Kurkonzerte

Bedrohte Konzerttradition

Stefan Ender , 3. Juni 2011, 19:15

Sparzwänge beim Orchester der Bühne Baden

Baden bei Wien - Geht ein wichtiges Element der Kur- und Kulturtradition in Baden baden? Der Gemeinderat hat in einer geheimen Sitzung die Reduzierung der Kurkonzerte von 140 auf 70 bis 2013 beschlossen. Grund: Sparzwänge der Tourismusabteilung der Stadt, so der Leiter der Abteilung, Klaus Lorenz. Für das Orchester der Bühne Baden, welches diese Konzerte bestreitet, hätte dies schwere Folgen: Da die Bühne Baden auf den erheblichen Einnahmenentgang reagieren muss, wird überlegt, alle Musiker zu kündigen und ihnen nur noch Zehn-Monats-Verträge anzubieten.

Zwei Monate Arbeitslosigkeit pro Jahr wäre die Folge, in 30 Arbeitsjahren würden den Mitgliedern fünf Pensionsjahre verlorengehen. Dies sei aber nur das "Worst-Case-Szenario" , meint die Geschäftsführerin der Bühne Baden, Martina Malzer. Es werden nun Gespräche mit dem Orchester gesucht sowie Wege, neue Einkommensquellen aufzutun. Es werden eine Erhöhung der Zahl der Orchesterkonzerte im Stadttheater ins Auge gefasst, wie auch Gastspiele.

Im Zuge der Ausgliederung des Badener Stadttheaters 2009 in die NÖKU ist die Mitarbeiterzahl im Bereich Verwaltung und Direktion deutlich erhöht worden, die des Orchesters nicht. Die Bühne Baden erhält vom Land Niederösterreich Subventionen in der Höhe von rund 4,5 Millionen Euro. Die Tradition der Kurkonzerte reicht in Baden mehr als zwei Jahrhunderte zurück, dirgiert haben u. a. auch Johann Strauß Vater, Richard Strauss oder Pietro Mascagni.

Es bleibt zu hoffen, dass diese altehrwürdige Tradition nicht jetzt peu à peu verwässert wird. Fans und Besorgte können jedenfalls im Netz auch eine Petition zur Unterstützung des Orchesters unterzeichnen. (Stefan Ender, DER STANDARD - Printausgabe, 4./5. Juni 2011)

Corno Primo
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Ich ersuche um gleichartige Verträge für die Direktions- bzw. Verwaltungsangestellten!

alles blabla
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Kulturpolitisch läuft leider einiges schief in Baden. Statt auf Nachhaltigkeit und Förderung der kulturellen Szene vor Ort zu setzten wird halt viel lieber auf kurzlebige Prestigeprojekte gesetzt.

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