WHO-Analyse

Mobilfunk "möglicher­weise krebserregend"

1. Juni 2011, 11:02
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    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Bei der aktuellen Analyse ging es um hochfrequente elektromagnetische Strahlung, wie sie von Handys, aber auch von Rundfunk und Radar benutzt wird.

Einstufung basiert darauf, dass sich ein Risiko bisher nicht ausschließen lässt - Handy-Hersteller: Analyse nicht aussagekräftig

Lyon/Hamburg/Washington - Vom Telefonieren mit dem Handy könnte eine Gesundheitsgefahr ausgehen, denn Handystrahlung ist "möglicherweise krebserregend". Zu diesem Schluss kommt eine Expertengruppe der Internationalen Agentur für Krebsforschung IARC in Lyon. 31 Fachleute aus 14 Ländern hatten dort rund eine Woche lang "nahezu sämtliche verfügbaren wissenschaftlichen Belege" ausgewertet, wie das Krebsforschungsinstitut der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Abschluss der Beratungen mitteilte. Der internationale Verband der Mobiltelefon-Produzenten CTIA wies den Bericht zurück. Die IARC-Analyse sei nicht aussagekräftig.

"Die IARC hat eine ganze Reihe Beurteilungen durchgeführt und in der Vergangenheit beispielsweise auch eingelegtes Gemüse und Kaffee so eingestuft", heißt es in einer in Washington veröffentlichten Erklärung von CTIA-Vizepräsident John Walls.

Rundfunk, Radar und Handys

Bei der IARC-Analyse ging es um hochfrequente elektromagnetische Strahlung, wie sie von Handys, aber auch von Rundfunk und Radar benutzt wird. Ein Krebsrisiko durch Handys kann demnach nicht ausgeschlossen werden.

"Es ist im Moment nicht eindeutig belegt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs bei Menschen auslösen kann", erläuterte Kurt Straif, Vorsitzender des Monografien-Programms der IARC, in dem bereits mehr als 900 mögliche Krebsauslöser bewertet worden sind. Dennoch entschlossen sich die Fachleute zur Einstufung der Strahlung als "möglicherweise krebserregend" ("possibly carcinogenic"), da es begrenzte Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten bestimmter Hirntumore (Gliome) bei Intensiv-Handynutzern gebe. Auf welche Weise die Strahlung Krebs auslösen könnte, ist ungeklärt. "Die Mechanismen bleiben eine offene Frage."

Weitere Studien nötig

"Das Ergebnis bedeutet, dass es ein Risiko geben könnte, und wir müssen deshalb genau nach einer Verbindung zwischen Mobiltelefonen und Krebsrisiko Ausschau halten", betonte der Vorsitzende der Expertengruppe, Jonathan Samet von der Universität von Südkalifornien. Die Fachleute schreiben, es seien weitere Studien nötig, auf deren Grundlage das Krebspotenzial der Strahlung in einigen Jahren erneut bewertet werden soll.

Die Handy-Hersteller kritisierten das Vorgehen der Krebsexperten. Die IARC erkenne auch Ergebnisse statistischer Untersuchungen als Indizien an, "selbst wenn Voreingenommenheit und andere Datenfehler die Grundlage dieser Ergebnisse sein könnten", sagte CTIA-Vize Walls. Er verwies darauf, dass andere Studien keine Gefahr hinsichtlich der Strahlung festgestellt hätten. "Die US-Kommunikationsbehörde ist zu dem Schluss gekommen, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass die Benutzung drahtloser Telefone zu Krebs führen kann." Ähnlich habe sich auch die US-Gesundheitsbehörde FDA geäußert, so Walls.

Persönliche Strahlungsexposition minimieren

Derzeit werden nach IARC-Angaben weltweit fünf Milliarden Mobiltelefone genutzt. Verbraucher, die sich Sorgen machen, könnten die persönliche Strahlungsexposition minimieren, indem sie Freisprecheinrichtungen oder schnurgebundene Festnetztelefone benutzen, erläuterte die IARC. Die Agentur hatte vor neun Jahren niederfrequente elektrische und magnetische Felder, wie sie etwa bei Hochspannungsleitungen vorkommen, ebenfalls als "möglicherweise krebserregend" in dieselbe Kategorie eingestuft (Monografie Nr. 80). Die Experten machten deutlich, dass beide Einstufungen wesentlich darauf fußen, dass sich ein Risiko bisher nicht ausschließen lässt.

Die IARC wurde bereits 1965 gegründet. Sie soll Regierungen und Behörden unabhängiges Expertenwissen zu möglicherweise krebserregenden Umweltfaktoren zur Verfügung stellen und hat bereits mehr als 900 mögliche Krebsfaktoren in Monografien bewertet. Dafür stufen Experten jeden untersuchten Faktor in eine von fünf Kategorien ein: "krebserregend" (1), "wahrscheinlich krebserregend" (2A), "möglicherweise krebserregend" (2B), "nicht klassifizierbar" (3) und "wahrscheinlich nicht krebserregend" (4).

Die Bewertung der hochfrequenten elektromagnetischen Strahlung erscheint als IARC-Monografie Nummer 102 und als Zusammenfassung im britischen Medizinjournal "The Lancet Oncology". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 89
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ravenna
00

Ich empfehle dazu den Artikel im aktuellen "Spiegel". Da ist mit großer Verwunderung beschrieben, wie die "WHO-Experten" statistisch irrelevante Daten herauststreichen, die auf eine Steigerung von 2 auf 3 Fällen auf 10.000 Menschen herauslaufen. Stärkere (!) Hinweise, die auf eine Verringerung (!) von Hirntumoren durch die Hanynutzung hinweisen, wurden ignoriert.

Zusammengefasst: im besten Fall fragwürdiges Vorgehen der WHO und bestimmt keine gerechtfertigte Warnung vor Handystrahlen.

die wundersame emanation ihres verliebens
20
Hallo ihr!

Menscherl, die ihr euch so für das mobiltelefon aussprecht und jedes noch so depperte argument in die waagschale werft.

Das zeug verursacht Krebs!!!

marty fink
00
12.6.2011, 16:15
sagt wer und steht wo?

in deinem kaffeesatz?

ravenna
10

Handystrahlung ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft genau so gefährlich, wie es sinnvoll ist, einen Weihnachtsbaum nachts bei Vollmond zu schlägern. Nämlich überhaupt nicht.

die wundersame emanation ihres verliebens
12

20 jahre hat man das jetzt unterdrücken können - und jetzt 2011 irgendwo im standard ein artikel.

Der WHO geht es scheinbar nicht gut!

marty fink
00
12.6.2011, 16:19
Sie reden wirr!

reallity show
22

die formel 'es kann nicht ausgeschlossen werden' ist NLP-speech und bedeutet = krebserregend.

ravenna
01

Weder haben Sie eine Ahnung von der Studie, noch von NLP.

. Diogenes
00
Das Leben- möglicherweise lebensgefährlich

Morpheus DerStandard
11
Musste an "Thank you for smoking" denken

Die Szene in welcher man den von der Tabakindustrie bezahlten "Wissenschaftler" sieht welcher damit beschäftigt ist eine mögliche Gesundheitsschädigung durch Zigaretten zu belgen. Welches natürlich niemals passieren wird.

Dazu Aaron Eckhart's Worte: "Der Mann ist ein Genie, wenn man ihm genug Zeit gäbe, könnte er vermutlich die Relativitätstheorie widerlegen."

fertigprodukt
30

sind die WHO-beurteilungen so "treffsicher" und "unabhängig" wie bei impfungen? dann sollte man sein handy wohl besser abschalten....

Adolf Ogi
35
die russischen Behörden

die keinem heimischen Mobilfunkhersteller verpflichtet sind (weil's keinen gibt), wissen das schon lange und haben Grenzwerte für Endgeräte erlassen. Hab mal einen Test von dort gesehen. Etwa die Hälfte der bei uns verkauften Handies sind in Russland nicht für den Verkauf zugelassen.

Elke Ospert
00
Spielt keine grosse Rolle

Da ein Mobiltelefon technisch zwangsläufig seine Sendeleistung stets so weit reduzieren muß, damit es gerade noch von der Basisstation empfangen werden kann (damit die Funkzellendichte in dicht bevölkerten Bereichen entsprechend hoch sein kann) ist es letztlich einzig entscheidend für die "Strahlung" eines Handys wie weit der nächste Mobilfunkmast entfernt ist.
Je näher desto weniger Sendeleistung ist erforderlich und damit umso weniger "Strahlung".

Adolf Ogi
00
Antenne, ja oder nein

dazu noch Abschirmung in Richtung Ohr, Abstrahlwinkel der Sendeleistung, etc. Da gibt es viele Kriterien, die bei einem Endgerät die Strahlungsbelastung auf den Körpfer (insbesondere den Kopf) beeinflussen, bei genau gleicher Übertragungsqualität.

. Diogenes
00
wahrscheinlich sind sie nicht so gut abzuhören.

Mr. T himself
01

link bitte?

Richard Ebner
11
Die Fachleute schreiben, es seinen weitere ...

...Studien notwendig.
Aha, es geht also um Mittel für "Forschung".

Mein Hausverstand sagt: Wenn ich keinen einzigen Menschen in meinem großen Bekanntenkreis kenne, der einen Gehirntumor hat, kann die Gefahr nicht so schlimm sein. Und die telefonieren alle wie die Wilden.

PS: Ich kenne zwei Lungenkrebsfälle in meinem Bekanntenkreis und trotzdem hat noch keiner das Rauchen verboten.

fertigprodukt
40

du kennst keinen mit gehirntumor? also entweder hast du einen kleinen bekanntenkreis oder kennst deine bekannten nicht besonders gut.

nix für ungut, aber die zahlen an gehirntumor steigen.

lungenkrebs ist nicht das, was es scheint. ich hab auch schon leute an der therapie sterben sehen.

ravenna
01

Aha, weil die "Zahlen an Gehirntumoren" steigen, sollte also jeder ein paar in seinem Bekanntenkreis haben.

fertigprodukt
10

naja, sonst könnens wohl nicht so viele haben. jeder kennt im schnitt 500 menschen.

ravenna
00

1. Von 10.000 Menschen hat/bekommt ca. EINER (!) einen Gehirntumor.

2. "Jeder kennt im Schnitt 500 Menschen." Lustig. Wo haben Sie denn das her?

fertigprodukt
10
12.6.2011, 13:01

1. na, dann haben wir eh kein problem, das die massenmedien betrifft

2. soziologie?

ravenna
00
12.6.2011, 14:45

1. Richtig. Ist ein klassischer Fall von Panikmache. Aber eben auch nicht ungewöhnlich. Schließlich dürfen wir von in den Medien immer wieder von z.B. Flugzeugabstürzen irgendwo in der Welt lesen, während massiv mehr Menschen im gleichen Zeitraum an "stink normalen" Verkehrsunfällen sterben.

2. Ohnen "kennen" näher zu definieren, macht eine derartige Aussage überhaupt keinen Sinn.

fertigprodukt
00
12.6.2011, 18:11

1. mich stört die panikmache in jedem fall. auch bei den abstürzen oder einbrüchen etc. - sie verzerrt nämlich die wahrnehmung der menschen. man darf ja nicht vergessen, dass viele leute glauben, was in den zeitungen steht.

2. ich versteh nicht, was du meinst.

ravenna
00
12.6.2011, 18:35

2. Hinsichtlich "500 Menschen kennen".

Ich "kenne" auch z.B. Bill Clinton und Brad Pitt. Zählen die auch?

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