Nach den Wahlen

Peru rückt unter Präsident Humala nach links

6. Juni 2011, 13:46
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    foto: apa/epa/vallejos

    Frühstücken wie ein Präsident: Ollanta Humala vor der Stimmabgabe.

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    Ein Wahllokal in Cusco.

Ex-General kommt auf 51 Prozent der Stimmen - Distanzierte sich im Wahlkampf von Mentor Chavez

Lima - Bei der Präsidentenwahl in Peru hat sich der Linksnationalist Ollanta Humala knapp gegen die rechtskonservative Kandidatin Keiko Fujimori durchgesetzt. Nach Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen kommt Humala auf knapp 51 Prozent, während die Tochter des wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori gut 49 Prozent erreicht. Fujimori kündigte an, sie werde ihre Niederlage bei der Wahl eingestehen, wolle aber die offiziellen Ergebnisse abwarten.

Mit der Wahl Humalas dürfte Südamerika weiter nach links rücken. Zwar trat Humala noch am Sonntagabend Sorgen entgegen, er könnte dem Beispiel von Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez folgen und Unternehmen in Schlüsselbereichen wie dem Bergbausektor verstaatlichen. Dennoch gaben die Aktienkurse ausländischer Minenkonzerne am Montag nach.

"Wir wollen eine Regierung der nationalen Einheit", rief Humala in der Nacht auf Montag Tausenden Anhängern in der Hauptstadt Lima zu. "Wir wollen wirtschaftliches Wachstum mit sozialer Teilhabe. Wir können Peru für alle gerechter machen." Das südamerikanische Land hat sich dank seines Rohstoffreichtums zu einem der weltweit am stärksten wachsenden Entwicklungsländer aufgeschwungen - allerdings ging der Aufschwung an einem Großteil der Bevölkerung bisher vorbei. Jeder dritte Peruaner lebt in bitterer Armut, wenngleich die Mittelschicht langsam wächst.

Humala hat angekündigt, einen ausgeglichenen Haushalt anzustreben und die Investitionen ausländischer Unternehmen in Peru zu respektieren. Es wird damit gerechnet, dass aus dem Ausland in den kommenden zehn Jahren etwa 40 Milliarden Dollar (27,6 Mrd. Euro) in den Metall- und Erdölbereich des Landes fließen dürften. Humala will aber die Steuern auf Gewinne von Bergbaukonzernen deutlich erhöhen, um damit Sozialprogramme nach dem Vorbild von Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva aufzulegen und damit die Armut stärker zu bekämpfen. Im Gegensatz zu Chavez gilt Lula als pragmatischer Linker.

Dennoch stellten sich Finanzexperten angesichts des sich abzeichnenden Wahlsiegs von Humala auf Kursverluste von Staatsanleihen, der Landeswährung sowie am Aktienmarkt ein. Während Fujimori als Kandidatin der Unternehmen und Garantin einer wirtschaftsfreundlichen Politik angesehen wird, gilt Humala als Schrecken der Märkte. Der 48-jährige Linkspolitiker und ehemalige General gab sich im Wahlkampf zwar gemäßigt und distanzierte sich von seinem politischen Mentor Chavez.

Doch Investoren schenken dem wenig Glauben: Wenn in den vergangenen Wochen die Umfragewerte für Humala stiegen, gaben die Aktienkurse an der peruanischen Börse nach. Die in London gehandelten Aktien des Minenkonzerns Hochschild gaben rund sieben Prozent nach. Das auf die Förderung von Edelmetallen spezialisierte Unternehmen erwirtschaftet den größten Teil seines Gewinns in Peru. Die Titel des ebenfalls in Peru aktiven Minenkonzerns Xstrata verloren bis zu 1,8 Prozent. (APA/Reuters)

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Vincent_Vega
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und 40 Milliarden Dollar sind keine 27,6 Mio. Euro

zumindest NOCH nicht....

Abyayala
00

Zeigt die Qualität der Berichterstattung im allgemeinen, leider! Wo ist übrigens Sandra Weiss?

Nicolas Castillo
00
Urlaub auf Tahiti ...

Erisian Liberation Front
01
40 Milliarden Dollar (27,6 Mio. Euro)

Wow und da reden die hier von einer Euro Schwäche...

GG22
12
Erfreulich.

Vor allen nachdem die Medien massiv für die Fujimori-Tochter trommelten.

byron sully
43

von zwei übeln (ich persönlich hätte den im ersten wahlgang ausgeschiedenen toledo bevorzugt) hat sich in der stichwahl zum glück das kleinere durchgesetzt. die gefahr einer neuerlichen fujimori-diktatur scheint also eher gebannt.

Miriam Lang
83

Die gefahr eine Fujimori Diktatur ist vielleicht gebannt, die Humala Diktatur jedoch gesichert. Toll!
Hauptsache es ist ein Diktator des linksnationalistischen Lagers... dann ist die Welt total in Ordnung, gell?

byron sully
21

es hat meines wissens in der geschichte südamerikas (kuba ist nicht südamerika!) noch nie eine linke diktatur gegeben. wieso sollte ausgerechnet humala eine errichten sollen?

Lt K.....
01
11.6.2011, 11:28
naa eh...

Venezuela und Kumpanen sind ja Vorzeigedemokratien.

byron sully
10
11.6.2011, 17:48

venezuela läßt sich vom demokratieniveau durchaus mit einigen eu-staaten vergleichen (italien oder ungarn z.b.)

Diwan Bartwisch
12
Dramolett "Diktator Chavez böse alle"

Horst Holger-Hansito: Dickator Diktator Venezuela Humala auweh Lieber Gott Hilf Böser Mann Huamala Böse auch Morales-Castro alles weg DIKTATTUR PFUI ahhhhhhhhhhhh Der Kommunismus ist hier schon in der Klinik - ATTACKE !!!!!!!!!!!!!!!

Der Arzt betritt das Zimmer.

Arzt: Horst Holger-Hansito, beruhigen Sie sich. Machen Sie ein paar Schritte im Garten und holen Sie tief Luft.

Horst Holger-Hansito verschwindet laut schreiend als Miriam Lang verkleidet aus der Tür, Ruhe kehrt ein.

Arzt: Ich weiß nicht, wie lange ich das hier noch durchhalte. Früher hätte man ihn in ein Eisbad gesteckt oder gar lobotomisiert. Armer Hansito-Holger. Wie das wohl enden wird ...

napfiatgott
00
...Antonio Fian

...oder zumindest dieselbe Liga.
Danke für die Lachpause!

napfiatgott
01
is schon gut hansito

...immer dieselben Platitüden. Hauptsache provozieren - lass es raus, kumm, geht schon. Vielleicht wirds irgendwann gut!

Timagoras
 
22
"die Humala Diktatur "

.
nanana!

das sind aber schon irrationale popanze, die Sie sich da zusammenbasteln.

nicht mal der nationalistisch-militaristische Chávez hat in Venezuela eine diktatur errichtet (dass er dort vetternwirtschaft in großem stil pflegt, und die medien unter seine kontrolle bringt, ist zwar nicht sehr sympathisch, aber noch keine diktatur).

also lassen wir mal die iglesia im pueblo, und schaumamal, ob señor Humalas präsidentschaft eher dessen nationalismus oder dessen sozialismus wiederspiegelt.
hier und jetzt von "diktatur" zu schwafeln, ist so falsch wie peinlich.

Malkaye
00
YES YOU CAN

timagoras rückt auch nach links! ;)

Miriam Lang
20

Ihrer Logik nach, ist dann Fujimori doch dann auch nicht ein Diktator... denn er ist in der Hinsicht nicht schlechter als Chavez. Immerhin auch vom Volke gewählt. Sehen sie, wie heuchlerisch ihr Beitrag dann wirkt, wenn sie sich nur auflehen, wenn es um eine politische Richtung geht? Je nach politischer Präferenz, ist der eigene Despot gerechtfertigtes Mittel zum Zweck.

Timagoras
 
00
"Immerhin auch vom Volke gewählt"

.
da ist nicht das kriterium.

entscheidend ist, was er daNACH getan hat.

Miriam Lang
10

ich stimme ihnen zu... es zählt natürlich, und erst recht, was nach der Wahl geschieht. Haben ja in Europa's Vergangenheit gesehen, daß eine Wahl alleine keine Demokratie macht. Dies gilt aber auch für Chavez, denn er hat alles was er ende der 90 Jahre in seiner Kandidatur versprochen hatte, gebrochen (Nicht länger als 1 Legislaturperiode im Amt bleiben, nicht das Präsidentengesetz ändern, keine Verstaatlichungen, usw...)

Timagoras
 
10
egal was Chávez versprochen und gebrochen hat:

er mag ein nationalist, ein populist, ein militarist, ein nepotist oder wortbrüchig sein,
aber ein diktator ist er deswegen (noch) nicht.

Miriam Lang
00

Ich denke schon, daß er schon die Schwelle gebrochen hat. In dem moment, wo sich ein Präsident über die Gewaltenteilung hinwegsetzt, ist er kein legitimer und lupenreiner Demokrat mehr.
Er schaltet Medien ab, die ihn persönlich kritisieren, das macht ein Demokrat auch nicht... selbst Berlusconi würde das nicht wagen, höchstens selber aufkaufen ! *gg*

Chavez ist meiner Meinung auf der gleichen Stufe wie Lukaschenko, vielleicht sogar noch eine Stufe weiter als der Weissrusse.

Nicolas Castillo
10
naja ...

dass ist nicht unbedingt ein Alleinstellungsmerkmal von Chavez, nur wird es bei ihm am meisten instrumentalisiert.

Ich will das auch nicht gut heißen, aber einige andere Damen und Herren Präsidenten in der Gegend machen das nicht viel anders, fällt nur weniger auf.

Miriam Lang
00

ja, in der Tat, die da wären:

Evo Morales, Cristina Kirchner, Noriega, Zelaya...

Alle aus dem selben "Bolivarianischem" Lager... nur Chavez treibts natürlich sehr Bunt und spielt diesbezüglich in einer anderen Liga.

Nicolas Castillo
00
...

oder derzeit in Honduras oder auch vorher unter Garcia in Peru, früher gerne mal unter Uribe in Kolumbien.

Insofern ist das jetzt nicht nur ein Problem des bolivarianischen Lagers. Der eine ist halt derber als der andere und der andere macht etwas geräuschloser als der eine.

Miriam Lang
00

Honduras ist kein gutes Pflaster um ihren Standpunkt zu untermauern, denn die ganze Geschichte entwickelte sich ja gerade aus DEM Grund, daß Zelaya (Anhänger des Bolivarianischen Lagers) sich über die Gewaltenteilung und Grundgesetzes des Landes hinweggesetzt hat und nicht davon abrücken wollte! Demzufolge ist das Chaos folgend ein Resultat seiner Handlungen, auch wenn das natürlich auch sehr Bananenrepublikmässig gelaufen ist.

Ohne es verneinen zu wollen (sondern aus der Unkenntnis heraus): In welcher Hinsicht, hat sich Uribe oder Garcia über die Gewaltenteilung denn hinweggesetzt? können sie mir bitte die konkrete Details schildern. Merci im Voraus.

Nicolas Castillo
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also sagen wir es mal so ...

die erste Wiederwahl Uribes (die es eigentlich laut Verfassung nicht hätte geben dürfen) war schon sehr abenteuerlich und nicht ganz korrekt (sondern erkauft). Und das ihm damals wohlgesonnene Verfassungsgericht hat schlicht drüber weg gesehen. Im zweiten Anlauf haben Sie ihn dann glücklicherweise gebremst.

Und Herr Garcia hat sich und die seinen kräftig bereichert, da war mal was mit einem norwegischen Ölkonzern, wenn ich es recht im Sinn habe, und anschließend (oder war es davor) hat er die protestierende Bevölkerung niederknüppeln lassen, als er Teile des Regenwaldes verscherbelt hat. Aber Sie sollten das wissen, sind ja vor Ort.

Sind nicht gerade Beispiele für seriöses demokratisches Verhalten.

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