USA: Cyber-Attacken könnten Krieg bedeuten

4. Juni 2011, 17:09
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US-Verteidigungsminister Robert Gates betonte, notfalls auch gewaltsam gegen Computer-Hacker vorzugehen

Die USA wollen Verteidigungsminister Robert Gates zufolge notfalls auch gewaltsam gegen Computer-Hacker vorgehen. "Wir nehmen die Cyber-Bedrohung sehr ernst", sagte Gates am Samstag in Singapur. Solche Angriffe seien verschiedensten Ursprungs. Sollten sie als kriegerische Handlungen betrachtet werden, seien die USA zum Einsatz von Gewalt bereit, betonte Gates bei einem Sicherheitstreffen.

Schnellstmöglich müssten Regeln aufgestellt werden, um ernste internationale Spannungen zu verhindern. "Die Leute müssen wissen, welches Verhalten tatsächlich eine kriegerische Handlung darstellen könnte."

US-Regierung und Menschenrechtler im Visier

Der mit China im Dauerkonflikt liegende US-Internetgigant Google war in den vergangenen Tagen Opfer einer Attacke geworden, bei der Google-Mail-Nutzern durch sogenanntes "Phishing" Passwörter entlockt werden sollten. Ins Visier geraten waren auch US-Regierungsvertreter und chinesische Menschenrechtler. Laut Google kam der Angriff aus China.

Ermittlungen im Gange

Zwar machten weder Google noch die US-Regierung die chinesische Führung verantwortlich. Doch das Washingtoner Außenministerium forderte die Pekinger Regierung zu Ermittlungen auf. Neben Google waren zuletzt auch der US-Militärriese Lockheed Martin und der japanische Unterhaltungskonzern Sony Opfer von Hacker-Angriffen geworden.

Ursprung schwer zu lokalisieren

Gates sagte, dass der Ursprung solcher Attacken schwer zu lokalisieren sei und dass sich die militärischen Beziehungen zwischen den USA und China verbesserten. Er betonte aber auch, dass die USA hinter ihren Verbündeten in Asien stünden. Die militärische Präsenz in Asien werde nicht unter den knappen US-Haushaltskassen oder den sich in die Länge ziehenden Kriegen im Irak und in Afghanistan leiden. (APA)

  • Neben Google waren zuletzt auch der US-Militärriese Lockheed Martin Opfer von Hacker-Angriffen geworden.
    foto: lockheed martin

    Neben Google waren zuletzt auch der US-Militärriese Lockheed Martin Opfer von Hacker-Angriffen geworden.

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