D9-Konferenz

Eric Schmidt: "Wer Sicherheit will, sollte Mac statt Windows nutzen"

Birgit Riegler , 1. Juni 2011, 10:21

Der Google-Vorstand über Facebook, Transparenz, Microsoft und den Musikmarkt

Auf der diesjährigen D9-Konferenz von All Things Digital erklärte Googles Vorstandsvorsitzender Eric Schmidt, wieso Social Networks so wichtig seien und warum Microsoft keine Schlüsselrolle mehr in der Industrie einnehme. Und obwohl Apple Googles schärfster Konkurrent am Smartphone-Markt ist, sieht Schmidt Mac OS als bessere Plattform im Vergleich zu Windows.

Android für Touchscreens, Chrome OS für Keyboards

Google hat sich von einem reinen Suchmaschinenanbieter zu einem Unternehmen mit einer komplexen Consumer-Plattform entwickelt. Mit Chrome OS versucht Google nun auch am Markt für Desktop-Rechner Fuß zu fassen, wenngleich auch mit einem vollkommen anderen Ansatz als Windows oder Mac OS. Android adressiert Google für Geräte mit Touchscreen wie Smartphones und Tablets, während Chrome OS auf Geräte mit Keyboard abzielt, wie etwa Netbooks, erklärt Schmidt die Strategie. In Zukunft könnten die Plattformen jedoch auch verschmelzen. 

Mac sicherer als Windows

In Punkto Sicherheit empfiehlt Schmidt freilich, den hauseigenen Browser Chrome einzusetzen und beispielsweise die Zwei-Wege-Authentifizierung für Google-Konten zu aktivieren. Der ehemalige Google-CEO hat noch einen weiteren Ratschlag für mehr Sicherheit parat: "Man kann einen Mac statt einem PC verwenden." Für Macs gebe es noch viel weniger Viren als für Windows. Dieser Ratschlag seitens Schmidt kommt nicht ganz überraschend, war er doch viele Jahre Vorstandsmitglied bei Apple. Allerdings wurde die Mac-Plattform erst vor kurzem von einer großen Maleware-Attacke gebeutelt, bei der das vermeintliche Antivirenprogramm MacDefender dazu genutzt wurde Kreditkartendaten auszuspionieren.

"Gang of Four"

Microsoft hat für Schmidt generell den Biss verloren. Er sieht neben Google selbst noch drei weitere Unternehmen, die die Industrie derzeit beherrschen: Apple, Amazon und Facebook. Zusammen würden die Unternehmen die "Gang of Four" bilden. Bei allen vier Firmen handle es sich um Consumer-Marken, die einzigartige Services bieten und sehr erfolgreiche Plattform-Strategien entwickelt hätten. Microsoft gehöre nach Ansicht Schmidts nicht dazu, da die Redmonder es nicht geschafft hätten, ihre Consumer-Plattform voranzutreiben. Das Unternehmen habe zwar die Xbox, doch dabei handle es sich um keine Plattform auf "Computer-Ebene". Bei Microsoft gehe es nach wie vor hauptsächlich um Windows und Office.

"Bewundere Facebook"

An einem der "Gang of Four" hat sich Google allerdings bislang die Zähne ausgebissen. Facebook habe etwas geschafft, das es viele Jahre lang nicht in der Branche gegeben habe: den Usern eine Identität im Web zu geben. Schmidt selbst habe viele Jahre gewusst, wie wichtig das sei, es jedoch nicht umsetzen können. Je mehr Google über die User wisse, desto besser könne es Suchergebnisse und letztendlich Werbung abstimmen - was immer noch Googles Hauptgeschäft bildet. Schmidt betont dabei, dass Transparenz das Um und Auf sei. Man müsse den Nutzern  Kontrolle über ihre Daten geben und lasse sie selbst entscheiden, welche Informationen sie mitteilen wollen. Google sage den Nutzern, was es über sie weiß. Über das Google Dashboard etwa haben User Zugriff, welche Daten mit ihrem Google-Account verknüpft sind. 

"Ich hab's verbockt"

Doch der große Such-Deal mit Facebook ging Google durch die Lappen und schließlich an Microsofts Bing. Schmidt nimmt die Verantwortung dafür, dass das Unternehmen Facebook bislang nichts entgegenzusetzen hat, auf seine Kappe. "Ich wusste genau, dass ich etwas tun muss und ich habe es nicht geschafft. Als CEO sollte man Verantwortung übernehmen. Ich hab's verbockt", so Schmidt.

Musik fundamentaler Dienst

Ein weiterer Bereich, wo Google bislang keine großen Erfolge verbuchen konnte, ist Musik. Das Unternehmen hat zwar vor kurzem einen ähnlichen Cloud-Streaming-Dienst wie Amazon gestartet, doch ebenfalls ohne Lizenzen der Musiklabels. Man habe es trotz intensiver Versuche nicht geschafft sich mit den Labels zu einigen. Dabei sei Musik jedoch ein fundamentaler Dienst für mobile Geräte, so Schmidt. Erst jetzt wurde bekannt, dass Google den Labels 100 Millionen US-Dollar für Lizenzen gebotten hatte. Doch die Verhandlungen seien abgebrochen worden, da sich die Labels daran störten, dass Suchergebnisse bei Google teilweise zu illegalen Kopien führten (der WebStandard berichtet).

Keine Absicht zu gehen

Trotz dieser Rückschläge und auch wenn seit April nun Larry Page das Ruder bei Google als CEO übernommen hat, habe Schmidt keine Absichten das Unternehmen bald zu verlassen. Er wolle noch viele Jahre dabei bleiben, erklärt Schmidt und setzt mit einem kleinen Augenzwinkern nach, eventuell auch bis nach seinem Tod, wenn man seinen Sarg bei Google aufstellen wolle. (br/derStandard.at, 1. Juni 2011)

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Kakanien lebt!
00

"Allerdings wurde die Mac-Plattform erst vor kurzem von einer großen Maleware-Attacke gebeutelt".

eine FEMALE-attacke wäre mir bei weitem lieber gewesen!!!

nukularteilchen
00

Sicher ist nix. Alles ist Beta,Betriebsysteme, Programme, wir Menschen, unvolkommene Wesen...

« nightmareSurviver »
40
Google & Apple können sich ganz feste die Hände schütteln

von Sichheit keinen Tau : )

ThePeanut
01

Sie scheinen da ja kräftig mit zu schütteln.

« nightmareSurviver »
00
korrekt

nachddem ich
a) davon leben kann, daß ich weiß wie Suchmaschinen funktionieren
b) 10 Jahre im Bereich IT-Security gearbeitet habe
c) Microsoft (für mich!) einfach sympatischer, sicherer & kompatibler ist

« nightmareSurviver »
20
Google & Apple können sich ganz feste die Hände schütteln

von Sichheit keinen Tau : )

cupertino
01
sicherheit ist ...

... mit helm im bett liegen und das haus nicht mehr verlassen. mit dem ipad dabei im web surfen ist ok.

« nightmareSurviver »
10
geiler Kommentar cupertino!

die Headline sollte außerdem lauten:
wer sich sicher sein will genau wie von Google voll und ganz ausspioniert zu werden sollte auf den Mac wechseln! *g*

ThePeanut
00

Oh ja, die wollen alles über Sie wissen, Sie sind ja eine solche interessante und besondere Person unter 6 Milliarden von Menschen und Ihre Kaufkraft ist so wichtig.

meineMeinung1969
00
Unter´m Strich ...

... ist es egal, ob Windows oder Mac OS. Es wird immer auf den eingeschlagen, der die Oberhand hat. Würde Mac Windows überholen, würden sich die Virenschreiberlinge auf Mac einschiessen und dann hätte Apple die selben Probleme wie sie Microsoft mit dem Virenthema hat. Selbes gilt auch für Linux.

mM

Mausi-Mausi
00
Da ist was drAn

Vor Allen täts den virenschreibern gut

grumbleduke
 
40
Das ist es? "Man könne Mac verwenden, weil es dafür weniger Viren gibt." ...

sowas wird dann zur Headline "Wer Sicherheit will, sollte Mac statt Windows nutzen"

Das erinnert frappant an die Argumentation des seligen Wojtyla, der angesichts der AIDS-Seuche in Afrika auch auf Enthaltsamkeit als plädierte.

Ansonsten:
http://www.youtube.com/watch?v=no11eIx0x6w

Haupteinfallstor für Malware aller Art ist der Browser - davor erzählt uns der ehemalige CEO von Browser-Hersteller Google aber nichts.

untitled
05

ein hinkender und absolut unangebrachter vergleich..

Deserteur
00
Google sollte also in allen Bereichen als Nummer Eins die Führung übernehmen?

...und am Besten gleich die anderen großen Vier schlucken?
Damit wir dann alle noch mehr genau auf uns abgestimmte Werbung bekommen...
genau die, die wir uns so sehr wünschen und die uns glücklich macht...

ThePeanut
00

Mir ist es lieber Werbung zu bekommen, die mich interessieren könnte, als ein Ad für Viagra oder Anti-Aging-Créme. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Sie alle hier mit der personalisierten Werbung haben.

From the Balcony
03

ah, alle anwesend..
wer füh suder wird ned pudert, wie Lana schon sagte..

hellfast
02

true that.

Toni De La Merde
02

Wer Sicherheit will, sollte kein gmail/google Konto haben...

Naeich
 
10
Weder

noch

Der Naseweiß
41

der hat irgendwie nen knick in der logik... was meint der denn was in sachen viren passieren wird, wenn plötzlich der marktanteil von macs steigt, weil jeder meint es wäre das sicherere OS?

Amanda allein zuhaus
01

Gar niches passiert; weirs Märchen ohne wahren Kern gibt.

ravenna
00

Er hat eine Empfehlung für einzelne abgegeben. Und da wird sich der Marktanteil jetzt wohl kaum deshalb gravierend ändern.

·Übermorgen·
02
Nennen sie einen funktionierenden Virus für Mac OS X, nur einen.

Dann reden wir weiter über Marktanteile und Sicherheit.

Bauchnabelerkundungsassistent
20

genau da liegt doch der punkt! Mac's sind für hacker, cracker (oder wie sie nun alle heissen) einfach aufgrund ihres viel zu geringen marktanteils unintressant.

wenn ichs darauf abgesehen hätte durch viren irgendwelchen schaden hervorzurufen würd ich auch nicht viren für geräte programmieren, bei denen ich mir sogut wie sicher sein kann, dass der virus sich nie großflächlich verbreiten wird

mal ganz davon abgesehen gibt es sicherlich schon viren für macs, nur liegt das problem der infizierung fast immer zwischen stuhl und pc...

Herr Gog
00
13.6.2011, 18:06
deswegen...

...gibt es ja auch immer mehr Schadprogramme für Smartphones. Und hier dominieren Andriod und iOS.
Das wird dann auch ganz einfach, diese dann auf Chrome oder OSX anzupassen und schon gibt es für alle gleichviele Vieren / Schadprogramme

und nu?

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