Unfall oder Sprengstoffanschlag? - Shabaab-Miliz drohte mit Terror
Nairobi - Bei einer Explosion in der Innenstadt der kenianischen
Hauptstadt Nairobi ist am Sonntag ein Mann ums Leben gekommen. Rund 30 Menschen
wurden nach Angaben eines Polizeisprechers zum Teil schwer verletzt. Bis zum
Abend war unklar, ob es sich um einen Unglücksfall oder einen
Sprengstoffanschlag handelte. Durch die Explosion geriet eine nahe gelegene
Tankstelle in Brand, etwa ein Dutzend Fahrzeuge gingen in Flammen auf.
Am Abend waren noch Sprengstoffexperten und Antiterrorspezialisten der
kenianischen Polizei an der weiträumig abgesperrten Explosionsstelle im Einsatz.
"Es ist noch zu früh, Angaben zur Ursache der Explosion zu machen", sagte
Polizeisprecher Eric Kiraithe. Die meisten der Unglücksopfer hätten
Verbrennungen erlitten, andere erlitten Schnittwunden oder Knochenbrüche.
Anschlag vermutet
Nur wenige hundert Meter vom Explosionsort entfernt war im vergangenen
Dezember ein Sprengsatz in einem Bus explodiert. Damals vermuteten die Ermittler
einen Anschlag der radikalislamischen Al-Shabaab Miliz aus Somalia. Die Miliz,
die vor elf Monaten während des Finales der Fußball-WM bei Anschlägen in der
ugandischen Hauptstadt Kampala mehr als 70 Menschen getötet hatte, drohte auch
Kenia mit Anschlägen, weil das ostafrikanische Land die somalische
Übergangsregierung unterstützt.
Bereits seit einigen Wochen wurden in Nairobi die Sicherheitsmaßnahmen
verschärft, etwa mit vermehrten Fahrzeug- und Taschenkontrollen in
Einkaufszentren und anderen Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten. (APA)