Ein Schritt in Richtung Barcelona

3. Juni 2011, 17:57

55 Millionen stellt der Bund bis 2014 für die Kinderbetreuung zur Verfügung, damit will man sich dem Barcelona-Ziel der EU annähern - Wie das Geld unter den Ländern verteilt werden soll, ist aber noch unklar

Wien - "Mission erfüllt" , findet Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Bei ihrer Klausur am Semmering Anfang der Woche einigten sich die Regierungsparteien darauf, die Anstoßfinanzierung für den Ausbau der Kinderbetreuung fortzusetzen, sprich: Die Länder bekommen von 2012 bis 2014 je 15 Millionen Euro, wenn sie die Summe verdoppeln, Kinderbetreuung ist schließlich Ländersache. Noch im Herbst des aktuellen Jahres will der Bund zusätzlich zehn Millionen ausschütten, macht also insgesamt 55 Millionen Euro, die in erster Linie für die Betreuung der Null- bis Dreijährigen verwendet werden sollen.

Heinisch-Hosek hatte vor wenigen Wochen im Standard-Interview gefordert, die Anstoßfinanzierung, die es von 2007 bis 2010 bereits gab, fortzusetzen. Finanzieren solle man dies - so ihr Vorschlag - aus nicht abgeholten Steuererleichterungen für Familien; 200 Millionen liegen derzeit in diesem Topf.

Offen ist nun, wie das Geld unter den Ländern verteilt wird. Bisher basierte der entsprechende Schlüssel auf der Zahl der Null- bis Sechsjährigen pro Bundesland, und geht es nach Heinisch-Hosek, dann solle dies beibehalten werden: "Wir haben keine Zeit für lange Verhandlungen." Grundsätzlich obliege dies freilich Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

In dessen Büro will man die Verhandlungen ebenfalls so rasch wie möglich abschließen und die entsprechenden 15a-Vereinbarungen unterschreiben. Der Verteilungsschlüssel sei aber keinesfalls ausgemachte Sache. Im Übrigen gehe man davon aus, dass auf SPÖ-Seite Sozialminister Rudolf Hundstorfer künftig der großkoalitionäre Spiegel des Familienministers sein werde; stimmt nicht ganz, heißt es dazu aus der SPÖ: Hundstorfer und Heinisch-Hosek sollen sich gemeinsam um die Familienagenden kümmern.

24 Prozent bis 2014

Hintergrund für die Familienoffensive der Regierung ist das bisher nicht erreichte Barcelona-Ziel der EU. Für 33 Prozent der Kinder zwischen null und drei Jahren sollen Betreuungsplätze angeboten werden, ist darin festgehalten. Österreich hinkt mit 16 Prozent derzeit weit hinterher. Mit der nun vereinbarten Anstoßfinanzierung könne man bis 2014 24 Prozent erreichen, bis 2017 dann die von der EU geforderten 33 Prozent, hat man im Frauenressort errechnet. Bei der Betreuungsquote der Drei- bis Sechsjährigen liegt das Ziel bei 90 Prozent.

Gut 5000 Plätze wurden dank des zusätzlichen Bundesgeldes seit 2007 pro Jahr geschaffen, dazu gut 2000 Jobs, denn die Anstoßfinanzierung wird teilweise auch für die Ausbildung von zusätzlichen Kindergarten-Pädagogen, -Assistenten oder Tagesmüttern eingesetzt, die in einigen Bundesländern Mangelware sind.

Wien war bisher mit mehr als drei Millionen Euro der größte Nutznießer. Das Geld ist auch daran gekoppelt, ob die Länder Ganz- oder Halbtagesplätze schaffen.(Andrea Heigl, DER STANDARD; Printausgabe, 4./5.6.2011)

Carla Sociale
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Die Entfenung Barcelona-Österreich bleibt unverändert.

Wenn ich Barcelona besichtigen will, reicht ein verlängertes Wochenende, dann bin ich froh wieder weg zu kommen.
Wie bescheuert sind unsere Politiker, wenn sie versuchen, irgendwelchen dubiosen Zielvorgaben aus Barcelona oder sonstwo nachzuhecheln, statt anzustreben, was für die eigene Bevölkerung sinnvoll und wünschenswert ist.
Auch Kleinst-, Klein- und Schulkinder zählen zu dieser Bevölkerung und die wünschen sich Familie und nicht Käfighaltung.

Bildung Zukunft
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Warum müssen wir zusätzlich Kindergartenpädagoginnen ausbilden?Warum kann bei uns jede/r mit Kindern arbeiten-warum gibt es bei Lehrberufen nicht wie bei einem Medizinstudiumeinjährige Eingangsphasen in denen selektiert wird nd nur die Besten überbleiben- Tatsache ist, daß es genug PädagogInnen in Österreich gibt- -nur ergreifen sie den Job nicht, sondern gehen auf die Uni, studieren weiter, damit sie eines Tages einen Job haben, von dem sie auch leben können.Vielleicht sollten die zuständigen PolitikerInnen überlegen warum Kindergartenpädagoginnen nicht in den Job gehen-anstatt neue"Schnellsiederausbildungen zu machen sollte effektiv daran gearbeitet werden, bereits ausgebildete Pädagoginnen zu einem Upgrade zu verpflichten-eine universitär

absurdistanerin
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die schnellsiederausbildungen sind solche gar nicht. die angehenden kolleginnen absolvieren die ausbildung zwar in kurzer zeit, aber genau deshalb ist diese sehr arbeitsintensiv mit gutem praxisbezug. auswählen kann man leider nicht, da leider noch immer ein personalmangel herrscht.
ich gebe ihnen aber recht: nur wenn das berufsbild attraktiver gestaltet wird, können wir auch wieder mit mehr kolleginnen rechnen! und genau das stört mich an der barcelona geschichte auch - es geht um quantität, so und so viele plätze werden zur verfügung gestellt, aber inwiefern pädagogisch qualitative arbeit geleistet werden kann (nicht aufgrund der ausbildung, sondern der miserablen bedingungen), interessiert keinen

La Balance
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Ist ja ganz grandios, dass wir einen weiter in Richtung Barcelona sind!! Abgesehen davon, redet keine Partei davon, dass der Betreuungsschlüssel in Österreich katastrophal ist und in keinem EU Land so viele Kleinkinder in einem Raum zusammengepfercht werden. Die Ausbildung neben Malta am untersten Niveau ist. Ob des Kindergartenpädagoginnen Mangel, Betreuerinnen (Frauen ohne päd. Ausbildung) Gruppen von bis zu 25 Kinder leiten. Aber Hauptsache es werden noch mehr Betreuungsplätze geschaffen, ohne dass personale Ressourcen gegeben sind. Es leben die Politiker die sich beweihräuchern und sich gegenseitig die Schultern klopfen können!

Alwis
 
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Wem nützt das?

Den Kindern?
Wohl kaum, denn Kinder unter 3 Jahren fühlen sich bei der Mama wohl, bei fremden Leuten unwohl.

Den Frauen?
Einem Teil wohl schon, einem Teil nicht, denn viele Mütter wollen sich selber um ihr Kleinkind kümmern.

Der Wirtschaft?
Ja, ihr wohl am meisten. Denn die Kinderbetreuung zahlt die öffentliche Hand, den Nutzen der weiblichen Arbeitskräfte hat die Wirtschaft.

Siehe auch hier:
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Seltsame Allianz gegen Kinder: SPÖ-Grüne-Industrie
http://www.wolfmayr.org/familie/v... ?f=1&t=103

Kinder brauchen Mütter – eine Buchvorstellung
http://schreibfreiheit.eu/2011/04/1... rstellung/

Politik treibt Frauen in Burnout und Depression
http://schreibfreiheit.eu/2011/03/1... reibt-frau

absurdistanerin
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die erfahrung zeigt:
1.auch unter 3jährige können sich in fremdbetreuung wohlfühlen, wenn entsprechende rahmenbedingungen herrschen
2.vielen müttern fehlt leider der hausverstand und das bauchgefühl dafür, was ihr kind wirklich braucht - nämlich grenzen! die folgen davon bekommen wir im kindergarten bitter zu spüren, wenn man 25 prinze(ssinne)n in einer gruppe hat, von denen jeder zum egomanen erzogen worden ist und sich plötzlich im sozialen gefüge zurechtfinden soll - wir können keine wunder bewirken. interessant zu beobachten ist der unterschied zwischen kindern aus der krippe und kindern, die mit 3 jahren in den kindergarten eintreten
3. zielt leider die institutionelle betreuung immer mehr auf skandinavische vorbilder ab, die zwar kog

absurdistanerin
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... kognitive individuelle förderung und jene der selbstständigkeit sehr hoch werten, allerdings auf kosten der nestwärme (siehe krippenkinder) und sozialen erziehung - diese einschätzung wurde mir sehr wohl auch von bekannten schweden bestätigt!

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