Türkische Immigranten in Österreich besser gebildet als anderswo

1. Juni 2011, 19:54
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    foto: corn

    Für Kinder türkischer Immigranten war das heimische Bildungssystem bislang keine große Hilfe

Eltern sind im EU-Vergleich gut qualifiziert – Zweite Generation bei Matura und Hochschulabschlüssen jedoch im europäischen Schlussfeld

Wien  - Dass in Österreich das Bildungsniveau der Eltern jenes ihrer Kinder mitbestimmt, wurde bereits in vielen Studien belegt.  Gerade bei türkischstämmigen Migranten funktioniert es anders: Obwohl ihre Eltern im EU-Vergleich gut gebildet sind, haben die Kinder türkischer Eltern in Österreich ein vergleichsweise niedriges Bildungsniveau.

Das besagen erste Ergebnisse der seit zehn Jahren laufenden, in acht Ländern durchgeführten Studie "The Integration of the European Second Generation", aus der die Bildungsforscherin Barbara Herzog-Punzenberger erste Ergebnisse präsentiert hat. 

Besser als Schweden

Das hohe Bildungsniveau der türkischen Migranten der ersten Generation war für die Forscher selbst eine Überraschung: In Österreich ist bei den Vätern der untersuchten Gruppe der Anteil derer, die eine mittlere Schule abgeschlossen haben am höchsten (50 Prozent), der Anteil derer mit maximal Volksschulabschluss hingegen am geringsten (28 Prozent). Zum Vergleich: In Schweden sind es 29 bzw. 48 Prozent. Auch die Mütter der Türken der zweiten Generation haben in Österreich ein vergleichsweise besseres Bildungsprofil.

Für ihre berufliche Position können sie das allerdings nur schlecht nutzen, so Herzog-Punzenberger. Stattdessen wurden Personen mit Lehrabschluss oft als Hilfsarbeiter eingesetzt und bleiben es für den Rest ihres Berufslebens. Dazu komme, dass die Politik in den vergangenen 40 Jahren bei Migranten in Österreich im Gegensatz zu anderen Ländern weniger stark auf Weiterqualifikation gesetzt habe. So wurden etwa in Schweden schon vor 40 Jahren angeworbene Arbeitskräfte in der Arbeitszeit kostenlos in Sprachkurse geschickt, was sich wiederum positiv auf die Aufstiegsmöglichkeiten ausgewirkt hat.

Österreich habe bewusst niedrig qualifizierte Arbeitskräfte gesucht, "sie wurden als konjunkturabhängige Verschubmasse gesehen", so Herzog-Punzenberger. Dementsprechend sei auch nicht deren Integration, sondern "Rückkehrorientierung" forciert worden, damit diese bei schlechterer Konjunktur wieder in ihre Heimat zurückgeschickt werden konnten. Während Schweden schon in den 70ern klar wurde, dass diese Menschen im Land bleiben würden, sei in Österreich noch in den 90ern eine Rückkehrorientierung erwünscht, in Deutschland über Prämien sogar aktiv gefördert worden. "Das sind schlechte Rahmenbedingungen für Spracherwerb", so die Forscherin. Dazu komme, dass langansässige Drittstaatsangehörige in Österreich nach wie vor nicht rechtlich gleichgestellt seien.

Kinder schaffen Aufstieg nicht

Ein Drittel der türkischen Migranten der zweiten Generation in Österreich schließt maximal die Sekundarstufe I ab, bis zur Matura schaffen es 22 Prozent, eine postsekundäre (Kolleg etc.) oder Hochschulausbildung machen nur 14 Prozent. In Schweden haben hingegen lediglich zehn Prozent nur einen Pflichtschulabschluss, 57 Prozent maturieren und 33 Prozent machen danach eine weitere Ausbildung. Ähnlich schlecht wie Österreich schneiden hingegen Deutschland und die Schweiz ab, in denen es ein ähnliches Bildungssystem gibt.

Früh selektiert

In Österreich haben - entsprechend der damaligen gesellschaftlichen Normalität - 40 Prozent der Befragten keinen Kindergarten besucht. Dementsprechend habe ihnen der Sprachkontakt und die Förderung in einer sehr sensiblen Phase gefehlt. Dazu komme die frühe Selektion: Während etwa in Schweden alle Kinder zwölf bis 13 Jahre gemeinsam in eine außerfamiliären Institution wie Schule oder Kindergarten gehen, sind es wegen des differenzierten Schulsystems in Österreich nur fünf bis sechs und damit die kürzeste Dauer in allen untersuchten Ländern. Zusätzlich haben durch die Halbtagsschule das Lernen zu Hause, Hilfe der Eltern bei der Hausübung und der Kontakt mit den Lehrern in Österreich wesentlichen Einfluss auf die Bildungskarriere der Kinder.

Dass in Schweden weder der soziale Hintergrund noch die Herkunft der Eltern die Bildungschancen wesentlich beeinflussen, stimmt Herzog-Punzenberger auch für Österreich optimistisch. "Es gibt Handlungsspielraum jenseits der Herkunftskultur." Gleichzeitig warnte sie davor, Aufgaben des Staates an die Eltern zu delegieren: "Solange es nicht optimale Förderbedingungen für alle Kinder gibt, sollten wir die Eltern ihre Schichtarbeit machen lassen, ohne dass sie abends müde aus einem Buch vorlesen, das sie selbst nicht verstehen."

In Österreich wurden für  die Studie persönliche Interviews mit rund 700 Personen zwischen 18 und 35 Jahren geführt, deren Eltern aus der Türkei stammen, die aber selbst bereits in Österreich geboren wurden. Die gesamte Studie erscheint Ende des Jahres im Band "The European Second Generation Compared. Does the Integration Context Matter?" bei Amsterdam University Press. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 57
1 2
hcl3
00
20.10.2011, 22:43
und bitte wo in österreich ?

denn ich habe fast nur mit immogranten der 1. generation zu tun die kaum lesen und schreiben können

also in ihrer muttersprache, ich mein nicht die amtssprache

xyz75
01
Türkische Immigranten in Österreich besser gebildet als anderswo

Bitte präzise zitieren: Bildungsniveau der türkischen Migranten der ERSTEN Generation. Die nächste Generation wandert schon ins Sozialsystem zu. Bis wir Zustände wie in UK bekommen - was passiert, wenn die Sozialtöpfe leer sind. Und das sind sie, wenn AT das nächste Land im Visier der Spekulanten ist - das kommt bald. Oder sich die Lämmer der Nation (=Mittelstand) nicht mehr scheren lassen. Die Wirtschaft hat schon die nächsten ausländ. "Billigarbeiter" (Gastronomie: Koch, Kellner, etc.) im Visier (gehts die W gut, gehts uns allen gut = Schmäh). Wenn die W in den Branchen Pflege/Dienstleistung besser zahlen (und bessere Arbeitsbedingungen herstellen) würde, wären genug Einheimische bereit, in diesen Branchen zu arbeiten. Aber ausbeuten kann

carpediem99
 
03
19.6.2011, 10:37

Türkische Immigranten in Österreich besser gebildet als anderswo
Zweite Generation bei Matura und Hochschulabschlüssen jedoch im europäischen Schlussfeld
der zweite satz ist das gegenteil der überschrift - typisch stand...- so werden hier die leser dauernd für blöd verkauft...

utt=c²uxx+f
00
31.10.2011, 19:35
also

angenommen wir haben 4 bildungsstufen, von denen 3 und 4 matura und hochschulabschlüsse sind.

einführung in das wunder der mittelwertrechnung! ein beispiel:

deutschland:
mohamed ist generation 1 hat bildungsstufe 1 und ahmed ist generation 2 hat bildungsstufe 3, mittelwert 2

österreich
ersyn ist generation 1 hat bildungsstufe 2 und aisha generation 2 mit bildungsstufe 2
mittelwert 2

oha! obwohl österreich keine türkischen (hehe) hochschulabsolventen hat, sind die vielen türkischen eltern mit der bildungsstufe 2 den deutschen mit der bildungsstufe 1 weit vorraus!!!

tada.wav!!

Kantig
01
Zumindest eingebildet!

Das steht ganz ohne Fußwatschen fest.

Der Knabe darf sich der Lehrerin aber immer noch widersetzen - darum bleibt er sitzen;-)

palmström
40
mehr türken

weniger schweden

diekleinefurie
013
Lieber Standard,

meine Frage weiter unten war ernst gemeint:

Beziehen sich die in obigen Artikel für Schweden genannten Zahlen auf den Bildungserfolg
a) türkischstämmiger Schweden oder
b) auf den aller Schweden mit Migrationshintergrund?

Wäre es aber im Falle von a) nicht hilfreich zu erwähnen,
dass der Anteil der Türken an der Gesamtbevölkerung Schwedens 0,4 % beträgt, sie also keine repräsentative Gruppen unter den 9,8 % nicht-schwedischstämmigen Schweden darstellen?

http://de.wikipedia.org/wiki/List... nach_Staat

Und wäre es hingegen nicht im Falle von b) hilfreich zu erwähnen, dass die Mehrheit der Schweden mit Migrationshintergrund (schwedische) Finnen sind?

http://de.wikipedia.org/wiki/Schw... .B6lkerung

Die Ente Lippens
117
Bevor sich Tuerkische Migranten diskriminiert fuehlen, sollten sie ihre Lage mit der anderer Migranten (China, Vietnam, usw) vergleichen. Grosses Erstaunen dann, wieso diese sich die Muehe des Lernens antuen und nicht sich als

Diskriminierte bejammern.

Killa vomBilla
18
Wem wunderts

Wenn die Kinderleins bis 22h im Hof rumtollen das Papa eine ruhe hat könnens in der Schule wenig aufpassen.

Jülyet Ksantopulo
31

Die Mehrzahl von "Kinderlein" bleibt "Kinderlein".

Wider das Plural-s !!!

carpediem99
 
11
19.6.2011, 10:39

fakt ist , dass man sich offensichtlich um die bildung der kinder keine sorgen macht - höflich ausgedrückt...

Rosa Stahl
02

Singluar: Kindlein. Plural: Kinderlein.

LGM
00

Kinderlein ist bereits Mehrzahl

LGM
06

Dem Dativ wunderts...

Meyer Lansky
02

Das Wienerische ist mit Grammatik nicht erklärbar, ihr Wichtel alle miteinander.

Zitronenbaum
10

Unrichtige Mehrzahl-S sind aber nicht Wienerisch. xD lol

Mirstetta Toni
02

wienerisch für kinderlein wäre aber gschroppn ;-)

WeissBart
00
Genau

und die Wichtel waradn 'Ozwickte'

LGM
00

Wenn das Wienerisch war, daun haß i Lutschga

depp am huegel
05

offenbar der 2. artikel zur gleichen studie - diesmal mit einer optimistischeren überschrift. naja, wenn man meint ...

diekleinefurie
03
“In Österreich haben - entsprechend der damaligen gesellschaftlichen Normalität - 40 Prozent der Befragten keinen Kindergarten besucht.“

Wann ist "damals"?

Und entsprach es der "damaligen gesellschaftlichen Normalität" keinen Kindergarten zu besuchen?

diekleinefurie
03
Beziehen sich die Zahlen aus Schweden auch nur auf türkischstämmige Migranten

oder auf alle Migrantengruppen?

united1
274

hehe, der xenophobe standard-abschaum brodelt vor wut... :)

Pessimist-Realist
 
11
Paranoia/Halluzinationen sind behandelbar. ;-)

diekleinefurie
219
"xenophob"

ist meiner Meinung nach,
bestehende Probleme zu verschweigen
und damit eine wirklich Integration zu verhindern.

Doch vielleicht ist (zumindest unbewusst) eine solche Integrationsverhinderung von vielen der überall Xenophobie witternden auch gewünscht:

Denn so haben sie weiterhin viele Zwangs-Statisten für den eigenen vermeintlich multi-kulturellen Lifestyle,
brauchen aber die durch die Nicht-Lösung bestehender Probleme fremdgehaltenen Immer-Noch-Fremden nicht als Konkurrenten auf dem Akademikerarbeitsmarkt zu fürchten....

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