"Macht Arbeit krank?"

Invaliditätspensionen: Psychische Probleme nehmen zu

1. Juni 2011, 10:18

Pensionsversicherungsanstalt: "Wir glauben nicht, dass alle so krank sind"

Wien - Psychische Erkrankungen sind in Österreich der häufigste Grund für Invaliditätspensionen. Mit 44,5 Prozent haben sie mittlerweile alle körperlichen Leiden als Hauptursache für den vorzeitigen krankheitsbedingten Ruhestand überholt. Bei einem Kamingespräch des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen (BÖP) unter dem Motto "Macht Arbeit krank?" wurden in Wien Strategien für erfolgreiches Arbeiten diskutiert.

Der Generaldirektor der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), Winfried Pinggera: "Knapp 50 Prozent der krankheitsbedingten Frühpensionierungen sind psychisch bedingt." Er forderte dazu auf, stärker in die Behandlung zu investieren. "30.000 Menschen in Österreich sagen jedes Jahr, ich habe Burn-out, bin psychisch krank und muss in Pension gehen. Wir glauben nicht, dass alle so krank sind, dass sie pensioniert werden müssen."

Steigende Anforderungen

Paul Jimnez, Leiter der BÖP-Fachsektion Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie, ortet den Grund für die steigende Zahl psychischer Erkrankungen auch in den wachsenden Aufgaben des Arbeitsalltags. "Die Anforderungen steigen und die Menschen sind für höhere Belastungen sensibler geworden." "Sinnstiftende Arbeit ist der Schlüssel", sagte Werner Wutscher, ehemaliger Vorstand der Rewe Austria AG. Auch für die wirtschaftlichen und ökonomischen Interessen von Unternehmen seien Präventionsmaßnahmen wichtig, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen.

Arbeitspsychologie

Eine Maßnahme für die Prävention von Stress, Burn-out und Depressionen sieht der BÖP im Einsatz von Arbeitspsychologen. "Für uns ist es wichtig, dass ein Arbeitspsychologe selbstverständlich wird", so die Präsidentin des BÖP, Ulla Konrad. Das Angebot in den Firmen wächst, viele Unternehmen seien jedoch noch nicht über die Tätigkeiten von Arbeitspsychologen informiert.

Diese müssen zusätzlich zu ihrer sonstigen Ausbildung umfangreiche Leistungen nachweisen und über Praxiserfahrung verfügen, die speziell zertifiziert wird. "Ein Arbeitspsychologe kann mithelfen, die Arbeit so zu gestalten, dass sie persönlichkeitsfördernd ist", sagte Jimenez. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 49
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Thomas Paar1
 
02
12.10.2011, 20:13
Keine Invalidenrente

Invaliden werden von der PVA St. Pölten abgewiesen. Aus diesem Grund gibt es am Dienstag den 18.10.2011 um ca 9 Uhr eine Demonstration.

anyuser
 
01
12.10.2011, 09:29
arbeitspsychologen sollen doch nur die

weiterhin unverbesserten arbeitsbedingungen schönreden bzw verschleiern, nach dem motto: wir tun ja eh was....
wenn die arbeit zu viel für die menschen ist weil die menschen nicht mehr mit den maschinen mithalten können dann helfen arbeitspsychologen genau gar nichts, da hilft nur eine besteuerung der maschinellen arbeitskraft und der kapitalerträge.

tortoise
10
16.7.2011, 02:09
Ich glaube es auch nicht...

Vielmehr halte ich diese "Explosion" an Psychosen / Neurosen vornehmlich für eine Reaktion von Arbeitnehmern (-innen) an unterqualifizierten Positionen, die offensichtlich durch den Konkurrenzdruck (Öffnung der Arbeitsmärkte, Nachdrängen von besser ausgebildeten jungem Personal) unter Vorgabe von übermässigen psychischen Druck ("Mobbing" oder "Bossing"), bzw. organischen Erkrankungen ("Rückenschmerzen") einen (natürlich sinnlosen) Antrag auf Erwerbsunfähigkeitspension stellen. ("Beim Schwager hats ja auch funktioniert") In der Folge sind Sozialgerichte oft jahrelang mit diesen Fällen beschäftigt und Tausende von Euros werden für SINNLOSE Folgegutachten verschwendet.
Natürlich müssen deshalb die Bestrebungen der Öffentlichkeit primär eine Re

tortoise
20
16.7.2011, 01:29
Einfach aussteigen...

...aus unserem übersozialisierten "Nimm-was-Du-Kriegen-kannst Staat"...! Früher waren's die Griechischen Inseln, heute ist's ein selbstgewählter Wechsel zwischen Arbeitsmarktservice mit seinen überwiegend als sinnlos empfundenen Schulungen und geschundenen Krankenständen... Aufgrund zahlloser Subventionen, Entgeldfortzahlungen und der Mindestsicherung sinkt dann noch verständlicherweise die Bereitschaft gerade der Schlechtverdiener, überhaupt noch einen Finger krummzumachen... So kann's nicht gehen!

Liebe Politiker, denkt's Euch was aus - dafür bezahlen wir euch! Das ist Euer ureigenes Geschäft! Ideen sind gefragt!

anyuser
 
01
12.10.2011, 09:34
massive lohnerhöhungen und arbeitszeitverkürzungen

werden notwendig. alleine schon der einspareffekt im gesundheitsbereich wenn wir die arbeit auf alle gerecht aufteilen würden und kürzer arbeiten.
auch mental würde da ein ruck, ein wind durchs land gehen, die leute würden wieder aufatmen können und mit erhobenen häuptern aufrecht gehen. eine arbeitszeitverkürzung hätte soviele positive synergien daß man sich wirklich fragt ob all diese experten nicht etwa dafür bezahlt weden daß sich weiterhin nichts ändert.
warum wird die wiedervermenschlichung der arbeitswelt nicht einmal versucht ?

Emil Sacklinger
 
12
ich bin zwar nimmer der jüngste, arbeite aber immer noch

(meist) verdrossen dahin und zeig' dem burn-out die zunge.

(dass mich böse zungen hinter meinem rücken als "den alten trottel vom 2. stock" bezeichnen - tja, viel' feind, viel ehr')

janek
03

Eins verstehe ich beim besten Willen nicht – was haben dabei PVA-Beamte zu glauben?

JEDER Pensionsanwärter wird zu vielen (von der PVA bezahlten) Gutachtern (also gerichtlich beeideten Fachärzten mit FACHWISSEN über jeweilige Erkrankungen) zwangsweise geschickt, von denen werden in Folge ärztliche Gutachten erstellt - und solche Gutachten sind von PVA-Beamten OHNE WENN UND ABER zu akzeptieren!

Alles andere (vor allem das Denken) sollten die PVA-Beamte den Fachärzten überlassen!

Harry Y.
 
02
Persönlichkeitsfördernd?

Das könnte ein moralisierender Begriff sein. Er klingt so, als könnte die Arbeit in einer Fabrik ein Ersatz für Persönlichkeitsbildung in der Schule und Erziehung sein. Wenn man ihn bitte auch erklären würde. Danke.

Arbeit muß Freude machen. dh auch, fördern. Gerade in der Industrie und im Handel ist es häufig nicht so. Die kapitalistische Gesellschaft sorgt dafür, dass der Sinn abhanden kommt. (Marx, Anders usw.) Warum wird diese Tatsache nie angesprochen? Wie sollen sich Menschen im ganztägigen Schlichten von Gurken erfüllt fühlen?

Was dieses "sinnstiftend" bedeuten soll, ist leider auch vage gehalten. Wer bestimmt den Sinn? Arbeit muß genug Sinn machen für den Menschen selbst.

Harry Y.
 
02

Arbeitspsychologen haben zweifelsohne eine sehr wichtige Funktion, sowie auch die betriebliche Gesundheitsvorsorge. Stark hierarchisch orientierte Unternehmen werden sich wohl dagegen wehren. Vermehrte Partizipation an Arbeitsprozessen (und auch Gewinn) ist jedoch zur beruflichen Zufriedenheit unabdingbar.

Harry Y.
 
02

Es gibt jedoch etwas, was mir ein bisserle Sorgen macht, und das ist deren Anstellung durch das Unternehmen (bzw. das AMS).

thommerrillin
00
Die Zahl der Invaliditätspensionisten

ist genau seit der letzten Pensionsreform ständig am Steigen und liegt nun etwa 50 % höher als im Jahr 2001. Reiner Zufall?
Ich bin sicher, wenn dann die sogenannte Hacklerpension abgeschafft wird, gibt es nochmals ein sprunghaftes Ansteigen der Erwerbsunfähigkeit aus psychischen Gründen.

hurchzua
32
Die eigentliche Frage ist,

ob wirklich die Kranken mehr werden oder nur die Diagnosen.

anyuser
 
01
12.10.2011, 09:34
nein

bloss die aufgehetzten, rechtsextremen hetzer werden mehr

sociovation
12
Das ist in der Fachwelt

tatsächlich höchst umstritten.
Meiner Beobachtung nach ist beides richtig.
Psychische Krankheiten sind sowohl im Steigen UND werden auch häufiger als früher als solche diagnostiziert.
Dafür gibt es aber in anderen Bereichen, z.B. bei Herz-Kreislauferkrankungen als auch bei Erkrankungen des Bewegungsapparats einen starken Rückgang der diagnostizierten Erkrankungen.
Was wiederum dafür spricht, dass jetzt die Menschen eher in dem für sie richtigen Fachbereich, nämlich in der Psychosomatik, landen.

sociovation
00
Das ist in der Fachwalt

Herbert Prikopa1
02

"mein Psychiater hat sich aufgehängt, jetzt brauch ich einen neuen"

Funny van Dannen

Passt irgendwie zu dem Artikel und zu der Tatsache, dass mein Psychotherapeut in Frühpension gegangen ist...
Mal schauen ob der oder die neue mich auch arbeitsfähig hält... :-)

sociovation
01
Wenn Sie der Meinung sind,

dass Ihr Psychotherapeut für ihre Arbeitsfähigkeit verantwortlich ist, dann hatten Sie vor allem einen Therapeuten - den Falschen...

Herbert Prikopa1
00

Wer soll denn sonst verantwortlich sein?

Kondratjew -Zyklus
 
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Die Ärztin der PVA St.Pölten riet mir zur "Psychischen" Krankheit.

Mein Bandscheibenriss sei als Erwerbsunfähigkeits-Pensionsgrund politisch nicht erwünscht. Sogar zwei "geneigte" Ärzte hat sie mir empfohlen.

Harry Y.
 
01
Welche Ärztin der PVA St. Pölten?

Eine Gutachterin? Wie sind Sie denn noch vor dem Gutachten selbst zu ihr gekommen?

Kondratjew -Zyklus
 
01
Die Pensionsversicherung lädt bei einem Antrag auf Erwerbsunfähigkeitspension zu einer Untersuchung durch eine/n von der PVA ausgewählten Arzt/Ärztin in die Kremserstraße.

Diese "Untersuchung" soll klären, ob eine Ablehnung und damit ein folgendes Sozialgerichtsverfahren für die PVA Kosteneinsparungschancen bringen könnte.

Harry Y.
 
00

Aha...

Kondratjew -Zyklus
 
00
Soso.

hurchzua
12
Da geht es nicht darum, dass Bandscheibenleiden "politisch nicht erwünscht" wären

Nur kann man mit beleidigten Bandscheiben durchaus noch in einem Büro arbeiten - mit einer schweren psychischen Krankheit nicht.

Und da haben sie auch den wahren Grund, warum psychische Krankheiten bei Angestellten beinahe die einzige Chance auf eine Berufunfähigkeitspension sind.

Kondratjew -Zyklus
 
02
Gut, dass Sie meinen Fall und hundertausende weitere Fälle per Ferndiagnose beurteilen können.

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