Wie die österreichische Justiz tausende Rechner auf OpenOffice migrierte

5. Juni 2011, 13:01
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Umstellung erwies sich als größtenteils problemlos - Seit 2008 - Viel positives Feedback

Während die viel diskutierten Bestrebungen der Stadt Wien auf Open-Source-Software umzustellen, sich über die Jahre eher zu einer Farce entwickelt haben, gibt es an anderer Stelle durchaus - weniger bekannte - Erfolgsgeschichten. So berichtet nun das Linux Magazin davon, dass die österreichische Justiz seit 2008 mehrere tausend Arbeitsplätze auf OpenOffice migriert hat.

Analyse

Die entsprechende Entscheidung sei bereits im Jahr 2007 gefallen, so Christian Adorjan vom Bundesrechenzentrum im Rahmen eines Vortrags auf der OSSBIG-Konferenz vor wenigen Tagen. Damals stand ein Betriebssystemupdate an, da Microsoft den Support für das zuvor genutzte Windows 2000 auslaufen ließ. In diesem Rahmen stellte man sich gleich größere Fragen zur Softwareausstattung, und kam zu dem Schluss, dass man mit den bislang genutzten Office-Tools nicht so recht zufrieden sei.

Vergleiche

So kam hier als Textverarbeitung noch Lotus Word Pro zum Einsatz, als Texteditor nutzte man sogar eine Eigenentwicklung. In einem Testlauf verglich man dann die Fähigkeiten von OpenOffice Write mit jenen von Microsoft Word, und kam rasch zu dem Ergebnis, dass keine nennenswerten Unterschiede bei der Textverarbeitungsfunktionalität bestünden. Allerdings lasse sich OpenOffice perfekt in die Java Rich Client-Anwendungen der Justiz integrieren. Als weitere zentrale Vorteile machte man in Folge die Hersteller- und Plattformunabhängigkeit sowie das freie ODF-Dokumentformat und natürlich auch die Kostenersparnis durch den Wegfall des Lizenzkaufs aus.

Ablauf

Der eigentliche Umstieg begann dann Anfang 2008 mit einer freiwilligen Testphase. Ab September 2008 wurde es schlussendlich ernst, mithilfe von 8 Trainern wurden in 14 Monaten 2.400 Justiz-Angestellte auf OpenOffice umgestellt. Der Schulungsaufwand beschränkte sich dabei jeweils auf einen Tag, weiterer Support sei nicht nötig gewesen. Zudem habe man in Folge viel positives Feedback erhalten. (red, derStandard.at, 05.06.11)

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