2011 über acht Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben
Wien - Die Bundesregierung hat in ihrer jüngst präsentierten Strategie
für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) einmal mehr das Ziel verankert,
die Forschungsquote bis 2020 auf 3,76 Prozent zu steigern. Das Jahr 2011 wird
Österreich diesem Ziel allerdings nicht näher bringen, denn das dritte Jahr in
Folge bleibt die Forschungsquote mit 2,79 Prozent praktisch unverändert (2010:
2,78 Prozent). Das besagt der Forschungs- und Technologiebericht 2011, der am
Dienstag, laut einer Aussendung der Minister Karlheinz Töchterle (Wissenschaft,
ÖVP), Doris Bures (Infrastruktur, SPÖ) und Reinhold Mittlerlehner (Wirtschaft,
ÖVP) im Ministerrat präsentiert wurde.
Bei den Forschungsausgaben wurden 2011 über acht Milliarden Euro ausgegeben:
Es wurden 8,286 Mrd. Euro in FTI investiert, wobei mit 44,6 Prozent das Gros von
Unternehmen kam, gefolgt von der öffentlichen Hand (38,7 Prozent) und dem
Ausland (16 Prozent). Der Rest kam von gemeinnützigen Vereinen und
Gebietskörperschaften. Dass trotz der höheren Forschungsausgaben die
Forschungsquote nicht gesteigert werden konnte, führt die an der Erstellung des
Berichts beteiligten Statistik Austria auf die Steigerung des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) zurück.
Großteil kommt von Unternehmen
Obwohl der Löwenanteil der Forschungsausgaben schon jetzt von Unternehmen
kommt, braucht es laut Bures von deren Seite "jetzt eine noch stärkere
Beteiligung", wenn Österreich wie in der FTI-Strategie geplant zum "Innovation
Leader" werden solle. Gleichzeitig müsse die Effizienz der Forschungsförderung
weiter gesteigert werden.
Töchterle gab unterdessen als Ziel vor, "Investitionen in die
Grundlagenforschung bis 2020 auf das Niveau führender Forschungsnationen" wie
Schweiz und Israel zu heben. Mitterlehner kündigte an, "die Zahl jener
Unternehmen, die systematisch F&E (Forschung und Entwicklung, Anm.)
betreiben, binnen zwei Jahren um zehn Prozent und bis 2020 um 25 Prozent
erhöhen", heißt es in der Aussendung.
Der Forschungs- und Technologiebericht dokumentiert jedes Jahr die
Entwicklung der Forschungsquote im langjährigen Verlauf und vergleicht sie mit
international relevanten Ländern. Er wird im Auftrag von Infrastruktur-,
Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium von Joanneum Research (JR), dem
Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), dem Austrian Institute of Technology
(AIT) und Statistik Austria erstellt. (APA)