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Das Projekt EU ist theoretisch auf Generationen angelegt - genauso wie der Euro. Aber in der tiefsten Krise der Währungsunion seit ihrer Geburt hanteln sich die europäischen Spitzen nur von einem Krisentreffen bis zum nächsten.
Auch das neuerliche Hilfspaket für Griechenland, auf das sich die EU offenbar mit der Regierung in Athen geeinigt hat, dürfte nur eine Halbwertszeit von wenigen Monaten haben. Es basiert auf rosigen Prognosen und der vagen Hoffnung, dass der Druck der Finanzmärkte auf griechische und andere südeuropäische Staatsschulden allmählich nachlassen wird. Doch mangels realistischer Alternativen ist das derzeitige Vorgehen wohl die beste aller schlechten Möglichkeiten.
Das Grundproblem ist, dass Griechenland pleite ist, aus eigener Kraft seine Schulden nicht abbauen kann, die für eine nachhaltige Sanierung notwendige Hilfe in Deutschland, Österreich und anderen EU-Staaten politisch nicht durchsetzbar ist - und eine echte Insolvenzerklärung mit einem tiefgreifenden Schuldenschnitt das griechische Bankensystem zerstören und andere europäische Kreditinstitute schwer belasten würde. Außerdem fürchtet die Europäische Zentralbank, dass eine griechische Umschuldung zu einer Panik in den Finanzmärkten führt, die auf Irland, Portugal und schließlich auf Spanien und Italien übergreifen würde.
Aus diesem Vielfach-Dilemma gibt es keinen sauberen Ausweg. Also geht man den Weg pragmatischer Kompromisse: Die EU gibt mehr Geld, die Griechen verschärfen den unvermeidbaren Sparkurs, und auch der private Sektor wird mit sanftem Druck zur Kasse gebeten.
Vielleicht geht diese Strategie tatsächlich auf. Ein kleiner Funken Optimismus könnte reichen, um die griechische Wirtschaft wieder auf einen langsamen Wachstumspfad zu führen. Dann könnte der Euro-Rettungsschirm beginnen, griechische Staatsanleihen aufzukaufen und sie nach dem Modell der Brady Bonds, mit denen die lateinamerikanische Schuldenkrise in den Achtzigerjahren bekämpft wurde, in neue garantierte Anleihen mit einem kräftigen Preisabschlag umzuwandeln. Und schließlich könnten nach einiger Zeit die anderen EU-Länder beginnen, jene Milliardentransfers an die Schuldnerstaaten bereitzustellen, die die Eurozone zum langfristigen Überleben braucht. Wenn alles gutgeht, dann geht auch diese Krise gut aus.
Aber die Risiken auf dem Weg dorthin sind so groß, dass sich die EU sehr wohl auch fragen muss, ob nicht ihr gesamtes politisches Management überdacht gehört. Der öffentlich ausgetragene Streit der EZB mit Eurozonen-Chef Jean-Claude Juncker und der deutschen Regierung über einen griechischen Schuldenschnitt hat das Vertrauen in die europäische Führung geschwächt. Wenn alle Betroffenen nur an ihre eigenen Interessen denken und ständig ihre Meinungen herausposaunen, dann rückt genau jener Staatsbankrott näher, den alle zu vermeiden suchen. Und dann könnte auch der Euro selbst, der bisher außer Zweifel stand, ins Gerede kommen.
Europas Entscheidungsträger müssen die Zeit, die sie mit einem neuen Griechenland-Deal gewinnen, gut nützen. Und sie müssen beginnen, der eigenen Bevölkerung zu erklären, worum es hier eigentlich geht: zu verhindern, dass politische Fehlentscheidungen und nationale Egoismen ein Projekt zerstören, auf dem heute Europas Wohlstand und Stabilität basieren. (Eric Frey, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.6.2011)
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Nicht die Politiker haben sich Zeit gekauft, sondern die Finanzindustrie hat nun noch 1-2 Jahre gewonnen, um den "Leichnam" Griechenland auszuwaiden.
Der falsche Weg, der bereits im Vorjahr beschritten wurden, wird nun konsequent fortgesetzt.
Definition für Dummheit lt. Einstein.
"Immer wieder das gleiche zu wiederholen, und unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten"
Im speziellen Fall kann es allerdings den Politikern egal sein, denn durch ihre Aktionen "kaufen" sie sich ihre zukünftigen Posten. (Siehe Pröll)
In 2 Jahren wird umgeschuldet - die Banken haben ihre Schäfchen im Trockenen und die Zeche zahlt der Bürger.
Und bitte kommt mir nicht im "alternativlos", denn wer hat die Banken gezwungen sich mit Schrott einzudecken!
Die Euro-Konstruktion mit Nationalstaaten bei einheitlicher Wärung war ein Fehler. Das passt einfach nicht zusammen und das ist so elementar, dass es einen wundert, dass niemand der Wirtschaftsexperten einen warnenden Zeigefinger in die Höhe gestreckt hat. Der Euro wird so allein durch diese Konstruktion angreifbar (kommt ins Gerede), obwohl er eigentlich durch die Wirtschaftskraft Deutschlands und anderer Boom-Staaten wie Finnland stark ist. Amerika oder Californien kann tun und lassen was es will, es ist nur Binnenverschuldung.
Aber die gleichzeitige Beibhehaltung der Budgetsouveränitäten entpuppte sich halt zu dem, was es heute ist: die Kleinen sind überschuldet. Und obwohl die Schulden in Relation zum Gesamt-Euro-BIP nicht groß sind (in Relation zum nationalen BIP schon, aber das ist nur für die Zahlungsfähigkeit des Staates von Relevanz), kommt der Euro unter Druck. Weil die Rettung des Staates vom politischen goodwill abhängt und nicht durch Haftung gesichert ist, wie Kärnten durch Österreich oder Californien durch USA. Es liegt also nicht an der wirtschaftlichen Potenz, sondern an einem politischen Defizit, dass der Euro im Gerede ist.
So kann man es auch nennen, dass man bisher noch keine Lösung gefunden hat.
Kleiner Tipp für die Union: Stärken muss man stärken, und Schwächen muss man verstecken, anprangern, bekämpfen und erpressen. Nur so kann man sich nachhaltig selbst schädigen.
Damit sich die Chinesen dann wirtschaftlichen und politischen Einfluss zum Schnäppchenpreis kaufen können.
... in Brüssel und anderswo.
Wurden Probleme gelöst, bzw. wenigstens mit der Lösung begonnen?
Wohl kaum ...
Die Märkte fahren Finanz-Schlitten mit den Politikern (bzw. mit dem zahlenden Volk) und die sind zu blöd (danke Herr Dr. Treichl) um etwas dagegen zu unternehmen.
Ich halte nochmals fest:
Es gibt keine europäische Finanzkrise!
Es gibt Finanz-Organisations-Probleme in der Euro-Peripherie.
Das, bitte schön, wird doch hoffentlich noch zu lösen sein!
P.S.: Muss man Griechenland, Portugal, Irland helfen? - Ja, aber nicht so ...
Kann es sein das die EZB noch zeit braucht um den Finanzinstituten ihre griechenland anleihen abzunehmen?
Wenn dann alle bei der EZB sind, kommt dann der Schuldenschnitt?
Dann zahlen nur noch die Bürger, verlieren aber ihre Lebensversicherungen usw nicht.
Also alles halb so schlimm ?
sieser satz ist der definitive beweis dafür, dass hier gewaltig was in die hose geht.
nebenbei bin ich mir nicht sicher, IRGENDEINE europäische führung zu kennen oder gewählt zu haben.
... das ich mich jeden Tag freue, über die 1000 Euro, die mir der Euroumstieg seitdem jedes Jahr gebracht hat. So wie von den Politikern damals versprochen. Allerdings muß am Bankweg etwas schiefgegangen sein. Das Geld wurde mir noch nicht gutgeschrieben. Wo kann ich den anrufen, damit das in Ordnung gebracht wird? Hallo? Hallo?!
Nochimmer sanieren die Steuerzahler die Banken. Auch die nächste Sparrunde wird nichts helfen. Sie wird das BIP weiter schrumpfen, die Verschuldung in % des BIP wird weiter steigen... nächste Sparrunden.
Diesen Teufelskreis kann die Euro Gruppe einfach durchbrechen wenn sie die Banken in die Pflicht nimmt.
Solange es keine starke demokratische EU Institution gibt kann die EZB mit den Banken, aber jedes Land in Europa beliebig erpressen.
Also wenn die Löhne von wenig auf weniger sinken, ist die Krise nur für einen kleinen Kreis von Leuten gut ausgegangen.
Seid der Dot-Com-Blase kompensieren wir eine Krise nach der anderen. Seid 20 Jahren wird privatisiert und überall macht sich die unsichtbare Hand des Marktes breit - auch dort wo sie gar nichts zu suchen hat -die Hand. Steuererleichterungen für Konzerne, die beinahe einer Steuererbefreiung sind, Banken-Rettung, unregulierbare Finanztransaktionen, Schulden für Generationen...
und alles was wir brauchen ist ein bisschen Hoffnung? Guter Wille, Positives Denken und langer Atem – dann wird das schon wieder? Wir machen den Scherbenhaufen mit dem zu erwartenden Wachstum der nächsten Jahre wieder gut? Wirklich?
das es der korrupten Politeska an den Kragen geht.
Diese korrupten Politiker (eingebunden in global agierende Korruptionsnetzwerke) haben schon Billionen beiseite geschafft.
#politikerpest
http://www.youtube.com/watch?v=yU18pvC25uM
http://derstandard.at/130455363... n-den-Euro
da könnens noch was lernen.
... sondern der Wohlstand der Investoren. Weil die tragen ja das ganze Risiko und ohne solchen Leuten wäre unsere Gesellschaft quasi in einem Zustand der Barbarei. Leistungsträger und die unsichtbare Hand des Marktes garantieren uns (den anderen) die Möglichkeit zu Arbeiten und die Schulden die durch die andauernde Kapitalisierung aller Lebensbereiche entstanden sind abzuzahlen (oder wenigstens die Zinslast).
Gürtel enger schnallen. Ein Kilo können wir schon noch draufpacken. Und einer geht noch.
Selbst wirtschaftsliberale wie Frey schaffen es nicht mehr ihr gesamtgesellschaftliches Lügengerüst zurechtzureden. Es gibt keine Alternative mehr. Für ein stabiles Wachstum und ein Triple-A Rating müssen wir leider noch mal was bei Bildung und Sozialem abzwicken.
Es gibt eine Alternative. Nämlich einfach aus dem kapitalistischen Hamsterrade auszusteigen und anzufangen eine Gesellschaft zu Gestalten in welcher, der Mensch wieder im Mittelpunkt allter Überlegungen steht.
Für das schöne Leben. Für den Kommunismus.
Zumindeste für Deutsche und Österreicher nicht, die im Tausch für ihre harten Währungen eine Melange aus DM, Lire, Peso, Franc, Schilling und Drachmen bekommen haben. Das diese Mischung aus stahlhart und butterweich nicht wieder stahlhart ergibt, war eigentlich absehbar.
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