Stellenausschreibungen

Worauf es bei Führungskräften häufig (nicht) ankommt

Gastkommentar | 6. Juni 2011, 17:11
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    foto: gerd altmann/www.pixelio.de

    Worauf kommt es beim Führen an?

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Soziologin Monika Spethling-Reichhart schreibt über Qualitäten und Kompetenzen

Fundiertes Fachwissen, überdurchschnittliche Motivationsfähigkeit, perfektes Zeitmanagement, hervorragende Organisationskompetenz, große Belastbarkeit. Das sind Kriterien die bei Stellenausschreibungen für Führungskräfte häufig genannt werden. Diese nicht näher definierten Begriffe sind durchaus vielschichtig zu verstehen und passen perfekt in die kapitalistische Moderne, dessen Hauptziele marktökonomischer Natur sind. Hier stehen keine am Menschen orientierten Werte im Vordergrund sondern vorrangig wirtschaftliche Interessen.

Von natürlicher Autorität oder Authentizität ist hierbei selten die Rede. Warum eigentlich? Diese menschlichen Qualitäten sind im Geschäftsleben offensichtlich vernachlässigbar. Dabei tragen gerade diese stabilen, vertrauensfördernden Führungsqualitäten eines Vorgesetzten in einer Leitungsposition wesentlich zum Erfolg und zur Umsetzung von erwünschten Zielen bei. Auf Dauer wird es nur authentischen Persönlichkeiten gelingen, dass Mitarbeiter ein Gefühl der Wertschätzung und Zufriedenheit am Arbeitsplatz entwickeln können.

Mangelnde Leitungskompetenz

Führungskräfte, die sich dessen nicht bewusst sind und denen es kein Anliegen ist, ihre Mitarbeiter durch individuelle und authentische Rückmeldungen zu stärken, zeichnen sich durch mangelnde Leitungskompetenz aus. Ihre Führungsunfähigkeit zeigt sich in der restriktiven Ausübung von Macht und den damit verbundenen Befehlsanweisungen. Sie treffen ihre Entscheidungen im Alleingang, ohne das Wissen und die Erfahrungen der Mitarbeiter entsprechend zu berücksichtigen und zu nützen.

Unterschätze Kompetenzen

Die Notwendigkeit sich in andere Menschen einfühlen zu können wird häufig unterschätzt. Diese soziale Kompetenz zeigt sich gleichermaßen in der Fähigkeit des aktiven Zuhörens sowie in der gebührenden Wertschätzung bezüglich des geleisteten Arbeitseinsatzes. Wird dieser Kommunikationsstil gepflegt, können Missverständnisse rechtzeitig entdeckt und besprochen werden. Wer für (s)ein Unternehmen Effizienz und Erfolg anstrebt, sollte wissen, dass Menschen, die für eine erfüllende Aufgabe tätig sind, produktiver sind, als solche die unter großem Druck und krankmachendem Stress ihre Leistung erbringen müssen.

Führungskräfte, welche mit den Ressourcen ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen achtsam umgehen, können deren kreative Potentiale stärken. Sie fördern und schätzen ihre individuellen Fähigkeiten, indem sie ihnen Vertrauen entgegen bringen. Sie wissen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich mit einer Aufgabe identifizieren können, machen diese gerne und finden in derselben auch Erfüllung. Sie brauchen aus diesem Grund auch keine Mechanismen der Überwachung, Einschüchterung und Kontrolle anzuwenden. (Gast-Kommentar, Monika Spethling-Reichhart, derStandard.at, 6.6.2011)

Autorin

Monika Spethling-Reichhart ist Soziologin und Praxisberaterin und Hochschullehrerin an der KPH Edith Stein

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Posting 1 bis 25 von 38
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martin star
01
22.6.2011, 06:46

unglaublich, wie schlecht es um die arbeitsplatzsituation bestellt sein muss, wenn man den beiträgen hier glauben schenkt.
ich hab`die erfahrung gemacht, dass, wenn man eine qualifikation hat,deren nachfrage am markt nicht gestillt werden kann,wird man in einer firma auch besser behandelt, bekommt besser bezahlt, etc..
Allerdings muss man halt schon glück haben, und genau mit einer mangelqualifikation am markt sein.
dass es leuten aus der marketinkg oder medien/kultur branche am arbeitsmarkt und im büro ned so gut geht, ist kein wunder, da ist der druck ungemein groß,es kommen immer leute nach, die die arbeit für noch weniger machen und sich noch mehr bieten lassen.

Taps1
00
18.6.2011, 17:45
Angebot und Nachfrage

Es beschweren sich immer unendlich viele über den dummen Chef oder den blöden Vorgesetzten. Ich habe allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass sich selten die anbieten die es besser wissen. Es mag ja sein, dass es viele gibt die es besser könnten. Wenn diese sich aber nicht anbieten muss es wohl jemand werden der es nicht so gut kann aber bereit ist es zu tun. Nur wenige werden auf Knien angefleht doch bitte die Beförung anzunehmen. Man muss sich halt auch bemerkbar machen. Wenn ich der superdatenindenpcklopfer bin und nicht erkennbar mache, dass ich etwas anderes machen will, wird der Chef denken der ist genau dort wo er ist super, den brauch ich genau da.

Carlos Clementin
00
21.6.2011, 09:05

Und wenn Sie erkennbar machen, dass Sie was anderens besser können, dann holt sich der Chef einen neuen Klopf-Dodl vom Amte und Sie ürfen sich mit noch stumfsinnigeren Sachen, wie Arbeitsamt durchschlagen, weil das was Sie super könenn derzeit leider keiner Braucht, da all die wenigen Spezialisten alle Stellen besetzen...

tignosa
011
da gab's mal so ein nettes Gleichnis: als der Körper erschaffen wurde, stritten die Körperteile darum, wer der Chef sein solle:

Die Augen meinten: "Wir sind das Fenster zur Welt, wir sollten die Chefs sein". Darauf die Beine: "Nein, wir, denn wir tragen den Körper überall hin" Das Gehirn: "Ich bin die Schaltzentrale, ich soll der Chef sein!" Schließlich meldete sich das A- loch... und alle Körperteile lachten es aus: "Was, du...?" Das A-loch dachte insgeheim "na wartet..." und weigerte sich zu funktionieren. Die Folgen waren alsbald sichtbar: die Beine wurden wackelig, die Augen trüb, und auch dem Gehirn fiel das denken bald schwer. Schließlich flehten die Körperteile: "du darfst unser Chef sein, aber bitte funktioniere wieder"
Fazit: um Chef zu sein, muss man nicht besonders intelligent sein, nur ein A- loch, das reicht völlig aus...

Saskia Fabian
 
06
nicht unerwähnt sollte bleiben, dass eine narzistische persönlichkeitsstörung fast schon implizit ist für eine bewerbung als führungskraft...

Carlos Clementin
00
21.6.2011, 09:06

obwohl ich der Beste bin, hat das noch nicht geklappt...

tignosa
01
stimmt

gepaart mit ausgesprochener Ignoranz. Warum sollte man sich als Chef denn schon für die Arbeit der "Untergebenen" interessieren oder nachvollziehen, was diese seltsamen Wesen tun, wenn die Kasse nur stimmt?

was auch gaaanz wichtig ist, ist mangelnde Stressresistenz...

frank rosner
53
wie ich sehe

posten wir hir alle als "älter" dienstnehmer, kann die vorpostings zur befürworten. die kriecher und lecker sind in der führungsebene, der praktiker und erfahrene, und dadurch ältere dienstnehmer ist der, der entsorgt gehört, dieser verweigere, besserwisser,vielurlaub-habender,gutverdienende - und zu guter letzt komt der wu-magister, der um meine kohle tudieren durfte und befindert, ja die alten - die kostenfaktoren gehören soweiso weg,
grad is mir weider übel, ich hol mir jetz nen kübel

Don't follow me
53

Neidig zu sein auf jemanden der studiert hat, aber selbst den Hintern dazu nicht hochgebracht, hm? Hauptsache herummeckern und jammern.

Milchleber
00

was hat diese Realitätsbeschreibung mit Neid zu tun?

Jar Jar Binks
10
tatsächlich,

niemand folgt ihnen. da sollte zu denken geben

her wig
03
Die genannten Kriterien

sollte man insbesondere als Selektionskriterien bei der Wahl des eigenen Chefs anwenden!

Post(er)
00

Als Führungskraft sollte man sich artikulieren können. Viele können nicht einmal das. Nocht etwas wird oft übersehen: Das mittlere Management dient auch dazu, jemanden los zu werden. Wird ein guter Mitarbeiter zu alt und ist immer noch da, dann steigt er auf und befindet sich in unruhigem Fahrwasser höchster Unlogik, was die Trennung von der Firma (endlich) näher rücken lässt. Nicht alle "Führungskräfte" sollen welche bleiben.

Management Quatscher
01

Braucht die Grüß-Auguste, die den lieben langen Arbeitstag mit ihren verzweifelten Versuchen gut dazustehn, verbringen, irgendwer ?

Nein ? Na dann Abmarsch und auch das Geld für den Coach, der den Grüß-Augusten beibringen soll, wie sie gut dastehn, kann gespart werden.

Nachteil: Führungskräfte und Coaches gehen mangels Pöstchen einkommensmäßig über den Jordan. Aber halt ! Wo ist da der Nachteil ?

Grantscherben
03

Vielen Nieten im Nadelstreif und schon so manches Milchgesicht von der WU glauben halt sie werden nur eingestellt um Karriere zu machen. Die Arbeit selber sollen andere erledigen. Hauptsache die Boni fallen großzügig aus und man steigt die Karriereleiter hinauf. Dann kommt wie ein neuer Vordrängler auf den Posten und das Spiel beginnt von vorne.

Management Quatscher
06

Wir machen alle Karriere !

Everyone´s a Führungskraft, babe, that´s the truth.

Arbeit ist echt was für unqualifizierte Looser.
Führung ist das wichtigste. Den Kleinkram soll wer anderer erledigen. Hat auch den Vorteil, dass die unqualifizierten Mitarbeiter, die die Visionen der Führungskräfte nicht verstanden haben, schuld sind, wenns ins Hoserl geht.

darfichauchwassagen
00
Loser nicht looser bitte!!!!

Carlos Clementin
00
21.6.2011, 09:11
Was eine große Führungskraft war

haben wir mit bedauern in den Jahren rum um 1940 erleben dürfen, was dabei rauskam auch ...
Und wie die Kriecher sich rumgescharrt, die Neider geschubst und die Dummis nachgelaufen sind auch.

tignosa
00
genau, danke!

everyone is a 1 - Mensch- Unternehmen!

Karl Gesellmann
00

LOOSER? Meinten Sie vielleicht Loser? ;)

kauf nix
04
Hire for Attitude - Train for Skill

hat sich ja leider bei uns noch nicht so ganz durchgesetzt. in den meisten fällen wird versucht das ganze umgekehrt zu betrachten und damit landen oft die falschen personen auf den falschen posten. peters principle in seiner besten ausprägung. und wen wollen diese fehlbesetzung dann wiederrum einstellen?? wahrscheinlich wieder solche fehlbesetzungen aus dem gleichem holz.....

Jacek Ruzyczka
17
Kommandieren, kontrollieren, schikanieren

Mehr muss eine 08/15-Führungskraft nicht können! Und wenn seine Leute mit so einem Chef nicht klarkommen: Kein Problem! Man sucht sich eben neue Mitarbeiter.

petem
026
gerade in großen Unternehmen

kann ich diesen Eindruck nur unterstreichen. Hohe Fluktuation in der Führungsebene diverser Departments, Freunderlwirtschaft, Ausquetschen der Mitarbeiter, Wichtig ist nur die eigene Erfüllung und Prahlerei zwischen anderen Gleichgestellten.. wohingegen die Linie und der Leitsatz des Unternehmens völlig ignoriert werden. Kein Wunder dass aufstrebende bzw. gut laufende Departments nach häufigen Führungswechseln entweder verkauft oder ganz verabschiedet werden.. nur glauben wills keiner, denn schuld sind natürlich die unwilligen Mitarbeiter darunter.

grauekatze
01
wort für wort wahrheit

genauso ists leider.

BK W. Shoyssel
017

Egal ob Privatwirtschaft oder Ämter. In großen Unternehmen, die nicht Pleite gehen können/dürfen werden zwar wunderschöne Leitbilder und Logos gebastelt und Unternehmenskultur gepredigt.
Es sind aber des Kaisers neue Kleider, denn die Wirklichkeit ist erbärmlich.

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