Naksa-Tag

14 Tote und hunderte Verletzte auf dem Golan

6. Juni 2011, 10:27

Zweiter Sturmlauf in drei Wochen - Proteste am Jahrestag des Sechstagekrieges

Drei Wochen nach dem Tag der "Katastrophe" forderten am Sonntag, dem Tag des "Rückschlags", Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Armee an den Grenzen erneut Todesopfer. Die syrische Nachrichtenagentur Sana spricht von 23 Toten und 350 Verletzten, israelische Medien bezweifeln diese Zahlen.

*****

Der zweite Versuch von Palästinensern, aus Syrien kommend in den von Israel kontrollierten Teil der Golanhöhen einzudringen, ist am Sonntag offenbar misslungen, kostete aber wieder Menschenleben. Nahe bei dem auf der israelischen Seite gelegenen Drusendorf Madschd-el-Schams waren zur Mittagszeit rund 500 Demonstranten an die syrische Demarkationslinie gekommen. Viele von ihnen versuchten immer wieder, den israelischen Grenzzaun zu erreichen. Israelische Soldaten warnten die Demonstranten per Lautsprecher und drängten sie mit Schüssen zurück. Das syrische Fernsehen meldete 14 Tote und 225 Verletzte.

Ähnliche Szenen spielten sich auch weiter südlich im flacheren Gelände beim gewöhnlich geschlossenen Grenzübergang Kuneitra ab, hier scheint aber niemand getötet worden zu sein.

Die Palästinenser begingen am Sonntag den Tag der "Naksa", also des "Rückschlags", womit der Gebietsverlust durch die arabische Niederlage im Krieg von 1967 gemeint ist. Erst am 15. Mai hatten sie am Tag der "Nakba" - also der "Katastrophe", die aus ihrer Sicht die Gründung Israels darstellt - Massenaufmärsche organisiert. Damals war es rund 150 Palästinensern aus Syrien gelungen, mit einem Überraschungsvorstoß Madschd-el-Schams zu erreichen. Auf dem Golan und an der libanesischen Grenze waren mindestens 13 Menschen erschossen worden.

Doch am Sonntag ließ die libanesische Armee keine Demonstranten an den Grenzzaun heran, während im syrischen Abschnitt die Israelis gut vorbereitet waren. Der israelische Armeesprecher Joav Mordechai äußerte den Verdacht, das syrische Regime wolle "die Aufmerksamkeit von den schlimmen Ereignissen in Syrien und dem Massaker in Hama ablenken".

Zu einer größeren Konfrontation kam es auch beim Kalandia-Checkpoint in der Nähe von Jerusalem: Palästinensische Demonstranten warfen Steine, israelische Soldaten setzten Tränengas und Schreckgranaten ein. Ein Aufmarsch im Gazastreifen am Vormittag wurde durch Hamas-Polizisten von den israelischen Grenzposten ferngehalten.

Am Samstag hatten dutzende Palästinenser versucht, im Gazastreifen das Grenztor nach Ägypten einzudrücken. Das neue ägyptische Regime hatte den Übergang bei Rafah erst eine Woche zuvor geöffnet. Doch die Palästinenser klagen über zu geringe Einreisequoten, und Reisende verloren die Geduld, nachdem sie stundenlang warten mussten.

Auf eine französische Initiative, die zu neuen Verhandlungen führen soll, haben die Palästinenser vorsichtig zustimmend reagiert. Außenminister Alain Juppé hat eine Gipfelkonferenz mit Israels Premier Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in einigen Wochen in Frankreich vorgeschlagen. Die Palästinenser scheinen aber an der Vorbedingung eines Siedlungsstopps festzuhalten. (Ben Segenreich aus Tel Aviv /DER STANDARD, Printausgabe, 6.6.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 618
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Nizza
51

Warum schießt Israel mit schafer Munition in die Menge. Warum nehmen sie nicht Wasserwerfer um die Demonstranten zurückzudrängen. Israel überschreitet die nötigen Mittel !!!
14 Tote bei einer Demonstration. Ein Wahnsinn.

Timagoras
 
02
"14 Tote bei einer Demonstration. Ein Wahnsinn"

.
stimmt!

sowas würde es in arabischenbzw. islamischen ländern niemals geben ...

LGM
03

Stellen Sie sich vor, sie sind im Krieg mir einer anderen Macht und haben Waffenstillstand geschlossen. Es wurde eine Pufferzone eingerichtet, und da ist jetzt eine Grenze, die sie sichern wollen, falls der Gegner den Krieg weiterführen will. Was beordern sie jetzt an die Grenze:
* Soldaten mit Waffen, die ausreichen, einen Angriff aufzuhalten
* Wasserwerfer

Hossam Hassan
13
Ich hab danach gesucht, wieviele Postings sie zu syrischen Demos abgegeben haben

Ich habe keine gefunden. Offenbar ist die Verhältnismäßigkeit für sie gegeben, wenn die syrische Armee Kinder foltert und Begräbnisteilnehmer erschießt.
Na ja.

Der Waehlerwille
 
14
Wieviele Wasserwerfer soll Israel denn bereitstellen? 10.000?

überall an allen Grenzabschnitten ein packerl davon?

Sie wissen schon wie unrealistisch das ist oder?

Abgesehn davon steht Syrien mit Israel im Kriegszustand. (aktuell Waffenstillstand) und bricht mit dem herankarren von "Demonstranten" die mit Molotovcocktails auf Grenzposten losgehen defenitiv den Waffenstillstand.

Israel hat sich keineswegs falsch verhalten. abgesehn davon hat Syrien diese Menschen noch dazu bezahlt! (sagen die palästinenser selbst) und mit den Brandsätzen in vermintes Gebit geschickt. Und da suchen sie die Täter auf israelischer Seite?

Sie scherzen oder?

Andreas S.
01

lt. medien sind die mehrzahl durch (syrische) minen umgekommen. Demo im vermienten gebiet zwischen alpha line (israel) und beta line (syrien) ist nicht das schlauste.

lt. syrischen medien sind (andere?) demonstranten nicht ungefaehrlich. Sie sollen angeblich im norden 120 polizisten getoetet und zum teil verstuemmelt haben ... ;-(

Darmwind
01
Wen´s interessiert...

Sehr guter, ausführlicher Artikel auf Englisch (nicht zu diesem speziellen Ereignis auf den Golanhöhen, sondern zum Ergebnis des Gesprächs zwischen Netanyahu und Obama) hier:

http://aljazeera.com/indepth/o... 09668.html

Alder
 
01
dr mike
01

Die Märtyrer in spe haben auch Tragbaren mitgenommen. Offenbar hat keiner von ihnen damit gerechnet, dass durch ihre Provokation die Israelische Verteidigungsarmee auch schießen wird.
Am Weg zum Märtyrer sollte doch noch ein kurzes medizinisches Intermezzo eingefügt werden.
Offen bleibt noch wie die "Demonstranten" es bis an die Grenze geschafft haben ohne Förderung vom Machthaber der zur Zeit für jede Art von Ablenkung dankbar ist. Aber dazu nimmt keiner der Israelhasser Stellung.

Manfred Hagen
02
??

Syrische Opposition: "Demonstranten waren bezahlt"

Die syrische "Reformpartei" berichtete unterdessen am Sonntag auf ihrer Internetseite, sie habe von Geheimdienstquellen erfahren, dass es sich bei den "Grenzstürmern" um arme Bauern handle. Das Regime unter Präsident Baschar al-Assad habe Hunderten dieser Farmer jeweils 1.000 Dollar für die Teilnahme an dem Protestmarsch gezahlt. Es habe zudem versprochen, die Hinterbliebenen der von Israel getöteten Beteiligten mit 10.000 Dollar je Fall zu unterstützen.

Nizza
41

Demonstranten in Bengasi und Damaskus waren bezahlt!!

Das ägyptische Militär berichtete unterdessen am Sonntag auf ihrer Internetseite, sie habe von Geheimdienstquellen erfahren, dass es sich bei den "Demonstraten" um arme Bauern handle. Die CIA habe Hunderten dieser Farmer jeweils 1.000 Dollar für die Teilnahme an dem Protestmarsch gezahlt. Es habe zudem versprochen, die Hinterbliebenen von Beteiligten mit 10.000 Dollar je Fall zu unterstützen.

LGM
00

Es scheint ja Mode zu sein, Geheimdienste für möglichst blöd zu halten, aber welches Interesse sollte der CIA mit einer so hirnrissigen Aktion verfolgen?

Der Waehlerwille
 
01
Die Palästinenser selbst haben eine ihrer vertretungen in Syien erstürmt mit 14! toten (durch feuer von bewaffneten innerhalb der vertretung)

weil sie dieser Trupe genau das vorwerfen, Die armen Burschen bezahlt und in den Tod geschickt zu haben um Assad einen Gefallen zu tun.

mr_kirsen
30

Interessant ist auch die offizielle Stellungnahme des Österreichischen Bundesheers (www.bundesheer.at) Unter "Aktuelles" findet man "ganz aktuell" einen Bericht über die "Change of Command" Zeremonie vom 7. Februar.....
Wen interessiert schon was da unten ausserhalb vom Camp so vorgeht. Es ist ja nicht so dass sich in Syrien gerade ein Bürgerkrieg anbahnen würde oder wieder mal Demonstranten an der A-Linie von der IDF erschossen wurden.....

navrat pospischil
 
01
Infos darüber kommen von der UNO. Nicht vom Österreichischen Bundesheer.

papierschiff
12
was ist denn hier los?

hä, kann mir mal jmd. bitte die hetze hier erklären?

wo ist die kritik an der uno, an der österreich. armee, die im rahmen der undof eigentlich genau um diese grenze kümmern sollte? warum ist schon wieder sowas passiert, wo es doch vor ein paar wochen schonmal dazu gkeommen ist?

wenn syrien geld dafür ausgibt, "demonstranten" an eine grenze zu schicken, warum wird syrien nicht verurteilt?

warum ist es deutschen erlaubt auf menschen zu schießen (demonstration in afgahnistan), israel aber nicht?

was soll diese zweitklassen denken hier?

-nein, ich finde das verhalten der idf nicht unbedingt richtig. aber weder in D noch in AU ist man von feinden umgeben, die einen nur vernichten wollen.

Anti Nazi
12
Doppelmoral:

21:15 Uhr
http://derstandard.at/130455377... h-Kaempfen

Ganze 5 Postings

navrat pospischil
 
00
Womit das Ablenkungsmanöver des Regimes in Damaskus perfekt funktioniert hätte.

salman
 
41

NEIN das israelische Vorgehen ist nicht BESONDERS grausam

JA es unterscheidet sich nicht vom Vorgehen der arabischen Regimes gegen Demonstranten.

Bevor dass man - wenn auch nur symbolisch - nachgeben muss, sprechen die Schusswaffen.

navrat pospischil
 
14
Wenn Isarelische Soldaten Grenzanlagen und zuvorderst ihr eigenes Leben gegen einen rabiaten Mob der Steine und Molotovcocktails wirft verteidigen

ist das für sie dasselbe wie wenn arabische Diktaturen blindlings auf Menschen feuern die für Demokratie demonstraieren?

Wissen sie überhaupt was mit israelis passiert die solchen Rollkommandos in die Hände fallen?

Wenn sie gute Nerven haben sollten sie mal nach solchen Videos bei Youtube suchen.

salman
 
20

Ja denn auch die arabischen Regimes schießen in ihrer Wahrnehmung auf Provokateure bzw. gewaltbereite Demonstranten.

Und auch die palästinensischen Demonstranten sind weitgehend friedlich

Dasselbe Vorgehen, dieselben Rechtfertigungsmuster

Sprich: Dasselbe in grün, wie der Berliner sagt

navrat pospischil
 
01
geh Bitte.

Die arabischen Despoten schiessen auf die eigene Bevölkerung! Auf eine oppositionsbewegung die demokratische Reformen verlangt.

Grenzsoldaten schiessen auf einen Rabiaten Mob der mitnichten friedlich demonstriert sondern von einem Kriegsgegner (Kriegszustand! mit Syrien) über eine offizielle Grenzanlage durch eine "neutrale Zone" gehetzt wird.

Also wenn sie da keinen Unterschied erkennen dann wollen sie nicht ..

LGM
04

Dort waren aber keine "Demonstranten", da wurde versucht, eine Grenze zwischen zwei Staaten zu stürmen, die sich immer noch im Kriegszustand befinden.

try_error
00

"Die Sache hätte klappen können:
Mit Terror zu enden allen Terror.
Mit Ausbeutung zu beenden die Ausbeutung.
Mit einem Imperium zu besiegen den Imperialismus."

Eskimo
32

Warum unterstützt die Standardzensur die Hasbara ???

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 618
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.