Eine überproportionale Doppelgängerin der Milchstraße

1. Juni 2011, 17:20
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Die 30 Millionen Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie NGC 6744 weist einige bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit unserer Heimat auf

Heidelberg - Bekannt ist die Galaxie NGC 6744 seit langem, und auch der Umstand, dass sie von ihrem Grundtyp her der Milchstraße ähnelt, ist noch keine Neuigkeit. Wie stark diese Ähnlichkeit ist, erschließt sich aber erst aus neueren Aufnahmen. Die Europäische Südsternwarte (ESO) fasst es so zusammen: "Würde uns ein extragalaktischer Freund eine Postkartenansicht der Milchstraße schicken, dann dürfte diese ziemlich genau so aussehen wie das jetzt veröffentlichte Bild."

Dieses ESO-Bild wurde mit der Wide Field Imager-Kamera am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop am La Silla-Observatorium in Chile aufgenommen. Es zeigt die 30 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild des Pfaus gelegene Sprialgalaxie in der Draufsicht: Markante Spiralarme, in denen unzählige, rötlich leuchtende Sternentstehungsgebiete liegen und die sich um einen dichten, etwas langgestreckten Kernbereich herum winden, dazu eine Staubscheibe. NGC 6744 besitzt sogar eine kleine, irregulär geformte Begleitgalaxie mit der Bezeichnung NGC 6744A - analog zu den beiden Magellanschen Wolken, den beiden bekanntesten Satellitengalaxien unserer Milchstraße. NGC 6744A ist in dem Bild als kleiner Fleck rechts unterhalb von NGC 6744 zu erkennen.

Trotzdem ist NGC 6744 nur das Zerrbild einer Milchstraßen-Doppelgängerin: Mit einem Durchmesser von beinahe 200.000 Lichtjahren ist sie fast doppelt so groß wie unsere Heimatgalaxie - und zugleich eine der größten Spiralgalaxien in unserer weiteren kosmischen Nachbarschaft. (red)


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ESO

  • NGC 6744 in voller Pracht
    foto: eso

    NGC 6744 in voller Pracht

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