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Sowohl Migräne als auch Spannungskopfschmerzen werden von den Betroffenen sehr oft selbst behandelt, die wenigsten suchen bei einer Attacke den Arzt auf, weiß Mediziner Gunther Haag
STANDARD: Kopfweh ist ein Volksleiden. Welche unterschiedlichen Arten unterscheidet die Medizin?
Haag: Migräne und Spannungskopfschmerz. Über Migräne wissen wir viel besser Bescheid. Es ist eine Reizverarbeitungsstörung, für die es eine genetische Veranlagung gibt. Betroffene reagieren auf Reizveränderung unterschiedlicher Art. Das Nachlassen von Stress ist der häufigste Auslöser, bei Frauen sind es auch oft hormonelle Veränderungen.
STANDARD: Wie unterscheiden sie sich?
Haag: Migräne tritt mit und ohne Aura auf, also mit oder ohne neurologische Ausfallserscheinungen. Sie ist meist halbseitig, die Schmerzen sind stark, pochend oder pulsierend - als Begleiterscheinungen können Übelkeit, Erbrechen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit auftreten. Aktivität verstärkt die Schmerzen. Spannungskopfschmerz hingegen ist beidseitig, dumpf drückend, sitzt wie eine Haube auf dem Kopf und setzt nicht ganz so außer Gefecht. Vor allem: Die Behandlung ist unterschiedlich.
STANDARD: Inwiefern?
Haag: Migräne wird zum Beispiel mit Triptanen, spezifischen Migränemedikamenten, behandelt. Wenn es um nichtmedikamentöse Maßnahmen geht, lindert ein kalter Waschlappen die Schmerzen. Bei Spannungskopfschmerzen hilft eher eine Wärmeflasche. Sowohl Migräne als auch Spannungskopfschmerzen werden von den Betroffenen sehr oft selbst behandelt, die wenigsten suchen bei einer Attacke den Arzt auf. Es gibt eine breite Palette nicht verschreibungspflichtiger Medikamente. Die deutsche, österreichische und schweizerische Kopfschmerzgesellschaften wollten eine Grundlage schaffen, auf deren Basis Ärzte und Apotheker Empfehlungen abgeben können. Dafür haben wir Studien zu insgesamt 20 Wirkstoffen überprüft, die Ergebnisse zusammengefasst und ausgewertet.
STANDARD: Mit welchem Ergebnis?
Haag: Überraschend für die Kommission war, dass eine Dreierkombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein (wie zum Beispiel in Thomapyrin, Anm.) sehr gute Wirkung zeigte - sowohl bei Migräne als auch bei Spannungskopfschmerz. Aber auch Acetylsalicylsäure (Aspirin, Anm.), Diclofenac (Voltaren, Anm.) und Ibuprofen allein schnitten gut ab.
STANDARD: Gab es bei der Dreierkombination früher nicht auch Nebenwirkungen?
Haag: Die Dreierkombination hatte lange einen schlechten Ruf. Zu Unrecht, wie wir heute wissen. Es hieß, dass das darin enthaltene Koffein zu einer Abhängigkeit führen kann. Das konnte widerlegt werden. Die Nierenproblematik war mit dem Wirkstoff Phenacetin verknüpft, doch das ist seit 20 Jahren vom Markt. Kombinationen sind in der Medizin derzeit ein Trend, weil sie unterschiedliche Wirkansätze verbinden, gerade bei Kopfschmerzen ist das sehr effektiv.
STANDARD: Was halten Sie von individuellem Medikamenten-Mix?
Haag: Wir wollten eine Grundlage für Empfehlungen schaffen, die wissenschaftlich überprüft ist. Wir empfehlen insgesamt acht verschiedene Substanzen. Alles andere ist nicht überprüft.
STANDARD: Können nicht auch die Medikamente selbst eine Art Abhängigkeit auslösen?
Haag: Ja, aber es gibt zur Vermeidung von Abhängigkeit Regeln. Kopfschmerzpatienten dürfen höchstens an zehn Tagen pro Monat Medikamente einnehmen, um nicht in die Gefahr zu kommen, einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch zu entwickeln. Das ist eine große Gefahr, vor allem bei Triptanen oder Monoanalgetika (zum Beispiel ASS) auftritt.
STANDARD: Welche anderen Gefahren gibt es bei Selbstmedikation?
Haag: Es gibt klare Kontraindikationen. Wenn nach der Einnahme eines Medikaments Lähmungen, Übelkeit oder Gedächtnisstörungen auftreten, sollte man zum Arzt. Auch bei Fieber ist Selbstmedikation nicht empfehlenswert. Und es gibt Nebenwirkungen, zum Beispiel bei Acetylsalicylsäure oder Diclofenac. Sie können den Magen angreifen - deshalb ist ein Magenschutz bei entsprechenden Problemen zu empfehlen. Die Verträglichkeit der Dreierkombination ist tendenziell besser, weil die Dosis der einzelnen Komponenten niedriger ist.
STANDARD: Gibt es Prophylaxe?
Haag: Betablocker bei Migräne sind erste Wahl, auch Topiramat. Für den Laien überraschend bei Spannungskopfschmerz: Ein klassisches Antidepressivum wie Amitriptylin kann helfen.
STANDARD:Welche nichtmedikamentösen Ratschläge gibt es?
Haag: Entspannungstechniken lernen, Ausdauersport und Stressreduktion.
(Karin Pollak, DER STANDARD, Printausgabe, 06.06.2011)
GUNTHER HAAG ist Chefarzt der Michael-Balint-Klinik, Fachklinik für Psychosomatik und Ganzheitsmedizin in Königsfeld, und ist Mitglied der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.
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Kann man nicht erinnern ob es im Arzneimitteltelegramm oder deutschem Ärzteblatt war, aber dort haben die sich vor 1-2 Jahren grad über Thomapyrin (ASS+Paracetamol) als nicht-sinnvolles Medikament ausgelassen.
Dass es nur mit Phenacetin eine Nierenproblematik gibt will ich mal bezweifeln, auch wenn ich mir wegen einem Ibu bei jungen Migräne-Leuten noch keine Sorgen machen würde..
Seit meiner Pubertät kenne ich die quälenden Migränekopfschmerzen zwei bis drei mal im Monat für zwei bis drei Tage. Nur während der Schwangerschaften blieb ich völlig verschont, was den hormonellen Zusammenhang deutlich zeigte. So ab 40 Jahren bekam ich etwa einen Tag vor der Regel meine Migräne, nicht einmal Triptane halfen verlässlich, etwa 12 Stunden nach der Einnahme war der Schmerz wieder da und oft litt ich tagelang. Doch nun das Überraschende. Ich begann in der Zyklusmitte bis zum Ende der Blutung, ein Mönchspfefferpräparat (Agnucaston) zu nehmen. Nach mehreren Monaten wurden die Anfälle leichter, seit etwa einem Jahr habe ich einen fast migränefreien Zyklus. Oft merke ich nur einen leichten dumpfen Schmerz, der mit einer Schmerztabl
Medikamente sind Symptombekämpfung - keine Heilung.
Kopfschmerzen sind Ausdruck von Stress (auch "Altstress" aus der Kindheit), was sich oft in Verspannungen der Wirbelsäule ausdrückt. Auslöser können aber auch z.B. Unfälle sein, auch lang zurückliegende.
Mir hat die Methode Atlasprofilax geholfen, ganz frei von Kopfschmerzen zu sein. Und das seit 4 Jahren, so lange liegt diese Behandlung (Massage) zurück. Keine Medikamente seither. (Ausnahme: Erkältungskopfschmerz.)
Einfach googeln danach. (Ich habe selbst nichts damit zu tun - falls das jemand vermuten will.)
Des weiteren: Entspannungsübungen - gut sind Yoga und Qi-Gong, da sie mit körperlichen Bewegungen verbunden sind. Regelmässig üben.
Gerade im Bereich der asiatischen Entspannungsübungen/Kampfkünste kann man da ja aus dem Vollen schöpfen. Das dabei die Muskeln mobilisiert werden, welche sich über die schmerzenden Wirbelsäulengelenke legen ist ebenfalls klar.
Woher Kopfschmerzen kommen wiederum ist oft nicht erruierbar. Sie auf den Ausdruck von Stress zu reduzieren finde ich ein bisschen lau. Wetterfühligkeit, kleinere Entzündugsherde und andere "physikalische" Ursachen sind hierbei primär zu beachten.
Allerdings: Wirbelsäulenschmerzen (Lumbalgie) kommt insbesondere bei Volksschülern häufiger durch Schulstress als durch Schultasche vor.
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