Kontrollexperte

"Hygiene-, nicht Bioproblem"

31. Mai 2011, 18:56

Kontrollexperte verdächtigt verunreinigtes Wasser

Wien - Als Fachmann in Sachen Agrar- und Biokontrolle könne er sich über den Ausbruch von Ehec "im Grunde nur wundern", sagt Hans Matzenberger. Denn die Produktions- und Verarbeitungsstandards für Gemüse - aus konventionellem ebenso wie aus biologischem Anbau - seien in der EU hoch: "Dass ein so gravierendes Hygieneproblem auftritt, ist eine sehr schlechte Überraschung", meint der Geschäftsführer der Austria Bio Garantie, die Biolandwirte in Österreich überprüft.

Und es handle sich um "ein Hygiene-, kein Bioproblem", das konventionell angebaute Gemüseprodukte ebenso betreffen könne, betont Matzenberger. Sein Verdacht: Mit Tierkot kontaminiertes Wasser müsse nach der Ernte mit den Gurken oder anderem Gemüse in Kontakt gekommen sein: Vor dem Verpacken im Ursprungsland oder, nach dem rund zwölf Stunden langen Transport in den Norden, in einem Zentrallager, von wo aus die Lieferungen in die Geschäfte gehen.

Da es über jede dieser Stationen Aufzeichnungen gebe, müsse der Verursacher auffindbar sein, "doch natürlich ist es eine schwierige Suche". Der Verursacher jedoch habe eindeutig die EU-Lebensmittelhygieneverordnung gebrochen: "Fürs Waschen oder die Benetzung von Gemüse darf nur Trinkwasser verwendet werden."

Für unwahrscheinlich bis unmöglich hält es Matzenberger, dass der Keim schon am Feld auf die Gemüse geraten konnte. Die Auflagen für den Umgang mit der aus Tierexkrementen bestehenden Gülle als Dünger seien hoch - vor allem im Bioanbau.

Biogemüse rund ums Jahr

Diese, so der Experte, unterliege EU-weit den gleichen, in EU-Verordnung 834 festgelegten, Qualitätskriterien. Auch in Spanien, wo in den vergangenen Jahren zunehmend Gemüsebauern auf Bio umgestiegen seien. In einer Gesellschaft, die von Regionalisierung schwärme, aber gleichzeitig rund ums Jahr wärmeabhängige Biogemüsesorten wolle, sei dies im Grunde positiv. (Irene Brickner/DER STANDARD, Printausgabe, 1. Juni 2011)

nicht mit mir und auch nicht ohne
11
und trotzdem komme ich nicht umhin

mich zu fragen, was denn da noch "bio" ist, bei einem 12stunden transport. kommt mir bitte nicht mit: herstellung und das drum herum wären unterschiedliche themen! da wird umwelt verschmutzung hoch 10 betrieben, aber alle - ich betone ALLE wollen bio!!! ist das nicht einen gedanken wert? dass "bio" draufsteht, beruhigt viele umweltverschmutzer, aber es handelt sich nicht wirklich um "bio" EU-krieterien mögen zwar erfüllt werden, aber das wars dann wohl.

nina yankow
02

auch ein in wien gekaufter käse aus vorarlberg hat locker 8h Transport hinter sich.

für gurken (und viele andere gemüse- und obstsorten) war es vor 3 wochen so oder so noch zu früh. ob man die bei uns im gewächshaus beheizt oder quer durch europa kutschiert, ist einerlei, es bedeutet so oder so erhöhten co2-ausstoß.
auch äpfel sind zu dieser jahreszeit aufgrund der kühlung nicht mehr klimafreundlich, egal wie "bio" sie sind.

bio bezieht sich ja auch nicht auf den energieverbrauch, sondern auf die herstellung (frei von pestiziden, kunstdünger, etc.).

Jo H
00

würde es in österreich mehr bio-landwirtschaft geben....

Marzipan40
11

...würden die österr. Bio-Gurken trotzdem nur von Juni bis August reif sein.

tock tock tock
00

Da frag ich mich doch echt, warum es für so ein Posting ein rotes Stricherl gibt!?

Jo H
06

der erste gescheite beitrag den ich lese.

warum seht der nicht auf der 1. seite, lieber standard?

Mathias
 
01
Außerdem müssten da die deutschen Behörden mal zugeben ...

... daß sie viel zu wenig Personal für effektive Hygienekontrollen haben!

Das was in Pro7 bei den Kontrolleuren gezeigt wird, ist auch nur zur Beruhigung der Bevölkerung gedacht.

nicht mit mir und auch nicht ohne
00
@Matthias

nicht nur bei den deutschen herrscht auf allen ecken und enden personalmangel...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.