Neue Vorwürfe gegen Direktor Gerald Matt

5. Juni 2011, 14:53

Frisierte Besucherzahlen, heimliche Vertragsverlängerung, private Jury-Gelder - Kunsthalle hält Vorwürfe für "ungerechtfertigt und polemisch"

Wien - Die Kunsthalle Wien und ihr Direktor Gerald Matt kommen nicht zur Ruhe. Nach einer kürzlich erfolgten Entlastung in Bezug auf Reisespesen-Vorwürfe durch einen Prüfbericht berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe von neuen Vorwürfen gegen den Kunsthallen-Chef. Matt habe Besucherzahlen frisieren, seinen Vertrag vom Vorstand heimlich verlängern und sich privat Geld für Jurytätigkeiten auszahlen lassen, heißt es in dem Bericht. Die Kunsthalle weist diese Vorwürfe gegenüber der APA als "ungerechtfertigt und polemisch" zurück. Diese würden "auch durch Wiederholung nicht wahr", so Kunsthallen-Präsident Thomas Häusle in einer Stellungnahme.

Laut "profil" hatte Matt im Mai 2003 in einem Aktenvermerk festgehalten, dass er bezüglich der Besucherzahlen "bei Eröffnungen (so wie früher auch) von zwischen 1.300 und 1.500 Personen ausgehen" würde. "Nichtsdestotrotz sollten für den internen Gebrauch die mittels Klicker festgestellten Besucherzahlen weiterhin erhoben werden", heißt es weiter. Ein Briefwechsel mit dem einstigen ÖVP-Kulturstadtrat Peter Marboe aus dem Jahr 2002 belegt, dass die Amtsverlängerung Matts fast eineinhalb Jahre lang verschwiegen wurde. Matt ließ sich 2000 von seinem Vorstand bereits Jahre vor Ablauf seines Vertrags für ein Jahrzehnt als Direktor bestätigen. Marboe schrieb, er könne die Vorgehensweise des Vorstandes "nur als unangebrachten Hohn empfinden".

Weiters werden von "profil" die Nebeneinkünfte - darunter 8.000 Euro für "Jurytätigkeiten für die Invest Kredit Sammlung" des Unternehmers Heinz Mathis, der wiederum ein Geschäftspartner Häusles ist - und die Dienstreisen Matts aufgelistet. Seit 2002 sei der Kunsthallen-Direktor nie weniger als 101 Tage im Jahr auf Reisen gewesen, 2007 sogar 127 Tage. Die Kunsthalle entkräftet gegenüber der APA diese Fakten: Die Dienstreisen Matts "waren Gegenstand der Prüfung" und "wurden als angemessen und im üblichen Rahmen bezeichnet". Auch die Nebentätigkeiten seien "vertraglich gestattet und dem Vorstand bekannt" gewesen. Und die Besucherzählung werde nach Empfehlungen des Rechnungshofes mittlerweile im Einvernehmen mit diesem durchgeführt. (APA)

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madeingermany
04
Der Knickabockerer

signalisierte andeutungsweise am eigenen Körper, wie hoch der Karrieredreck steigen durfte.

Nun kann er sich langsam in Neopren einkleiden!!

Ich sage leck zu Google
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danke an die Sozialdemokratie!

la papagena
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immerhin hat die spö-kulturministerin claudia schmied in der causa noever (mak) eine sehr rasche gute entscheidung getroffen!

Cle Mens
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Als ob die verab wäre ...

Cle Mens
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verantwortlich

Ich sage leck zu Google
01
Natürlich ist die verantwortlich.

Die SPÖ Wien hat diese vertrottelte Konstruktion gemacht und schiebt jährlich dem Matt vier Millionen Steuergeld zu, der damit offenbar tun und lassen kann was er will und dems (im Gegensatz zur Kunsthalle) persönlich blendend geht. Kontrollmöglichkeit der Gemeinde gleich Null. Geht' s eh noch???

word8
71
ohne details zu kennen:

ist es so ungewöhnlich, dass ein museumsdirektor dienstreisen unternimmt? der muss - national wie international - ausstellungen besuchen, kollegen treffen, künstler aufsuchen, an symposien teilnehmen, etc.

und was wird hier als dienstreise definiert? normalerweise fällt da schon ein tagesausflug nach linz zur ars electronica darunter.

hulkjr
03
hier lohnt es sich die "details" zu kennen

la papagena
03

man muss ja sicherlich nicht jedes detail kennen, um zu posten, aber einen kleinen überblick zu haben, wäre vielleicht eine gute basis .....

http://www.profil.at/articles/... endirektor

gießhübl!
00

Den Reiseumfang zu kritisieren finde ich auch lächerlich, im Gegenteil.
Allerdings sind 13 Jahre im Amt, ohne wesentlich nennenswerte Ausstellungen im Grunde genug um das Zepter zu übergeben.
Die Besucherzahlen würden mich allerdings auch interessieren, denn wann auch immer ich eine Ausstellung in der Kunsthalle besuche, sind kaum Besucher drinnen.

Big Jim007
06

127 tage im jahr auf reisen ist wohl schon etwas sehr viel. zieht man urlaub und wochenenden ab, heisst das, dass matt nur ca. 2 tage die woche in der kunsthalle arbeitet. das finde ich skandalös

word8
21
ich kenne die jobdescription nicht

aber da wien (und österreich) nicht das mekka der internationalen kunstwelt ist, wird sich der direktor der kunsthalle wohl logischerweise dorthin begeben müssen, wo sich die szene trifft (z.b. art basel oder biennale). wie sonst soll er gute leute und gute kunst nach wien kriegen? ohne persönliche kontakte geht das nicht.

da sie offenbar besser bescheid darüber wissen wie man so ein haus führt, kann ich ihnen nur empfehlen sich zu bewerben. sie können dann auch gleich das reisebudget runterfahren und alles von wien aus per e-mail und telefon machen...

Big Jim007
13
seriöse internationale direktoren,

die über ein weitaus besseres internationales netzwerk als matt verfügen, sind deutlich weniger oft auf dienstreisen, und zwar a) weil sie ihre Reisen effektiver planen, b) weil sie keinen sinnlosen Nebenjobs nachgehen und c) weil sie kompetenzen an ihre mitarbeiter abgeben und dafür mehr zeit für das haben, wofür sie eingestellt sind: einen betrieb zu leiten.

gießhübl!
00

Zu Punkt b und c gebe ich Ihnen gerne recht, aber die Reisetätigkeit zu bemängeln ist so lächerlich.

Interessant wäre ob die Tage oder Nächte gerechnet wurden, macht einen Riesenunterschied.

Cle Mens
00
Wer denn zum Beispiel ?

Würde mich sehr interessieren, welche Namen jetzt als Antwort kommen.

Big Jim007
00
so ziemlich alle,

zb könig aus köln, gaensheimer aus frankfurt, schulz-hoffmann aus münchen etc etc etc niemand von denen reist auch nur annähernd 127 tage im jahr.

Big Jim007
03
vorschlag wie man matt "elegant" kündigen kann...

...ohne dass die gesamte sp in mitleidenschaft gezogen wird: 1. den vorstand austauschen und 2. damit signalisieren, dass bald eine neue ausschreibung erfolgt. ganz einfach und schmerzlos und niemand regt sich mehr über die kunsthalle auf.
hat jemand einen besseren vorschlag?

la papagena
05

die kunsthalle ist als unabhängiger privater verein organisiert. thomas häusle und siegfried menz haben offenbar mit gerald matt einen vertrag abgeschlossen, der diesem, abgesehen von einem sehr großzügigen monatseinkommen, praktisch narrenfreiheit in bezug auf lukrative nebentätigkeiten einräumt.

jedoch: die stadt wien zahlt der kunsthalle jährlich subventionen in der höhe von 4,2 mio euro. trotzdem behauptet mailath-pokorny, keine möglichkeiten zum eingreifen zu haben (außer kontrollamt schicken - sinnlos!, oder subventionen kürzen - schadet den falschen!).

was ist denn das für eine wahnwitzige konstruktion? der subventionsgeber hat keinen einfluss auf das verhalten des kunsthallenchefs und seinen vertrag (z.b. vorzeitige auflösun

Polarschwimmer
03
stimmt ...

... eigentlich in wahnsinn: bei einer derartigen subventionshöhe müsste zumindest ein vertreter des subventionsgebers im vorstand sitzen, so wie das bei ppp-kulturmodellen (zum beispiel der niederösterreichischen kulturwirtschaft) üblich ist. dabei geht es nicht um die beeinflussung künstlerischer inhalte, sondern um eine kontrollfunktion vor allem in finanziellen belangen.

double standard
00

besucherahlen sind das einzige was matt frisieren kann

schilda
00
halali!

Ich sage leck zu Google
03
127 tage im Jahr auf Dienstreise???

komajo
16
Wenn er Anstand hätte,

würde er selber gehen. Hat er aber nicht.
Wampo mach Druck!

madeingermany
27
Ist das matte Posting-Echo darauf zurückzuführen,

dass Selbstherrlichkeiten, in mieser austriakischer Manier, gar nicht mehr kommentiert werden?

Oder was?

Cle Mens
00
Verglichen mit den Politikern der Ära Schüssel

sind österreichische Museumsdirektoren wohl generell eher bescheiden. Und alles muss man/frau auch nicht kommentieren.

Oder so.

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