Das Künstlerkollektiv AO& ist zu Gast beim Outset Contemporary Art Fund in London
Anderswo soll es ja vorkommen, dass Küchenarbeiter als Künstler gefeiert werden. Das Werk des Documenta-Teilnehmers Ferran Adrià etwa wird längst nicht mehr nur am Gaumen rezipiert. Aber bei uns? Nein. Ein Koch, der denken kann, der mehr will, als das Gulasch schön mollig hinzubekommen - der würde schnell Gefahr laufen, seine Kundschaft zu überfordern.
Umso erfreulicher ist die Karriere, die das Künstlerkollektiv AO& rund um Philipp Furtenbach macht - im Ausland, wohlgemerkt. Als Köche, die ihre Zutaten ausschließlich selbst sammeln oder erlegen - oder sie aus persönlich bekannter Quelle beziehen -, begannen sie einst im Alimentary der Wiener St.-Charles-Apotheke. Seit ein paar Jahren ist dieser Ansatz einer dezidiert künstlerischen Herangehensweise gewichen - und das wird zwischen New York und London mit erheblichem Interesse verfolgt.
Jetzt sind die AO&s als Gäste des hoch renommierten Outset Contemporary Art Fund in London zugange. Derzeit streunen sie noch die Felder und Hecken des Königreichs entlang, um zu sammeln und zu suchen, was ein paar Tage später für Kunstsammler aufgetischt wird. Das ist einmal eine andere kulinarische Botschaft aus Österreich - immer nur Sachertorte wird schließlich irgendwann fad. (Severin Corti, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.6.2011)
AO& London Residency: 25., 26., 28. Juni, 1. und 2. Juli ab 19.15
Uhr, Lincoln House, 33-34 Hoxton Square, London N1 6NN, www.aound.net