Belgrad muss nicht für Verteidigungskosten Mladic' aufkommen

1. Juni 2011, 17:01

Auf Antrag der Verteidigung und Anklage müssen serbische Behörden allerdings Unterlagen zustellen

Belgrad - Die serbischen Behörden sind nach Worten des Arbeitsministers Rasim Ljajic nicht verpflichtet, die Verteidigungskosten für den einstigen Militärchef der bosnischen Serben Ratko Mladic zu übernehmen. Mladic habe sich nicht freiwillig gestellt, argumentierte der Minister gegenüber der privaten Presseagentur Beta. Die serbischen Behörden wären allerdings verpflichtet, der Verteidigung des Haager Angeklagten oder der Anklage die beantragten Unterlagen zuzustellen.

Sollte die Familie Mladic´ allerdings beweisen, dass sie sich in einer schlechtern finanziellen Lage befinde, könnten die Behörden über die finanzielle Hilfe aus "humanitären Gründen" entscheiden, präzisierte Ljajic. Dafür müssten den Behörden allerdings entsprechende Beweise über die Finanzsituation der Familie von Mladic zugestellt werden.

Mladic wird am Freitag zum ersten Mal vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien erscheinen. Bei Protestkundgebungen gegen seine Festnahme war in der bosnisch-serbischen Republik in den letzten Tagen wiederholt gefordert worden, dass die kleine bosnische Entität die Verteidigungskosten des Haager Angeklagten übernimmt. (APA)

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