Auf Antrag der Verteidigung und Anklage müssen serbische Behörden allerdings Unterlagen zustellen
Belgrad - Die serbischen Behörden sind nach Worten des Arbeitsministers
Rasim Ljajic nicht verpflichtet, die Verteidigungskosten für den einstigen
Militärchef der bosnischen Serben Ratko Mladic zu übernehmen. Mladic habe sich
nicht freiwillig gestellt, argumentierte der Minister gegenüber der privaten
Presseagentur Beta. Die serbischen Behörden wären allerdings verpflichtet, der
Verteidigung des Haager Angeklagten oder der Anklage die beantragten Unterlagen
zuzustellen.
Sollte die Familie Mladic´ allerdings beweisen, dass sie sich in einer
schlechtern finanziellen Lage befinde, könnten die Behörden über die finanzielle
Hilfe aus "humanitären Gründen" entscheiden, präzisierte Ljajic. Dafür müssten
den Behörden allerdings entsprechende Beweise über die Finanzsituation der
Familie von Mladic zugestellt werden.
Mladic wird am Freitag zum ersten Mal vor dem UNO-Tribunal für
Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien erscheinen. Bei Protestkundgebungen
gegen seine Festnahme war in der bosnisch-serbischen Republik in den letzten
Tagen wiederholt gefordert worden, dass die kleine bosnische Entität die
Verteidigungskosten des Haager Angeklagten übernimmt. (APA)