von rotlackierten Konservativen zu echten Konservativen wandern?
Bei den Linksparteien hingegen haben 2 von 3 dazugewonnen (Portugiesische KP und die Maoisten), verloren hingegen hat der Linksblock, die vor ein paar Jahren neu entstand, einen schnellen Aufstieg durchmachte und jetzt wieder absinkt.

Helmuth Moltke
01

2 Fliegen auf einen Schlag :
Brasilien annektiert Portugal , wie Vielposter
Jürgen Rememereverything vorschlägt
und unsere Uschi Plassnik wird Kaiserin von Brasilien - wie einstens Maria Leopoldine
http://de.wikipedia.org/wiki/Mari... 6sterreich

emma goldman
00

vlt. annektiert angola portugal? Laut „NYT“ besitzen mittlerweile Angolaner bedeutende Anteile an portugiesischen Banken und anderen Unternehmen, etwa auf dem Energiesektor.Zumeist kämen die aus dem Umfeld von Angolas Langzeitpräsidenten Jose Eduardo dos Santos, der das Land seit 1979 regiert.

emma goldman
00

anscheinend gehen die jetzt nach angola. http://news.orf.at/stories/2... 0/2004072/

völlig correct
01
das mit dem kaisertum in lateinamerika

ist aber schon einmal schief gegangen. gott hab ihn selig, den kaiser max.

Raptor Jesus
15
Was werden die Konservativen anders machen als die Sozialisten?

Garnix.
Es wird weiter gespart, soziale Reformen werden ausgesetzt, die Infrastrktur wir an die Privaten verschärbelt, Arbeitslosigkeit bleibt!

byron sully
21

das ist eben der punkt: die PSD wird genau das gleiche programm durchziehen, wie es socrates vorhatte. das ganze neuwahlspektakel war also nur ein machtpolitisches und nicht eines, bei dem es um inhalte ging.

ganzsichernicht
 
03
..heute schiebt wieder einmal der metternich in der postingredakion dienst...

heri13
11
jetzt ist die nelken revoution zu ende!

die schwarz/braune diktatorenbande ist in portugal wieder am ruder!!

Bastardl
12
Reiche an die Macht!?

Umfangreiche Privatisierungen, Zwang für Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger zu gemeinnütziger Arbeit, etc. - das alte konservative Lied...
Bin ja gespannt wann sie auch dort zu tausenden auf die Straße gehen.
Die armen Portugiesen, wiewohl, gut 41 Prozent gingen nicht wählen - was wohl das traurigste ist!

General Cornwell
46
Sozialisten versprechen immer soziale Wärme zum Nulltarif

und wenn dann die Kohle ausgeht, keine mehr da ist, kurz gesagt die Rechnung fällig wird und alle ganz verdutzt und verblüfft sind, dass man mit echtem Geld zahlen muss, schauen alle ganz erstaunt wie die Autobusse.

Tom93
31
die konservativen versprechen dafür die hölle für 98% der bevölkerung...

...und sie halten in der regel ihr wort! ist doch schön. oder? einfach ehrlich, einfach politik für die oberen 10.000!

die Resi-Tant Evil
00
Diese Probleme kennen Asozial-isten wie FPÖ und ÖVP nicht

... bei denen wird nur gelogen, bei wem und auf wessen Kosten gespart wird. Und verschämt geschwiegen, wer wirklich die Rechnung bezahlt für den 7. Porsche, den sich ein Julius Meinl V aus den nachgelassenen Steuern in die Garage stellt.

1116er
01
die lehre aus portugal:

verweigere dich einer konstruktiven zusammenarbeit, der wähler wird dich dafür belohnen!

es gibt in europa kein echtes problem mit euro, mit staatsschulden, mit missständen in der verwaltung usw.
das sind 'technische' probleme, die relativ einfach gelöst werden können.
es gibt in europa (und auch dem rest der welt) ein 'bürgerproblem':
dieser nämlich entscheidet bei wahlen nach dem selben prinzip, wie er auch einkaufen geht:
*was nützt mir im moment (auch wenn es langfristig schadet)?
*welches produkt (welche partei) wird besser beworben?

und am ende hat er waren im korb, die er nicht braucht oder die schrott sind, bzw parteien im parlament, die ihm schöne augen machen, ihn aber in wahrheit in den ar... treten!

grimsvotn eyjafjallajökull
22

Immer wenn die Linken den Karren in den Dreck gefahren haben flüchten die Wähler scharenweise zu den Konservativen weil ihnen wieder einmal drastisch vor Augen geführt wurde, dass Linksparteien einfach nicht wirtschaften können. Irgendwann kapieren das auch die Dümmsten.

Cuca Racha
 
10
"Irgendwann kapieren das auch die Dümmsten."

Naja, offenbar doch nicht...

Warum von Konservativen die Lösung der Probleme zu erhoffen ist, die das von ihnen favorisierte Wirtschaftssystem verursacht, das möchte ich bitte mal erklärt bekommen!

Der Rechtsreflex der WählerInnen ist ein Produkt der (1) Überforderung bei der Einsicht in diesen Zusammenhang, und (2) der Perspektivlosigkeit (höflich gesagt) der S.D. und ihrer daraus folgenden Unfähigkeit, den Zusammenhang nicht nur zu erklären, sondern auch Alternativen zu bieten.

Jürgen Rembremerding
01
Warum schließen die sich nicht einfach Brasilien an?

Peacefaktor
00
wahrscheinlich weil die Potugiesen

die Brasilianer nicht besonders gut leiden können. Ist leider so;(

Cuca Racha
 
00
"Ist leider so;("

So einfach ist das nicht: Ich werde in PT wegen meines Akzents (paulistano ohne das schiache (finde ich) Knödel-r, dafür mit ein paar Carioca-Manierismen & Bahianismen) nach ein paar Wörtern für einen waschechten Bras. gehalten. Den meisten Leuten gefällt das - ist ja auch schöner als das PT-Port. -, und ich wurde bisher immer ausgesprochen herzlich behandelt, viel mehr als meiner Beobachtung nach Touristen sonst.

Was manchen in PT nicht so passt, ist der bras. 'Kulturimperialismus' im Fernsehen.

marksu
13
und die konservativen werden jetzt den leuten auch noch das weiße aus den augen nehmen!!

viel spaß portugal

MBR
53

bei sozialisten ist ein debakel vorprogammiert

Peacefaktor
12
Die Rede war völlig substanzlos

Viel bla bla, nichts dahinter, keine einzige Aussage, wie er denn ohne Eurosausstieg die Wirtschaft ankurbeln will, Arbeitsplätze schaffen, Investitionen ins Land holen.
Mit Euro haben nämlich all die Südländer mit den schwächeren Wirtschaften keine Chance. Ergo zieht sich dort das Kapital zurück. Wie viele Jahre seit der Euroeinführung hat es gedauert, bis Griechenland und Portugal bankrott waren?
Es gab kein einziges Statement, warum sich das ändern sollte, mit Euro! Wahrscheinlich, weil es mit € einfach nicht möglich ist irgendwas in Portugal zu retten.
Das was man den Portugiesen aufbürdet bewirkt nur eine zeitliche Verschiebung des Zusammenbruchs, die Verluste für alle werden dadurch aber nur noch höher;(

Borat Sagdiyev : jak sie masz?
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Wer gewählt wird ist egal - Es regiert das Kapital.

Die Ergebnisse sind unwichtig, jeder Partei ist mehr oder weniger gezwungen das zu tun was das große Kapital verlangt.

Um Probleme zu lösen müssen wir bei den Ursachen anpacken und Bankenpiramidenspiel beenden/verbieten. Die Geldschöpfung gehört von den Banken in die Hand der Öffentlichkeit transferiert.

Voll der Troll sagt:
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ich versteh das nicht: die sozis bauen mist - also wählt man konservativ. dann bauten die konsis mist - also straft man die wieder ab. usw usw usw ...

demokratie funktioniert also nicht - mit anderen worten.

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