Bootsflüchtlinge

Proteste: Australien will Kinder ohne Eltern nach Malaysia abschieben

3. Juni 2011, 10:47
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    foto: mark baker, ap/dapd

    Der australische Einwanderungsminister Chris Bowen will bewusst auch Kinder nach Malaysia abschieben, damit Menschenschmuggler sich nicht darauf spezialisieren, Minderjährige nach Australien zu bringen. Im Bild Kinder in einem Anhaltelager am Rande von Kuala Lumpur.

Einwanderungsminister verweist auf Menschenschmuggler, die Situation der Kinder ausnutzen könnten

Sydney - Mehr als 6.000 Bootsflüchtlinge kommen jedes Jahr in Australien an. Nach einer umstrittenen Regierungsvereinbarung sollen jetzt Hunderte nach Malaysia abgeschoben werden. Dass Australien auch Kinder ohne Eltern auf diese Reise schicken will, hat am Freitag einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

"Wir sind schockiert", sagte der Chef des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF in Australien, Norman Gillespie, am Freitag in einem Radiointerview. "Diese Kinder sind traumatisiert. (...) Sie wieder auf ein Boot zu packen und in ein fremdes Land zu bringen (...), das ist extrem hartherzig und ohne jedes Mitgefühl."

Bewusste Abschiebung

Einwanderungsminister Chris Bowen will bewusst auch Kinder abschieben, damit Menschenschmuggler sich nicht darauf spezialisieren, Minderjährige nach Australien zu bringen. "Wenn wir generelle Ausnahmen von der allgemeinen Regel (der Abschiebung nach Malaysia) machen, werden die Menschenschmuggler das ausnutzen und Kinder auf alte Boote lotsen und ihr Leben aufs Spiel setzen. Das will ich nicht zulassen", sagte er dem Sender NewsRadio.

Im Dezember war ein Boot mit Asylsuchenden vor der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel gekentert. Mindestens 30 Menschen kamen ums Leben, darunter zahlreiche Kinder.

Vereinbarung mit Malaysia

Australien hat mit Malaysia eine Vereinbarung getroffen, wonach Malaysia 800 in Australien illegal eingereiste Menschen aufnimmt. Ihr Asylgesuch soll dort geprüft werden. Australien will im Gegenzug 4.000 in Malaysia anerkannte Flüchtlinge aufnehmen und ansiedeln.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht das ganze Abkommen kritisch. Malaysia habe weder die UNO-Konvention gegen Folter noch die UNO-Flüchtlingskonvention unterzeichnet. Frauen und Mädchen seien besonders gefährdet.

Umstrittenes Lager geschlossen

Australien hatte den Inselstaat Nauru und Papua-Neuguinea dafür bezahlt, Asylsuchende zu beherbergen, die in australischen Gewässern aufgegriffen wurden. 2003 war das umstrittene Flüchtlingslager Woomera in der Wüste 1.800 km westlich von Sydney geschlossen worden. Die Bedingungen in dem Internierungslager waren von den Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen heftig kritisiert worden.

Zeitweise waren mehr als 1.400 Flüchtlinge auf dem ehemaligen Raketentestgelände untergebracht. Mit Hungerstreiks und Selbstverstümmelungen hatten sie gegen die dortigen Internierungsbedingungen protestiert. Mehrere Flüchtlinge nähten sich aus Protest die Lippen zusammen. Ein Viertel der in Woomera Internierten kam aus Afghanistan.

Die frühere UNO-Flüchtlingshochkommissarin und irische Ex-Präsidentin Mary Robinson hatte mehrmals ihre tiefe Besorgnis über die Behandlung der Asylsuchenden in australischen Flüchtlingslagern ausgedrückt. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) hatte bei den australischen Behörden protestiert. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 44
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parapente
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Stell dir vor, die Australier!

Das kratzt uns natürlich schon sehr.

SterzinOz
70
Die Labor-Minderheitsregierung fürchtet sich vor der möglichen Gründung einer neuen rechtspopulistischen Partei

wie in den 1990ern "One Nation", die von der konservativen Howard-Regierung nur dadurch überflüssig gemacht werden konnte, dass die meisten si die meisten fremden- und aboriginesfeindlichen Punkte schlicht übernommen hat. Inzwischen Haupt-Oppositionspartei, haben die Liberals unter Tony Abbott nichts als Drei-Wort-Slogans wie "Stop the boats" zu bieten, und Labor hat menschenrechtswidrige Praktiken wie die Anti-Aborigine "Intervention" und die Lagerhaft aller ohne Visum ankommenden Flüchtlinge von der Vorgänger-Regierung kopiert. Die einzige Stimme der Menschlichkeit sind nun die Grünen. Man darf gespannt sein, was geschieht, wenn diese ab Juli das Zünglein an der Waage im Oberhaus des australischen Parlaments sein werden.

SterzinOz
00
"dass sie die meisten"

SterzinOz
00
Na immerhin ist die australische Regierung

a) lernfähig und b) willens und in der Lage, sich vom UNHCR über die Pflichten eines Signatarstaats der UN-Flüchtlingskonvention aufklären zu lassen. http://www.theage.com.au/national/... 1fmbs.html
Beides Tugenden, die die anonymen Rotstrichler hier im Forum anscheinend nicht teilen.

rough_rider
25
Solche Meldungen machen mich einfach traurig.

Worums in der Welt eigentlich wirklich geht, muss sowas wirklich sein? Hab ich noch immer nicht behirnt was der Sinn und Zwecke eigentlich ist - vielleicht Reproduktion? Ich glaub allerdings, dass "mehr" für viele MitbewohnerInnen der Sinn des Lebens geworden ist (oder wars schon immer so?).

How ever: ich versuch mit WENIGER auszukommen und im Kleinen solche menschlichen Schicksale nicht zuzulassen. Nicht weil ich so ein super guter Mensch bin, sondern weils mir andersrum missfallen würde.

Ulrike Reiter
00
Malaysia? Warum nicht San Remo oder Peru?

„… wonach Malaysia 800 in Australien illegal eingereiste Menschen aufnimmt. Ihr Asylgesuch soll dort geprüft werden.“

Es ist also noch nicht einmal klar, dass es sich um Bürger Malaysias handelt. Diese Menschen sollen demnach auf einem weiteren Verschiebebahnhof landen.

Malaysia verzeichnet eine Auswanderungsrate von 0,39 pro Tausend. Dagegen fährt Indonesien mit 1,15 und die Philippinen mit 1,29 auf. Wie wahrscheinlich ist es da, dass diese Leute in ihren Ursprungsländern landen?

Malaysia ist kein armes Land im Vergleich zu den Nachbarn Indonesien und den Philippinen. Das Einkommen beträgt etwa das Dreifache. Warum wählt Australien also die unwahrscheinlichste aller Varianten, um diese Illegalen „zurückzuführen“?

Die Ente Lippens
05
Wo sind deren Eltern? Wer schickt diese Kinder nach Australien?

yoshi7
20

leute die angst haben dass ihre kinder unter ihren augen verhungern, vergewaltigt oder verkauft werden?

ecologyst
47

die eltern kommen nach ein paar jahren im rahmen des familienzuzugs nach.

yoshi7
20

sie glauben ernsthaft daran? schön wärs für die kinder...aber die realität ist grauslicher.

ecologyst
04

und wie ist die realität?

schon bei den allein kommenden asylwerbern ist meine vermutung, dass nur die stärksten durchkommen.

deswegen haben wir auch so viele aggressive unter ihnen.

bei den kindern wird eines von den vielen ausgesucht, diesem die schleppung bezahlt in der hoffnung, dass der rest der familie nachfolgen kann oder es zumindest zu mehr bringt als die anderen kinder.

die schlepperkosten für die ganze familie sind nicht leistbar. vermutlich gibt es einen bonus für einen betreuenden erwachsenen begleiter, der seine schlepperkosten selbst zahlen kann.

Greta Garbo
75

wow...kinder abschieben traut sich nicht amal der berlusconi...unfassbar!!!

JosefGott
20

Und das auf einem Kontinent wo alle in der Regierung eigentlich zugereiste Kriminelle sind (Ehm. Strafgefangene).

Rosa Stahl
00

Beweise??

. Diogenes
1113
Man muss das schon verstehen.....

So ein kleines Land kann nicht ganz einfach jährlich
6000 Menschen aufnehmen. Australien wäre in
kürzester Zeit sowas von überbevölkert, dass sich die
Leute gegenseitig auf die Zehen steigen würden.

Christ in der Zeit
22
Genau, wie anno dazumal

Am 26. Januar 1788 trafen daher die ersten elf Schiffe der „First Fleet“ („Ersten Flotte“) mit Siedlern und Verurteilten unter der Führung von Arthur Phillip im Port Jackson ein. Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, zu Ehren des damaligen britischen Innenministers Lord Sydney. Bis 1868 wurden 160.000 Gefangene dorthin verbannt.

Lilith Boessse
 
23
solange das geschäft mit den leihmuttis blüht,

werden keine waisenkinder gebraucht!

Krier
53

Die unbegleiteten Flüchtlingskinder schauen eher so aus:
http://derstandard.at/130455313... g-Lamin-Js

JosefGott
10

Da verwechselt schon wieder Australia mit Austria.

Krier
23

Die Kinder ohne Eltern sind auch in Australien 20-jährige und 30-jährige, deren Alter nicht so genau bestimmt werden kann. Kleinkinder wie auf dem Bild oben sind da ganz sicher nicht dabei.

JosefGott
10

Es stimmt nur dass die meisten nicht so klein wie auf den Fotos sind. Üblicherweise sind sie zwischen 14 und 16. Ich glaube zu wissen wieso sie behaupten dass die 20-30 sind. Wie alt war sie denn wirklich? ;)

yoshi7
11

ab 18 ist man erwachsen und wenn es da um die abschiebung von kindern geht, dann sicher nicht um 20, 30 jährige.
aber träumen sie ruhig weiter aber nicht schrecken wenns in da realität aufwachen.

Evelyne R.
812
Es ist schon interessant,

dass alle Verbrechen gegen die Menschenrechte in Australien nie zu einem internationalen Gerichtshof gebracht wurden. Die Aboriginalkinder wurden ja wie die Tiere behandelt. Vielleicht ist es Zeit auch dieses Land einmal unter die Lupe zu nehmen und nicht ständig anzunehmen, dass ja die Australier so friedliche, offene Menschen sind. Das sind sie eben nicht.

JosefGott
11

Aber wehe man hat dort Simpsons-Pr0n, dann ist man ein Verbrecher, denn schließlich müssen gezeichnete Kinder geschützt werden, wenn man die echten schon derart missbraucht.

andreas weissnicht
25
Naja, so toll..

sind die Aborigines selbst zu ihren Kindern auch nicht.

"Üblicherweise im Alter von 10 bis 12 Jahren wurden heranwachsende Jungen einem ersten Initiationsritus unterzogen, der Wochen andauern konnte. Dabei wurden sie von ihren Müttern getrennt, durften nicht sprechen und nicht angesprochen werden. Vor allem in Zentralaustralien, also zum Beispiel bei Arrernte, Pitjantjatjara und Luritja ist in diesem Alter die Zirkumzision üblich." (ohne narkose, versteht sich) (quelle: wikipedia)

Und schauen sie mal unter http://de.wikipedia.org/wiki/Subinzision, was die Aborigines noch ihren Kindern antun - aber erschrecken Sie sich nicht.

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