Lichtnahrungs-Doku zum "herausragendsten Unfug des Jahres" gekürt

2. Juni 2011, 19:31
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    foto: gkd

Gesellschaft für Kritisches Denken (GKD) befand P. A. Straubingers Film für preiswürdigen Humbug

Wien - Zwischen Heilzauber, Astrologie, Granderwasser und Co. war die Auswahl groß und die Entscheidung schwer: Die "Skeptiker" suchten und fanden am Mittwoch Abend den "herausragendsten Unfug des Jahres 2010", den sie heuer erstmals im Rahmen einer dreitägigen Tagung der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) mit dem "Goldenen Brett vorm Kopf" auszeichneten: Aus drei Schluss-Anwärtern fiel die Wahl schließlich auf Peter-Arthur Straubinger für seinen Film "Am Anfang war das Licht". Die Preisverleihung fand am Donnerstag um 17:15 im Naturhistorischen Museum Wien statt.

Es gibt Menschen, die auf Essen und Trinken verzichten und sich nur von "feinstofflicher Energie" bzw. "Licht" ernähren - diese Behauptung vertritt P. A. Straubinger in seinem Kinofilm "Am Anfang war das Licht". In seiner Pseudodokumentation über das Nicht-Phänomen der "Lichtnahrung" rühre P. A. Straubinger aus Interviews mit wissenschaftlichen Außenseitern und heimischen Esoterikern einen unverdaulichen und gefährlichen Brei aus manipulativen Halbwahrheiten an, so die Begründung der Jury für ihre Entscheidung.

In der Pseudo-Doku werde von Telekinese über Biophotonen bis zur Quantenmystik kein esoterisches Klischee ausgelassen, um sein Publikum davon zu überzeugen, dass konsequent betriebene Lichtnahrung zu etwas anderem als zu einem vorzeitigen Ableben führen könne.

"Dankesrede"

"Mein Film sollte Menschen bewegen und zu Diskussionen anregen" sagte Straubinger in seiner "Dankesrede" und verwies darauf, dass seine Doku bei Kosten von 425.000 Euro 100.000 Zuseher gefunden hatte. Er habe niemanden dazu auffordern wollen, "nichts zu essen", sondern "das materialistische Weltbild zu hinterfragen".

"Science Buster" Werner Gruber zeigte sich in seiner "Laudatio" froh darüber, dass es "zum Glück bis dato durch den Film keine Todesopfer gibt" und betonte, jeder könne zwölf Tage ohne Nahrung auskommen. Besonders bedenklich und lebensgefährlich sei der geschilderte Verzicht auf Flüssigkeitsaufnahme bzw. deren Ausscheidung. Dreist sei darüber hinaus, die Quantenmechanik als Erklärung heranzuziehen. "Damit kann man so ziemlich alles argumentieren. Kaum jemand kennt sich damit aus", meinte der Physiker.

Schaumburg-Lippe und ein Klodeckel

P. A. Straubinger ist einer von  482 Nominierten, die von einer Vielzahl von Einreichern im Internet - darunter auch per Posting hier auf derStandard.at/Wissenschaft - nominiert wurden. Ausgewählt wurde er von einer Fachjury der Gesellschaft für Kritisches Denken (GKD). Auf der bereits am vergangenen Sonntag fixierten Shortlist für das "Goldene Brett" waren auch Claudia von Werlhof  für ihre Ausführungen über künstlich erzeugte Erdbeben und Vulkanausbrüche und Mario Max Prinz zu Schaumburg-Lippe, der via "AstroTV" ein "Reichtumselixier" vertreibt. Letzterer nahm in einer Videobotschaft zu seiner Nominierung Stellung. Seiner Eltern wiederum wohnten der Tagung bei und vergaben am Ende ihrerseits einen mit Seesternen verzierten "Klodeckel" an die Veranstalter. Begründung: "Auf diesem Brett sind alle Menschen gleich."

Die Kriterien waren: Wie abwegig sind die Behauptungen? Bereichert sich der Kandidat damit? Wie vehement hält man trotz Gegenbeweisen an der eigenen Theorie fest? Setzt man sich besonders für mediale Verbreitung ein? Gefährdet die Theorie/das Produkt sogar die Gesundheit?

Pseudowissenschaft und Scharlatanerie

Die GKD ist die Wiener Lokalgruppe der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), die wiederum in der internationalen "Skeptikerbewegung" vernetzt ist. Ihre Ziele sind die Aufklärung und Information über Pseudowissenschaft und Scharlatanerie, eine Festigung des skeptisch-naturwissenschaftlichen Weltbildes und die wissenschaftliche Überprüfung parawissenschaftlicher Behauptungen.

Zahlreiche Personen, Firmen und Vereine würden "herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Unbildung und der Gegenaufklärung, des pseudowissenschaftlichen Unfugs, der Verbreitung von modernem Aberglauben und des Marketings von Voodoo-Technik" erbringen, erklären die Organisatoren. Als Beispiele nennen die "Skeptiker" übernatürliche Kräfte, geheimnisvolle Fähigkeiten, mysteriöse Heilungszauber, UFO-Entführungen, Astrologie, verquere Verschwörungstheorien und wundertätige Wünschelruten - "keine esoterisch-skurrile Verrücktheit ist so unwissenschaftlich, dass sie nicht doch irgendwo jemand glauben würde". (red/APA)


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johnnyfavorites
00
13.6.2011, 15:47
wow

das ist sooo cool "reichtumselexier" das ist soo super. und das is keine comedy show oder? es ist soooo geil. unbedingt anschaun!:
http://www.youtube.com/watch?v=fR_iC1Ukg8g
dieses konzept ist so der hammer.. dass der das darf. ich meine: gezielt den dümmsten leuten ins geldtaschl greifen.. das ist schon dreist..

NotDarkYet
04
Hat hier keiner bemerkt,

dass dem Hungerkünstler (auf dem Foto oben) auf der rechten Seite der Nase ein Pommes Frites aus dem Bart herauslugt?

Lesko Powiatem
00

Ich habe eine Nahaufnahme gesehen und es ist eindeutig ein frittierter Zwiebelring.
Also immer vorsichtig sein, denn die Augen können trügen!

NotDarkYet
00
10.6.2011, 13:32

Sie haben Recht: Die Augen können trügen, da muss man schon sehr vorsichtigt sein.

Vielleicht können wir den Peter-Arthur (genannt Pi-Ey) bitten, dass er für uns herausfindet, was hier wirklich los ist.

Ich würde keinem anderen vertrauen, wenn es darum geht so ein diffizieles Problem kritisch und unvoreingenommen zu untersuchen.

e_Neutrino
 
00

Aber nicht doch, der Yogi trägt wohl aus Sicherheitsgründen all seine Ersparnisse in Form von Goldschmuck stets bei sich, so eben auch massive Goldnuggets als hochkarätigen Nasenring,... und wenn ich mich nicht ganz arg täusche sitzt er auch noch auf einem dieser sehr seltenen fliegenden Teppiche,...quasi kurz vor dem Abheben,...;-)

http://tinyurl.com/OOOOMMMM

peter schmidt
 
00
wie ist denn eigentlich das experiment ausgegangen ?

e_Neutrino
 
00
10.6.2011, 03:12
Selbstexperiment eines Naturwissenschafters,...

.
Fastenzeit: > 140 Tage mit Darmspülungen
http://www.lichtarbeiter-forum.de/prahlad-j... ml#pid7123

Erkenntnisse zu: Yogi Prahlad Jani
http://www.sristi.org/anilg/com... log_id=135

Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Prahlad_Jani

Ein offizieller Abschlussbericht des indischen Verteidigungsministeriums und der NASA fehlt jedoch weiterhin!

Indian Rationalist Association (IRA) (od. die indischen Skeptiker!,...;-))
http://www.rationalistinternational.net/article/2... 209_de.htm

das kleine Massnahmenpaket
22
Die Frage ist: was nützts?

Einen echten Esoteriker oder Ufologen wird das kaum vom Gegenteil überzeugen, der sieht darin höchstens einen weiteren Beweis der "Verschwörung". Bleibt ein allgemeines gegenseitiges Auf-die-Schulter-Klopfen für uns, weil wir so aufgeklärt sind dass wir wissen, was Unfug ist.
Der Mensch braucht immer einen anderen Dodl, über den er sich lustig machen kann - das ist auch eine Tatsache.

die wundersame emanation ihres verliebens
00
17.6.2011, 12:29

ich weiß nicht, ob sie mit sicherheit sagen können, es gibt keine ufos, bzw. alle derartigen phänomene seien aufgeklärt oder erklärbar.

Wenn sie das tun, sind sie für mich kein wissenschafter.

X 3 g
04

Es geht dabei auch nicht um die Hardcore Eso-Fraktion; Sektenmitglieder lassen sich nicht durch rationale Argumente beieinflussen.
Aber Straubingers Film wurde von einer breiten, unkritischen Massen von Menschen gesehen...diese galt es zu erreichen.

zebaz
74
"Die wichtige Wissenschaft"

vorweg: ich hab den film nicht gesehen - macht aber nichts.

ich habe das gefühl, dass sich die wissenschaft in ihrer kompetenz zu wichtig nimmt. weil, seien wir ehrlich: bei wirklich grundlegenden fragen müssen wir uns dann doch eingestehen, dass außer wilden spekulationen und hilflosen erklärungsversuchen wenig bleibt.
macht nix: dann sind wir halt noch nicht so weit. diese tatsache muss sich die wissenschaft aber auch eingestehen (und nur so zu tun als ob reicht nicht!). alles zu zerreißen (im unterschied zu kritisieren!) was vom MOMENTANEN stand der wissenschaftlichen erkenntnis nicht erklärt werden kann, hat mittelalterlichen charakter.

pox vobiscum
03

Da gibt es nichts zu erklären, weil es kein Phänomen der Lichtnahrung gibt.

NotDarkYet
03

Bevor die Wissenschaft angefangen hat Erklärungen zu liefern, war die (von der Religion gelieferte Erklärung), dass ein Regengott den Regen, ein Blitzgott die Blitze und ein Sonnengott den Lauf der Sonne verursacht.

Dank der Wissenschaft wissen wir, wie diese Dinge tatsächlich funktionieren - und dann kommen Leute wie Sie und behaupten, die Wissenschaft hätte nicht viel geleistet.
(Und da schwingt dann immer die Forderung mit, wir sollten wieder zurück zu den religiösen Erklärungen. Mit dem Herzen sehen und so. Zurück zu den Blitz- und Regengöttern also.)

Merke:
Alles was wir wissen (und natürlich wissen wir noch nicht alles) wissen wir durch Wissenschaft. Religion und Esoterik hat zum menschlichen Wissen nie etwas beigetragen.

deus_ex_machina
20
13.6.2011, 09:38
Alles, was wir wissen, wissen wir durch die Wissenschaft...

Können Sie mal naturwissenschaftlich erklären, was "wissen" bedeutet und wann wir etwas "wissen"?

Können physiko-chemische Prozesse, die in unserem Gehirn ablaufen, eigentlich wahr oder falsch sein?

Sie können natürlich sagen, das Wort "wahr" sei kein wissenschaftliches Wort. Aber das Wort "wissen" ist es ebenso wenig (und setzt "wahr" voraus).

Im Übrigen: Dass ich gerne Zwetschkenknödel esse, weiß ich auch ohne die Belehrung der Wissenschaft.

yotix
 
01
13.6.2011, 22:26

Die naturwissenschaftliche Methode ist im Kurzen: Eine Theorie benötigt nicht nur Experimente, die sie unterstützen, sondern schon bei der Veröffentlichung auch eine Möglichkeit zu ihrer Falsifizierung.

Als etwa Wissenschafter im 19.Jh. auf seltsame Erze stießen, die Fotoplatten selbst durch Papier beeinflussten, glaubten manche noch an den Äther als alles erfüllendes Medium; andere spekulierten, dass da vielleicht etwas im "unteilbaren" Atom geschehe...

... auch Relativitäts- und Quantentheorien sind Theorien, wir "wissen" nicht exakt was da passiert - aber wir benutzen beide in der Satellitentechnik: Die beiden sind bisher schlicht das beste Erklärungsmuster.

Gendo
02

Die Erklährungen klingen aber bei der anderen Seite immer Hilflos (also nicht nur zu den wichtigen Fragen).
Nur weil was schön klingt und man es gerne wahr haben möchte wird es dadurch nicht realität (ich glaube an Feen!).
Die NW hat viel erreicht. Dank dieser können sie hier schreiben und mussenm nicht fürchten das 4 von 5 ihrer Kinder den ersten Geburtag nicht erleben oder sie an einer kleinen Wunde qualvoll sterben.

Die Aussagen wie: "das Leben ist ein Blumentopf" sind nicht nur Hilflos sie haben die Menschen auch noch keinen Deut weiter gebracht!

Kowosch
 
01

Zu überprüfen, ob die Behauptung, der Mensch könne alles bisherige physiologische Wissen über den Haufen werfen und ohne Nahrung leben, ist aber eine eher simpel zu überprüfenden Frage. Es erforderte nur bestimmt Standards in der Überwachung (und der Versuchsdauer), die hier eben nicht eingehalten wurden.

"Wirklich wichtige Fragen" ergäben sich erst, wenn der Mann da tatsächlich das täte, was er und der Film behauptete. Danach sieht es aber eben überhaupt nicht aus...

"dann sind wir halt noch nicht so weit" offenbart dann übrigens eine etwas merkwürdige Einschätzung dessen, was "an wirklich wichtigen Fragen" prinzipiell beantwortbar wäre. Da ist "die Wissenschaft" deutlich bescheidener und reflektierter als Sie es sind.

X 3 g
02

Grundlegende Fragen sind für mich "Woher kommen wir", "Wohin gehen wir" sowie "Was ist der Sinn dahinter". Das sind allesamt philosophische Fragen, und damit per definitionem nicht durch die experimentelle Wissenschaft beantwortbar. Nur das behauptet sie auch nicht

Nick Tameer
02
10.6.2011, 02:56
Der desorientierte Philosoph

... und natürlich "Was wollen wir eigentlich hier?"

Klingt immer ein bisschen nach metaphysischem Alzheimer.

zebaz
01
da liegt das problem...

...was ist an der frage nach dem "woher kommen wir?" philosophisch? fragestellungen in eine wissenschaftliche ecke zu drängen um sich damit aus der affäre zu ziehen ist das problem der "modernen" wissenschaft. vielleicht sollte man sich aber auch eingestehen, dass wir vom wirklichen "verstehen" noch weit enfernt sind. sicher hat die menschheit schon einiges geleistet aber es wäre wohl sehr naiv zu glauben, dass unsere bisherigen erkenntnisse mehr als ein winziger bruchteil von dem sind, was es da zu entdecken und verstehen gibt.

Lesko Powiatem
11

Natürlich wissen wir nur einen winzigen Bruchteil, keine Frage. Aber ich bin optimistisch, denn die Kurve steigt steil nach oben und es ist eigentlich keine Decke in Sicht.

Aber darum geht es ja nicht. Es geht um einen Typen, der behauptet nicht zu essen und nicht zu trinken und trotzdem weiter zu leben. Da braucht man auch nicht von "verstehen" zu reden, denn "verstehen" kommt erst nach "beobachten". Und es scheitert ja schon am "beobachten" (und es wäre doch so einfach zu beobachten/prüfen). Und ist das wirklich zuviel verlangt, bei solchen Phänomenen vorher einwandfrei einen Betrug oder auch nur Einbildung ausschließen zu wollen? Ist das so verwerflich, dass man sich als engstirnig bezeichnen lassen muss?

die wundersame emanation ihres verliebens
74

weil ihr physiker (ich will nicht pauschalisieren und auch nicht untergriffig sein) so ein bisserl einen engen erfahrungshorizont zu haben scheint. Was haltet ihr von medidation? bzw. praktiziert das einer von euch und wie sind eure erfahrungen?

Bzw. lehnt ihr das von vornherein als stuß ab und tut es zur religion dazu?

Nick Tameer
06

Meditation geht, LSD ist effektiver.

Aber Erfahrungshorizonte werden auch leicht mal überschätzt.

die wundersame emanation ihres verliebens
00
selbstverständlich

Glod
06
Da Medidation im Gehirn abläuft und keine 'übernatürlichen' Mechanismen benötigt,

werden die meisten 'Physiker' damit nicht wirklich ein Problem haben.
Ich persönlich hab's auch schon ausprobiert.

Und nicht jeden Unfug, den sich irgendein selbsternannter religiöser oder spritueller Experte aus der Nase zieht, zu glauben, ist kein enger Horizont, sondern gesunde Skepsis.

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