CO2 und Korallenriffe: Blick in eine saure Zukunft

2. Juni 2011, 20:56

Natürliche Kohlendioxidquellen zeigen Wissenschaftern, wie die Folgen der ansteigenden Treibhausgasemissionen aussehen könnten

Natürliche Kohlendioxidquellen in Papua Neuguinea geben Forschern die besondere Chance zu sehen, wie tropische Korallenriffe sich verändern, wenn dem vom Menschen verursachte Kohlendioxidausstoß keine Grenzen gesetzt werden. Bleibt alles beim Alten schätzen die Klimaforscher vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dass bis zum Jahr 2100 die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre auf mindestens 750 ppm ansteigen wird. Die Ozeane werden etwa ein Drittel dieses zusätzlichen CO2 aufnehmen, was dazu führen wird, dass der pH-Wert von 8,1 auf 7,8 fallen wird.

Katharina Fabricius, Wissenschafterin am Australian Institute of Marine Science (AIMS) hat zwei Expeditionen mit Forschern aus sechs Ländern, darunter Papua Neuguinea, USA und Deutschland, geleitet. Das Team untersuchte drei natürliche Kohlendioxidquellen in der Milne Bay Provinz auf Papua Neuguinea. Die Quellen wurden vor ein paar Jahren von Fabricius per Zufall entdeckt, als sie Biodiversitätsstudien betrieb.

Diese Quellen sind deshalb so einzigartig und wertvoll für die Forschung, weil sie kühle Quellen sind und CO2 in einem tropischen Korallenriff produzieren. Die neuen Untersuchungen geben Wissenschaftern erstmals die Gelegenheit, die Effekte von ansteigenden Kohlendioxidemissionen auf ein Korallenriff zu betrachten. Ursache für die an den Quellen aufsteigenden Blasen von Kohlendioxid ist vulkanische Aktivität.

Gewinner und Verlierer

Diese Woche erscheint eine Arbeit über die ersten Ergebnisse im Journal Nature Climate Change. Hier berichten zum ersten Mal Forscher über ein tropisches Korallenriff-Ökosystem, das sich an gestiegene Kohlendioxid-Konzentrationen angepasst hat. "Unsere Ergebnisse belegen, dass es einige Gewinner, aber viele Verlierer geben wird, wenn tropische Korallenriffe dem gestiegenen Säuregehalt des Ozeans ausgesetzt werden," sagt Fabricius.

"Früher konnten wir nur mit Laborversuchen arbeiten. Diese wichtigen Experimente zeigten zwar den schädlichen Effekt der Ozeanversauerung auf viele Arten, aber die natürlichen Quellen in Milne Bay geben ein viel deutlicheres Bild darüber, was passiert, wenn ein gestiegener Kohlendioxidgehalt für viele Jahrzehnte auf eine Korallenriff einwirkt. Wir konnten um die Quelle einen pH-Gradienten messen. Je dichter wir uns der Quelle näherten, desto niedriger wurde der pH."

"Mit absteigendem pH verringert sich die Anzahl und Arten der Korallen und die Diversität fällt um 40%. Große massive Steinkorallen (Porites sp.) dominieren das Riff nahe der Quelle. Die Dichte verzweigter und flechtenförmiger Korallen und von Weichkorallen und Schwämmen verringerte sich um Zweidrittel. Die wichtigste Information für uns war, dass unterhalb von pH 7,7 das Riff nicht weiter wuchs," meint Fabricius.

Mehr Seegras

Martin Glas, Co-Autor vom Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie ergänzt: "Nicht nur die Korallen litten unter dem gestiegenen CO2-Gehalt, auch andere Kalkbildner wie Foraminiferen und bestimmte Algen gingen deutlich zurück. Das ist eine besonders schlechte Nachricht, denn diese Organismen tragen wesentlich zum Kalziumkarbonat-Haushalt des Riffes bei. Sie sind die Schlüsselorganismen für ein gesundes Riffsystem." Unter den wenigen Gewinnern ist das Seegras, das sich drei bis vier Mal stärker ausbreiten konnte.

Fabricius betonte, die Versauerung der Ozeane führt zu einer deutlichen Veränderung im Ökosystem Korallenriff. "In den Bereichen mit hohem Kohlendioxidgehalt gibt es 50-80% weniger junge Korallen. Das Riff wird damit anfälliger für Naturereignisse wie tropische Wirbelstürme. Wir können zeigen, dass die Artenvielfalt eines Korallenriffs mit ansteigendem Kohlendioxidgehalt abnimmt." (red)

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Educated2ndGuesser
00
Nostradamus

sollte sich den Zollstock schanppen, die Taucherbrille aufsetzen und z.B. das GBR schnorchelnd erkunden und käme zum Schluß:

"At the scale of the whole GBR, there was no net decline in hard coral cover between 1995 and 2009."
Zitat:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/artic... MC3053361/

Schon wieder kein mensch-gemachter Weltuntergang
:-)

nomad13
00
27.6.2011, 19:39

verflu chte sprechblase wegclicken

nomad13
00
27.6.2011, 19:36

t

meine güte1
23
Versauerung der Meere!

Wenn ich so einen Unfug schon höre!

Der ph-Wert des Meeres liegt weit im alkalischen Bereich. Die Vermehrung des Spurengases CO2 führt zwar zu einer Verringerung des phs, aber von einer Versauerung zu sprechen ist nichts weiter als sensationsheischender Populismus, denn der ph-Wert liegt auch in den am stärksten negativen Szenarien noch immer weit über 7.0

Außerdem fördert CO2 das Pflanzenwachstum auch im Meer und hemmt das Algenwachstum.

Aus letztgenanntem Grund führen Aquarienliebhaber CO2 zu. Es sind nämlich schon manche Aquarien und auch Teiche durch die Algenpest gekippt.

x51
20
Übersetzung 03.06.2011 23:55:

"wir bewahren den Ozean mit CO2 vor der Eutrophierung"

?!?!?!?!

Der Ozean ist demnach also vergleichbar mit einem handelsüblichen Aquarium, wie toll, auf einmal wird mir ALLES KLAR!!!

modell t5
00
16.6.2011, 07:04
Und ihr vergleicht ständig das komplexe Klima

mit den lächerlichen Modellen, die uns wie das Delphische Orakel die Katastrophe verkünden.

F S 3
04
Hier die genaue Erklärung des FS3, wieso diese Behauptungen über angebliche "Versäuerungen" gespinter Unfug sind und - ganz im Gegensatz zu den Beteuerungen eines gewissen Alex79 - mindestens "unredlich" sind…



http://derstandard.at/plink/129... 5/20238976

Und wie immer, wenn das FS3 fachlich ein Schäuferl zulegt (was es hier wg.Rücksichtnahme auf die vielen Laien-Leser meist unterläßt) stieg auch "Wetterfachmann" Alex79 sofort aus der Diskussion aus - und zog es vor durch Schweigen zu glänzen.

Alex79
01

Ich wuerde sagen Häuferl, nicht Schäuferl.

Ihre Selbstverlinkung ist ja wirklich wieder einmal ein kolossales Eigentor, wie von 1000undeine8 treffend formuliert!

1000undeine8
01

zu ihren vorwurf, dass experimentell der pH-wert üblicherweise mit säuren eingestellt wird (in ihren augen "bewusster betrug"):

derStandard, 02. Juni 2011, 20:56: "Natürliche Kohlendioxidquellen zeigen Wissenschaftern, wie die Folgen der ansteigenden Treibhausgasemissionen aussehen könnten."

link: steht soeben in der adresszeile ihres browsers.

FS3, die besenstielkiste intellektuellen tieffluges...
http://de.wikipedia.org/wiki/Bese... stielkiste
http://www.youtube.com/watch?v=uhgYL6IhubM

Alex79
21

Welch anmaßende Weltanschauung Sie haben. Ihre Posts triefen vor uninformierter Verachtung gegenüber der Wissenschaft und Ihrer Erkenntnisse.

Ich würde Sie gern mal im Gespräch mit einem der Wissenschafter erleben, die Sie hier immer so schlechtreden. Wahrscheinlich würden Sie denen von Angesicht zu Angesicht zu Ihrer Arbeit gratulieren und sich ein Autogramm geben lassen.

Aber hier in der Anonymität, da trumpfen Sie groß auf.

meine güte1
00
Wo bitte bin ich anmäßend?

Was kann denn ich dafür, dass Algen einen niedrigen ph-Wert nicht mögen und dieses Faktum sich noch nicht so ganz herumgesprochen hat?

Alex79
11

Laut Ihnen ist "Versauerung der Meere" ein "Unfug".

Eine schnelle Suche nach "ocean acidification" auf Google liefert ueber 730000 Resultate, auf Google Scholar lassen sich mal schnell ueber 700 wissenschaftliche Arbeiten mit diesem Begriff im Titel finden: http://scholar.google.com/scholar?q... as_sdtp=on

Aber es ist ein Unfug, gell? Das ist meine Definition von anmaßend: Sie haben keine Ahnung wovon Sie reden, aber in Ihren Postings sind Sie schlauer als die Wissenschafter die Ihr Leben lang diese Dinge erforschen.

meine güte1
15
Unfug deswegen,

weil das alles populistisches Getöse ist.

Mit dem Begriff "Versauerung" wird ein anderer Inhalt transportiert, als wenn der ph vom stärker alkalischen in den weniger alkalischen Bereich sinkt. Der Begriff legt dem unbedarften Normalbürger nahe, dass sich die Ozeane in ätzende Säuren verwandeln, was überhaupt nicht der Fall ist. Das ist Alarmismus gekoppelt mit Populismus.

Alex79
20

Nein, ist es nicht; im Artikel steht klar drin von wo nach wo sich der pH Wert bewegt, oder?

Sie unterstellen damit nicht nur der Wissenschaft unredliche Absicht sondern auch dem Normalbuerger Dummheit. Damit ist das eigentlich gleich doppelt anmaßend.

1000undeine8
00

unter "versauerung" versteht man eine abnahme des pH-wertes, egal wo der ursprüngliche pH-wert gelegen ist.

so nebenbei: algen zählen zu den pflanzen (ausnahme: blaualgen. das sind eigentlich bakterien).

meine güte1
00
Übrigens zählen auch Bakterien zu den Pflanzen

Deswegen heisst es auch Bakterienflora, nicht Bakterienfauna.

meine güte1
00
Die Taxonomie ändert sich im Laufe der Zeit

Faktum ist, dass Bakterien etliche Eigenschaften von Pflanzen haben und diesen in einiger Hinsicht näherstehen als den Tieren. Es gibt sogar einige Arten, die Chlorophyll produzieren und photosynthetisch aktiv sind.

Und ja, vergessen Sie bitte die Wikipedia.

1000undeine8
00

blablabla. ihre belehrungen sind ein witz. bevor sie hier weiter oberlehrerhaft ihre biologischen unterstufen-kenntnisse aus dem jahre schnee zum besten geben, würde ich ihnen empfehlen, wikipedia nicht zu vergessen und etwas nachzulesen, was seit jahrzehnten über die entwicklungsgeschichte von bakterien, pflanzen und tieren bekannt ist (stichworte: eurkaryoten, prokaryoten, mitochondrien, chloroplasten, endosymbionten-theorie).

meine güte1
00
Bla,bla, bla!

Gibt es Bakterien, die photosynthetisch aktiv sind oder nicht?

Ja oder nein?

Die taxonomischen Zuordnungen sind eben variabel, genauso wie es variabel ist, ob Pluto ein Planet ist oder nicht.

1000undeine8
00

ihre ignoranz wird nur mehr von ihrer penetranz übertroffen.

die taxonomische zusammenfassung von pflanzen mit tieren und pilzen zu eukaryoten (organismen mit zellkern und mitochondrien) ist weder willkürlich noch in widerspruch zur existenz von freilebenden, photosynthetisch aktiven, prokaryotischen bakterien (ohne zellkern, ohne mitochondrien). ganz im gegenteil.

http://de.wikipedia.org/wiki/Endo... tentheorie

meine güte1
00
Und wieder ein Wikipedialink

Die Zuordnung, ob Pluto ein Planet ist oder nicht, ist auch nicht vollständig willkürlich.

Mit der Taxonomie ist das so eine eigene Sache. Sie dient in erster LInie dazu, damit WIR uns leichter zurechtfinden. Wenn man vermeint, die Natur derart schubladisieren zu können, ist man ohnehin auf dem Holzweg.

1000undeine8
00

wikipedia liegt unter ihrer akademisch-intellektuellen würde? bitte, hier in "nature":

http://www.nature.com/scitable/... f-14432998

Linek Karl
 
00

Ja, so logisch ist die Sprache. Ich rätsle auch, welche Tiere Sojamilch bzw. Kalkmilch geben. ;)

meine güte1
00
Glauben Sie jetzt, Sie erklären mir etwas Neues?

Dass die meisten Algen zu den Pflanzen zählen, lernt man im Biologieunterricht in der Unterstufe.

Das, was man nicht lernt, ist, dass Algen einen niedrigeren ph-Wert nicht mögen. Wenn in einem Gewässer der ph-Wert hoch ist (zusammen mit anderen Faktoren), kommt es zu einer explosionsartigen Vermehrung der Algen.

Algen bilden zwar tagsüber O2, in der Nacht wird allerdings O2 aufgenommen, mitunter in einem Ausmaß, dass das Gewässer so stark an Sauerstoff verarmt, dass alles Leben bis auf Amphibien abstirbt, das Gewässer kippt.

Verheerende Algenblüten gab es auch schon in größeren Meeren mit schlimmen Folgen für die Wirtschaft und Tourismus.

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