derStandard.at-Reportage

Mit Schlingenmalen zum Schreiben finden

Lisa Aigner, 05. Juni 2011 17:25
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    Gerade oder rund gehen - das soll den Kindern entweder dabei helfen sich konzentrieren zu können oder den Kopf frei zu bekommen. Hier sollen die potenziellen Pädagogen selbst erfahren, wie sich die Gangarten auf sie auswirken.

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    Rudolf Steiner hat neben einer Pädagogik auch eine Landwirtschaft, eine Medizin einen eigenen Glauben und eine eigene Wirtschaftswissenschaft entwickelt.

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    Eine Figur aus der "Eurythmie" - eine Bewegungskunst, die Steiner entwickelt hat.

Waldorf-Lehrer wollen mit "Erziehungskunst" dem Menschen "zu sich selbst verhelfen" - Ein Besuch bei einem Schnupperworkshop

"Menschenkunde I, Anthroposophie III, Das Klassenzimmer als Bühne, Führen mit Pferden". Die Schriftzüge der Kurs-Elemente sind gelb, blau, rot und grün hinterlegt. Der Plan für die Ausbildung zum Waldorfpädagogen hängt im Seminarraum der Rudolf Steiner Schule Pötzleinsdorf im achtzehnten Wiener Gemeindebezirk. Die Klassenzimmer sind in mehreren alten Gebäuden mit dicken Mauern untergebracht. Zwischen den Häusern bietet ein großer Garten viel Platz zum Spielen für Kinder, die hier in den Kindergarten oder in die Schule gehen.

Im Sesselkreis des Seminarraumes haben sich siebzehn Frauen und zwei Männer zu einem "Schnupperworkshop" eingefunden. Die meisten sind Ende zwanzig. Sie wollen hören, was im "Seminar für Erziehungskunst" der Organisation Waldorf-Wien gelehrt wird.

Pädagogik für die Zigarettenfabrik

Rudolf Steiner hat die Waldorfpädagogik aus seiner eigenen Philosophie - der "Anthroposophie" - ursprünglich für die "Waldorf-Astoria"-Zigarettenfabrik in Deutschland entwickelt. Seele, Geist und Leib sollen nach Steiner gleichermaßen gefördert werden, weshalb in Waldorfschulen die Kinder im selben Ausmaß in regulären Schulfächern, in Handwerk, Kunst, Sport und Religion unterrichtet werden.

"Dem Menschen zu sich selbst verhelfen"

"Die Kunst einem anderen Menschen zu sich selbst zu verhelfen", unter diesem Motto sieht einer der Dozenten des Schnupperworkshops, Jürgen Matzat, die Waldorfpädagogik. Heute Abend sollen die Grundzüge der Ausbildung zum Waldorfpädagogen in drei Stunden vorgestellt werden. Matzat ist Regisseur und unterrichtet seit zehn Jahren an Waldorfschulen - unter anderem Theater und Eurythmie. Bei letzterem handelt es sich um einen bestimmten Tanz, den Steiner entwickelt hat. Der Dozent trägt ein rot-blau kariertes Hemd und Sneakers, sein Haar ist weiß. "Wenn Sie es richtig machen, dann bleiben Sie innerlich jung", so Matzat über die Arbeit als Lehrer. "Ich hoffe, das sieht man mir an", sagt er und lacht.

Märchen erzählen für die "innere Haltung"

Um zu vermitteln, dass man sich als Lehrer nicht auf Konzepte versteifen soll, lässt er die Teilnehmer in Vierergruppen Märchen erzählen. Jeder muss einen Satz sagen, die Nachbarin soll diesem Satz zustimmen und die Geschichte mit einem nächsten Satz weiter erzählen. So soll verdeutlicht werden, dass die "innere Haltung" von Waldorfpädagogen immer offen gegenüber den Ideen und Vorstellungen der Schüler sein soll. 

"Leibliche Geschicklichkeit wird mit Schreiben verbunden" 

Stefan Herkommer, der zweite Dozent an diesem Abend, will zeigen, wie Kinder an Waldorfschulen schreiben lernen. Eine, wie er sagt, "mutige" Teilnehmerin, erklärt sich bereit, diese Methode zu verdeutlichen. Sie soll im Stehen mit ihrer rechten Hand einen Kreis in der Luft malen und seitlich nach rechts gehen. "Was entsteht?", fragt Herkommer. "Schlingen", antworten die Teilnehmer des Workshops. Aus diesen Schlingen sollen - sobald das Kind bereit ist - später Buchstaben werden. Bei dieser Übung wird, so der Dozent, leibliche Geschicklichkeit mit dem Schreiben verbunden - ganz im Sinne Steiners.

Die Brille des Lehrers hängt an einer Kette an seinem Hals. Herkommer unterrichtet seit achtzehn Jahren, sein Blick ist ernst. Später wird klar, dass er von der Anthroposophie und ihrer Pädagogik überzeugt ist. "Ich habe ihm in der Pause gesagt, dass ich ein Kind kenne, das schon in der vierten Klasse ist und immer noch schlingen malt", erzählt eine junge Lehrerin nach dem Workshop. Sie äußert das Gefühl, Herkommer habe auf ihre Fragen eher wirsch reagiert.

Kritische Fragen am Schluss

Während der gesamten Workshop-Zeit werden Rudolf Steiner und seine Anthroposophie kaum erwähnt, geschweige denn erklärt. Die TeilnehmerInnen, die bisher bei jeder Übung brav und auch mit sichtlicher Freude mitgemacht haben, können nun ihre Fragen stellen. Sie sind Steiner gegenüber jedoch nicht unkritisch. Sie habe gehört, dass es auch negative Seiten geben, sagt eine der Teilnehmerinnen. Die Dozenten sollen erklären, was Waldorfpädagogik nun genau ist. 

Lernen für "Kopf, Herz und Hand"

Für Elisabeth Schlicker, Organisatorin des Abends, macht Waldorfpädagogik es möglich, "das Potenzial wachsen zu lassen. Nicht nur Wissen zählt, sondern Persönlichkeit". Schauspieler und Regisseur Matzat sagt: "Das Kind ist im Mittelpunkt und gleichzeitig wird man gesellschaftlichen Konventionen gerecht." Herkommer sieht in der Kombination aus kognitiver, emotionaler und intentionaler Erziehung den zentralen Punkt der Wahldorfpädagogik. "Kopf, Herz und Hand" würden gleichwertig behandelt.

"Muss ich mich mit der Anthroposophie identifizieren?", lautet eine Frage. Hier weichen die Dozenten einer Teilnehmerin etwas aus. Es sei ihr überlassen "wann" sie sich mit der Philosophie von Steiner beschäftige. Anthroposophie sei eine Philosophie, die "studierenswert" sei und sie biete "Hilfestellung im Umgang mit Schülern". 

Rudolf Steiner und Rasse

Auch über die rassistischen Aussagen von Steiner wird gesprochen. "Ich habe gehört, er hat gesagt, dass Chinesen dekadent sind und Afrikaner triebgesteuert", erzählt eine junge Frau mit schwarzen Locken. Sie will wissen, ob sie die heutigen Anthroposophen davon distanzieren. Auch hier weicht Herkommer aus. Man müsse die Aussagen von Steiner im Zusammenhang der Zeit sehen, in der er sie gemacht hat. 

Mathematiker sollen Geschichte unterrichten

In der Ausbildung von Waldorfpädagogen haben fachliche Inhalte wie Mathematik und Geschichte keinen Platz. "Sie sind nach der Ausbildung in der Lage, sich diese Inhalte anzueignen", sagt Herkommer, als sich eine Teilnehmerin darüber sorgt, dass sie Mathematik in der achten Klasse nicht erklären könnte. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt Herkommer, dass in der Oberstufe nur Lehrer unterrichten, die eine akademische Ausbildung haben. Seiner Meinung nach sei es aber besser, wenn ein Mathematiker Geschichte unterrichtet, weil sich dieser engagierter in den Stoff einarbeite und nicht schon seit hundert Jahren" über dasselbe Thema spreche. 

Bildungswissenschaftler: "Inhaltlicher Unsinn"

Bildungswissenschaftler Stefan Hopmann von der Universität Wien hat die Schriften von Steiner gelesen. Im Gespräch mit derStandard.at sieht er in dem, dass hauptsächlich ein Lehrer eine Klasse acht Jahre lang unterrichtet "inhaltlichen Unsinn". "Ich kenne so eine Lehrkraft nicht, die in allen Fächern alle kognitiven Levels als Experte beherrscht", so Hopmann. Diesen Anspruch hätten die "Waldorfianer", wie er sie nennt, aber gar nicht. "Dieses Lehrerkonzept des pädagogisch gebildeten Erwachsenen stammt aus dem späten 19. Jahrhundert", sagt der Universitätsprofessor. 

Hopmann sieht bei "Waldorfianern" eine Sekte

Überhaupt sieht er in den Schriften Steiners ein "Gemengelage aus dem, was im 19. Jahrhundert populär war. Die Lehre ist eine Mischung aus Rassentheorie, Welttheorie, Astraltheorie, Weltuntergang und Atlantis". Dass die Anhänger von Steiner sagen, dass es ihnen vor allem um das Kind gehe, klinge zwar "freundlich", gemeint sei damit aber, dass sie das Kind als "Spielfläche für die eigenen Pädagogik" verwenden würden. "Denen geht es um das Kind so wie es der Bank ums Geld geht", so Hopmann. Wenn man seinem Kind einer Sekte aussetzen wolle und will, dass es nach der Lehre von Steiner unterrichtet wird, dann könne man das aber natürlich machen. "Das ist das Recht der Eltern". Dass manche Kinder schadenfrei aus der Waldorfschule kommen können, sei nur ein Beweis dafür, dass starke Kinder und ihre Eltern den Schaden ausgleichen können.

4.000 Euro für die Ausbildung

Zurück zum Schnupperworkshop für potenzielle Waldorfpädagogen. Die Ausbildung kostet über 4.000 Euro und dauert zwei Jahre lang. Einige der Anwesenden melden sich am Ende der Vorträge bereits zum Aufnahmegespräch an. Manche sind noch skeptisch: "Für mich könnte die Anthroposophie ein Hinderungsgrund sein", sagt eine Teilnehmerin. Christina ist Hortpädagogin und hat sich zum Aufnahmegespräch angemeldet. Sie kennt einige jungen Menschen, die eine Waldorfschule besucht und durchwegs positive Erfahrungen gemacht haben. Ihr gefällt, dass in Waldorfschulen "der Fokus am Kind anstatt auf den Inhalten liegt". Für Rudolf Steiner konnte sie sich derweil noch nicht begeistern: "Ich habe versucht ein Buch zu lesen, es war mir aber zu abgedreht." (Lisa Aigner, derStandard.at, 5.6.2011)

Kommentar posten
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Andreas Lichte
10.09.2011 18:45
Anthroposophen greifen Prof. Hopmann an

bedauerlich, dass Anthroposophen in den Kommentaren nicht davor zurückschrecken, den Bildungsexperten des Standard anzugreifen ...

Ich finde Prof. Hopmann äusserst kompetent, habe ihn interviewt:

"Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone (...)"

weiter beim blog "Ruhrbarone":

http://www.ruhrbarone.de/waldorfsc... orf-sein“/

Heiner Möller
11.09.2011 12:13
A. Lichte erneut mit Polemik und Unterstellungen

Leider scheut Herr Lichte erneut nicht vor Polemik und Unterstellungen zurück.
So auch zum Beispiel in seinem letzten Kommentar<.

Zur Richtigstellung: Ich bin kein Mitglied der anthroposophischen Gesellschaft, bin in keiner anthroposophische Einrichtung, sei es nun Waldorfschule, heilpädagogische Einrichtung, usw. etc. angestellt und daher autonom.

Darüber hinaus habe ich Professor Hopmann nicht angegriffen sondern festgestellt, dass er mit seinem direkten Vorwurf und Rassismus Vorwurf in dieser Form weitestgehend isoliert dasteht - besonders in dieser Form, ohne sich vorher ein wirkliches Bild über sein Beurteilungs- Objekt gemacht zu haben.
http://www.ruhrbarone.de/waldorfsc... steiners-r

Marie Eugenie
27.08.2011 22:37
Schadenfreude, Verspottung und? Gehässigkeit

Als Ergänzung zu den zahlreichen stereotyp-selbstreferenzierenden und intentional-diffamierenden Kommentaren von gewissen Personen, die das gesamte Internet nach Artikeln über Rudolf Steiner und die Anthroposophiezu durchforstens zu scheinen, in welchen diese(r) nicht explizit verteufelt wird, um dann dort die immer wieder gleichen Kommetare zu hinterlassen und auf die gleichen Zitatsammlungen hinzuweisen, sei folgendes bemerkt:

Mit Diffamierungen, Ausgrenzungen und Verteufelungen wird man NIE zu einem sinnvollen Urteil über andere Menschen und deren Ideen kommen. Denn genau in diesem obsessiv-hassmotivierten Tun liegt bereits die Wurzel des Rassismus.

Der Zweck heiligt eben nie die Mittel!

Heiner Möller
10.09.2011 16:59

Hallo M. Eugenie,

polemische stereotyp-selbstreferenzierende und intentional-diffamierende Kommentare waren leider
die Regel hinsichtlich der Beiträge von Herrn Lichte.

Wir hoffen, dass sich dieses entspannen wird.

Bei Herrn Lichte hat man das Gefühl, dass er alles was mit Anthroposophie zu tun hat wirklich verachtet.

Solche Verachtung hat geschichtlich gesehen ja meistens schlimme Folgen. Der von Lichte zitierte Prof. Hopmann, steht mit seiner "Einschätzung" doch ziemlich isoliert da. Alle bekannten Kritiker der Anthroposophie sind zumindest zum " Dialog" berit und werden daher auch auf anthroposophische Kongresse und Tagungen eingeladen, wie z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Zander
in
http://www.fh-ottersberg.de/downloads/FHO

Andreas Lichte
28.08.2011 07:56
Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun

Liebe Marie Eugenie, warum schreiben Waldorfianer Ihre Werbebotschaften für die Waldorf-"Sekte" immer unter Pseudonym?

"(...) Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)“

Prof. Stefan Hopmann über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie: http://www.ruhrbarone.de/waldorfsc... orf-sein“/

Marie Eugenie
27.08.2011 23:27
Selbsterfüllende Prophezeiung

Wenn man bereits von vorn herein der Idée fixe verfallen ist, eine Person als Rassist oder ähnliches abstempeln zu wollen, wird sich diese selbsterfüllende Prophezeiung bei entsprechender Veranlagung und ausreichender Energieaufwendung auch sicher beliebig steigern und erreichen lassen.

Die Frage bleibt, ob Hass, Missgunst oder Denunziationslust das richtige Movens sein kann, um sein Mitteilungsbedürfnis öffentlich zu entladen und im Copy&Paste-Stil zu multiplizieren, und ob Letzteres die geeignete Methode sein kann, um die Welt von allem Übel zu befreien, was ja im Optimalfall vielleicht sogar damit bezweckt wird.

Kränkungen setzen sich fort wie eine Krankheit. Ich hoffe, dass zukünftig andere Kompensationsmöglichkeiten bevorzugt werden.

Andreas Lichte
11.07.2011 15:27
Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone (...)

weiter beim blog "Ruhrbarone":

http://www.ruhrbarone.de/waldorfsc... orf-sein“/

Hage Butte
 
21.06.2011 14:51
das erübrigt sich alles

wenn man sich die kosten für die schule anschaut! hatte interesse für meine kinde: mit nachmittagsbetreuung und essen waren wir dann bei euro 800,- pro kind ......

Marie Eugenie
27.08.2011 21:27
Waldorfschulen leisten das Gleiche wie öffentliche Schulen für weniger Geld

Das liegt daran, dass der Staat „nicht konfessionelle Privatschulen“ (allen voran Waldorf- und Montessorischulen) im Vergleich zu konfessionellen Privatschulen (im ­wesentlichen katholischen Schulen) benachteiligt, was nicht zuletzt auch den Gleichheitsgrundsatz verletzt und dazu führt, dass eben höhere Schulbeiträge aus privater Tasche gezahlt werden müssen.

Hier ein Artikel dazu aus dem "Profil":

http://www.profil.at/articles/... echtigkeit

Andreas Lichte
27.08.2011 21:41
Bildungswissenschaftler Prof. Stefan Hopmann über Waldorfschule

"(...) Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)“

Hopmann-Interview hier: http://www.ruhrbarone.de/waldorfsc... orf-sein“/

RS69
28.08.2011 06:59

Genau das Selbe hätte er über katholische Privastschulen schreiben können.

Also kein grundsätlicher Widerspruch - ausser dass er auf Walddorf fokussiert, und die anderen beiseite lässt.

Andreas Lichte
18.06.2011 15:26
Wie gut sind Waldorfschulen?

"Wie gut sind Waldorfschulen?

Eine Antwort einer Mutter aus dem Ruhrgebiet auf die gleichnamige TV-Dokumentation des SWR. (...)

Wie ich rückblickend sagen muss, ist das Waldorfsystem raffiniert und an Verlogenheit nicht zu überbieten. Ist man einmal in dessen Fänge geraten, kommt man nur ganz schwer wieder heraus. Mit dem Eintritt in die Waldorfschule begibt man sich automatisch in ein Abhängigkeitsverhältnis – ohne sich dessen bewusst zu werden. Der Lehrstoff der Waldorfschulen ist so angelegt, dass Kinder beim Wechsel in eine öffentliche Schule erhebliche Lücken haben, die nur sehr schwer, oder gar nicht, wieder zu schließen sind (...)"

zum Artikel: http://www.ruhrbarone.de/wie-gut-s... rfschulen/

Volksbefreiungsfront Alt-Ottakring
 
18.06.2011 14:09
wärmstens empfehlen

Ein Familienmitglied hat die Friedrich Eymann Waldorfschule in Wien besucht, und ich kann jedem nur wärmstens empfehlen, sein Kind dieser Schule anzuvertrauen. Es führte hier zu weit all die positiven Seiten dieser Pädagogik anzuführen, das tiefe Verständnis von Natur (der Baum als ausgestülpte Erde, die sich der Sonne zuneigt...), die Förderung der künstlerischen, schöpferischen Neigungen, das tiefgründige Verstehen von Sprache, ihr Werden, ihre Schönheit, etc... - Mich hat rückblickend nur eines vergrämt: dass ich im Getriebe der Regelschulenpädagogik verheizt wurde. Eine fiese, pflichtvergessene und einzig auf ihre Privilegien bedachte, beamtete Lehrerschaft, deren Charakterschwäche in mein noch ungeformtes Leben hineinpfuschte.

freddy001
14.06.2011 13:44
Jeder, der sein Kind in eine Waldorf-Schule schicken will, sollte vorher das hier lesen:

http://www.bipomat.de/waldorf/e... zuege.html

freddy001
14.06.2011 13:47

"Es ist die Frage, ob wir es wagen sollen, denen, die zu uns kommen, von vorneherein zu sagen, wir bereiten ja gar nicht zu irgendeiner Matura [Abitur] vor, und es ist jedes Schülers Privatsache, ob er dann zur Matura [Abitur] kommen wird oder nicht", überlegte Steiner in einer Lehrerkonferenz vom 5. Februar 1924. Man entschloss sich wohl zu schweigen, denn davon erfahren bis zum heutigen Tage die Eltern und die Schüler nichts."

RFD
13.07.2011 00:53
Nun ja....

Das von Ihnen Zitierte wurde vor rund 87 Jahren gesagt.
Heute jedenfalls ist in Wien die 1. Waldorfschule Österreichs mit öffentlich anerkannter Matura
siehe: http://www.waldorf-hietzing.at/
Es duerfte also nach so langer Zeit in Waldorfschulen gewisse Abweichungen zu der Meinung von Steiner geben.
DEs macht keinen Sinn, immer wieder die Ansichten von Steiner zu verwenden, um damit die Waldorfschulen allgemein zu verunglimpfen.

Bruder Lustig
08.06.2011 11:19
Nicht zu vergessen

Sehr gut auch bei den Ruhrbaronen:

3 Gründe für die Waldorfschule.

http://www.ruhrbarone.de/drei-grun... orfschule/

Dort u.a. über die Verbreitung von Masern durch die anthroposophischen Schulen.

Ganz reizend ferner die spezielle „anthroposophische Heilpädagogik“, in der Menschen mit Behinderungen als „minderwertige“ Menschen und „Trottelinkarnationen“ gelten, die für Fehlverhalten in einem früheren Leben zu büßen hätten und entsprechend „therapiert“ werden.

http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/02/s... er_17.html

Andreas Lichte
08.06.2011 08:36
Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

"Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

Unser Gastautor Andreas Lichte war als Experte zur Waldorfschule beim Deutschlandradio Kultur zu Gast. In der „Zeitreisen“-Sendung „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“ am 23.2.2011 berichtete er auch von seinen Erfahrungen während seiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Hier eine Extended Version. (...)"

weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorfle... k-berlin“/

clieber
07.06.2011 13:05
Ruth Stein
07.06.2011 14:12
Proleten- und migrantenfreie Zone...

"Praktisch fördert die Waldorfpädagogik wegen des Schulgeldes von bis zu einigen hundert Euro im Monat sowie des informell erforderlichen Habitus die soziale Auslese. Eine Untersuchung des Kriminologischen Instituts für Niedersachsen (KfN) aus dem Jahr 2006 besagt, dass von den befragten Schülern der 9. Klassen nur 1,1 Prozent der Eltern die Hauptschule besucht hatten.
Nur 0,3 Prozent der Schüler stammen aus Migrantenfamilien, im Vergleich zu 18,3 Prozent an den Hauptschulen und 2,9 Prozent an den Gymnasien.
So sind Waldorfschulen weitgehend ausländerfreie Zonen, elitäre Einrichtungen, in denen Sprösslinge der Oberschicht und des akademischen Bürgertums vor Proletenkindern sicher sind."

Hage Butte
 
21.06.2011 14:54
gut oder schlecht

und was wollen sie genau sagen? ist das jetzt gut oder schlecht? darf ich nur dorthin, wo zumindest ein migrant ist, sozusagen mein alibi. dann bastel ich mir einen, damit ich in zukunft meine freie welt wirklich als frei erleben DARF!

robking
07.06.2011 18:58
proleten- und migrantenfreie zone

ich bin der sohn eines stahlarbeiters und einer köchin, also ein richtiger prolet. mein kind hat man das bisher noch nie spüren lassen. mit 2,9% sind gymnasien wohl auch aus migrantenfreie zonen zu betrachten.

unsere familie lebt seit vielen jahren in einem "multi-kulti-haus" und wir hatten noch nie irgendwelche schwierigkeiten sondern ausschliesslich positive erfahrungen mit unseren nachbarn. ihr posting suggeriert eine fremdenfeindlichkeit, wogegen ich mich doch höflichst verwahren möchte.

Bruder Lustig
08.06.2011 09:36
Gegen Tatsachen verwahren

Waldorf-/Steiner-Schulen sind anthroposophische Schulen.

Von zentraler Bedeutung ist in der Anthroposophie die Evolutionsvorstellung Rudolf Steiners, die einen manifesten Rassismus impliziert.

Das ist wissenschaftlich unstrittig. Auch zurückhaltende Historiker wie Helmut Zander sprechen von einer konsequenten Rassenlehre und einem veritablen Rassismus.

Schüler mit Migrationshintergrund sind im Unterschied zu anderen Schulen an Waldorf-/Steiner-Schulen so gut wie gar nicht anzutreffen.

Es sind schlichte Tatsachen, gegen die sie sich „verwahren möchten“.

Ihre angebliche persönliche Herkunft aus einem Arbeiterhaushalt ist nicht überprüfbar und für den Sachverhalt irrelevant.

Bruder Lustig
07.06.2011 12:25
Welche Schule?

@ robking

Bitte verraten Sie doch, an welcher Waldorf-/Rudolf-Steiner-Schule „die inhalte des lehrplans … grundsätzlich die gleichen wie an öffentlichen schulen“ sein sollen.

Das lässt sich dann doch einfach überprüfen. Und ich würde sagen: das lässt sich prinzipiell ausschließen, denn genau das wollen diese Schulen explizit nicht.

Verzeihen Sie bitte, dass es Ihren vermeintlich positiven Erfahrungen in Gestalt schlichter Behauptungen ebenso an Glaubwürdigkeit mangelt, wie den angeblichen Lesefrüchten Nina Golds.

robking
07.06.2011 13:34
was die grundsätzlichen inhalte angeht, gilt für

alle privatschulen das österreichische privatschulgesetz, insofern diese schulen das im §13PrivSchG geregelte öffentlichkeitsrecht erhalten haben. dies wird auch regelmässig von den zuständigen behörden überprüft. dass die leistungen von waldorfschülerInnen den öffentlichen schülerInnen nicht nachstehen, belegen die PISA-tests der letzten jahre.

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