Ungenügende Tests

Nanopartikel womöglich schädlicher als gedacht

5. Juni 2011, 11:57
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    foto: andré dabrunz/uni koblenz-landau

    "Biological surface coating" nennen die Landauer Forscher die Anhaftung der Nanopartikel an die Oberfläche von Wasserorganismen, in diesem Fall der Wasserfloh Daphnia magna.

Studie: Bisherige Standardverfahren für die Bewertung der Risiken sind nicht ausreichend

Die bisherigen Standardtestverfahren für die Bewertung der Risiken durch sogenannte Nanomaterialien sind ungenügend; das befindet eine aktuelle Studie unter der Federführung der deutschen Universität Koblenz-Landau, die jetzt im internationalen Online-Journal PLoS ONE veröffentlicht wurde. In der Studie wurden nur durch eine geringfügige zeitliche Ausdehnung des Beobachtungszeitraums Auswirkungen von Nanomaterialien auf Gewässerorganismen sichtbar, die Standardtests nicht zeigen.

Die Wissenschafter vom Institut für Umweltwissenschaften beobachteten im Rahmen ihrer Studie die Auswirkungen von Titandioxid, eines der am weitesten verbreiteten Nanomaterialien, auf Wasserorganismen - und zwar über die bei Standardtests mit Wasserflöhen (Daphnia magna) vorgesehene Untersuchungszeit von 48 Stunden hinaus. Bei deutlich niedrigeren Titandioxid-Konzentrationen als denen, die in Standardtests Wirkungen zeigen, dehnten die Landauer Forscher den Beobachtungszeitraum auf bis zu 96 Stunden aus.

90 Prozent der Wasserflöhe starben

Wie unter normalen Umständen häuteten sich die neugeborenen Wasserflöhe erstmalig nach zirka 36 Stunden und konnten somit die Titandioxid-Nanopartikel, die sich in Form einer weiteren Außenhülle an sie geheftet hatten, abstreifen. Bereits nach zirka 60 Stunden hatten die Nanopartikel erneut an den Daphnien angedockt. Nur noch zehn Prozent schafften eine zweite Häutung, die unter normalen Umständen nach etwa 70 Stunden bei allen Wasserflöhen erfolgt. 90 Prozent der Daphnien starben.

Zwar sei bekannt, dass sich Stoffe, die bei höheren Partikelgrößen ungefährlich sind, in Nano-Größe aufgrund der im Vergleich zum Volumen sehr großen Oberfläche anders verhielten, erklärt Ralf Schulz, einer der Autoren der Studie. "Eine physikalische Beeinträchtigung von Wasserorganismen durch Nanomaterialien war bislang allerdings noch nicht bekannt", so Schulz weiter.

Es ließe sich nun aufgrund dieser Wirkungsweise der Nanomaterialien auf weitere schädliche Auswirkungen auf die Umwelt schließen. "Durch die mechanische Beeinträchtigung könnten auch andere Organismen im Wasser geschädigt werden, was sich über die Nahrungskette auf die Lebensgemeinschaften insgesamt auswirken könnte."

Neue Tests nötig

Das Ergebnis der Studie werfe die Frage auf, so Ökotoxikologe Schulz, ob neue Standardtests zur Risikobewertung von Chemikalien aufgesetzt werden müssten, die den Eigenschaften von Nanomaterialien und der durch sie verursachten physikalischen Beeinträchtigung der Umwelt besser Rechnung tragen würden. Neue Tests seien nötig, die mit der Entwicklung der Materialien und ihrem steigendem Einsatz mithalten könnten. "Die Produktion und Verwendung von Nanomaterialien hat im vergangenen Jahrzehnt enorm zugenommen", so Schulz. "Die Kenntnisse über die Auswirkungen von Nanomaterialien auf die Gesundheit des Menschen und die Ökosysteme sind allerdings nach wie vor mangelhaft." (red)

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Posting 1 bis 25 von 53
1 2
Eine Kreatur
00
21.6.2011, 18:21
na seien wir froh ..

das wir künstlich hergestellte nanopartikel schon seit mehr als einem jahrzehnt über diverse nahrungsmittel aufnehmen ..

. Diogenes
10
Die Überschrift ist irreführend

Eigentlich müßte es heißen "Nanopartikel für Wasserflöhe womöglich schädlicher als gedacht"

The_new_number_2
00
14.6.2011, 13:00

Falsch.

Objektiv_Subjektiv
20

Wie lange muss der Mensch noch bla bla, Wie lange muss der Mensch noch mit irgendwelchen Untergangsszenarien nerven ?

au contraire
20

Was passiert eigentlich, wenn jemand ein Gurkenglas voller Nanopartikel fallen lässt und sich die in alle Winde verstreuen?

Feinstaubalarm?

bläh! bläh!
00

was hat die nanotechnik bisher weltbewegendes gebracht außer autoshampoos mit lotusblüteneffekt und ordentlich profit?

Eine Kreatur
00
21.6.2011, 18:24
mars-riegel und ähnliche lebensmittel werden schon seit über einem jahrzehnt

mit einer nanobeschichtung versehen, damit die schokolade mit der zeit/temperatur nicht bleich wird und es immer schön "frisch" aussieht ..

und es gibt noch haufenweise andere anwendungen und beschichtungen von alltagsgegenständen, die wir vermutlich alle gar nicht wissen wollen ..

aber selig sind die ahnungslosen .. die konsumieren und fressen alles, was sie kaufen können und fragen nicht einmal danach, welche regelungen, grenzwerte und normen es gibt und WIE die überhaupt zustandegekommen sind ..

. Diogenes
00
Was ist schlecht an ordentlichem Profit?

Ach ja, wir leben ja in Österreich.

Andreas Grois
00

Schnelle Computer, Lab on a Chip, Unglaublich empfindliche Infrarotsensoren, OLEDs,...

The_new_number_2
00

Um diese Art von Nanotechnologie geht es hier überhaupt nicht. Natürlich enthalten Halbleiterchips schon seit vielen Jahren Strukturen im Submikrometer-Bereich. Aber das sind keine "Einzelteile", welche freigesetzt werden können.

bläh! bläh!
10

ts, ts,...mit solch negativen artikeln lukriert man aber keine drittmittel.

Mynnia
01
TiO2?

Den kenn ich doch, das ist DAS Weiß, Titadiumdioxid! Das ist in so vielen Kosmetika, eigentlich überall, wo Farbstoff Weiß gebraucht wird.
Von sowohl Acrylfarben als auch Wandfarben kenne ich es auch als Reinweiß.

Das wird dann auch überall beim Abschminken ins Wasser geschüttet...mit Farbe abgespült...

Urgs.

Zhdophanti
00
Titanium White ..

Doktor Leid
00
In der Farbe sind die Partikel wohl nicht nano, sonst wären sie nicht weiß.

Aber in Sonnenschutzmittel.

Mynnia
00

Vermutlich gerade im "sensitiv"-Sonnenschutzmittel, oder? Immerhin scheints ja nicht grad viel im menschlichen Organismus zu machen. FFFFFFFFFUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU.

chem
01
Daphnien gehen schon ein wenn man sie scharf ansieht !!

der arne und der andrè
10
Oh mein Gott, wir werden alle draufgehn!!!!!!!

The_new_number_2
01

Werden wir in einem See aus Rufzeichen untergehen?

John-Doe
01
der artikel sagt nur aus,

daß die bisherigen standardtests versagten. diese werden revisioniert. das so ähnlich wie bei einem akw-unfall: die standard-sicherheitsmaßnahmen versagten, wir werden diese verbessern...

Mynnia
01

Sogar mir als Wissenschaftslaien sind die leisen Zweifel bekannt, die schon seit Langem gegenüber der "Nanoisierung" herrschen bzw. den nicht bekannten Auswirkungen.

Sowas wird als "Unkenruf" abgewürgt, das kann man in den letzten 50 Jahren an sooo vielem sehen. Bisphenol-A? Contergan? War alles keine Überraschung, war bzw. im Fall von Bisphenol-A ist alles bekannt, wurde und wird von den Herstellern ignoriert.

Oder glauben Sie, nachdem Firmen uns aus Profitgier >100 Jahre lang verarschen und Studien ignorieren wirds auf einmal hier anders gewesen sein? Welcher Warnruf von wissenschaftlicher Seite war denn falsch, kennen Sie einen?

TiO2 ist übrigens Titandioxid. Das ist ein sehr häufig eingesetztes, als unschädlich geltendes "Weiß".

Pe Sa
10

das ist eine komische sichtweise. (jetzt rein prinzipiell)
Sie werden für jedes X-beliebige Ereignis auf der Welt immer irgendwen finden der es vorrausgesagt hat, sogar dafür das morgen Gott höchstpersönlich vom Himmel steigt.

Dass Nanoparticles eigentlich in ihrer Wirkung auf physiologische Systeme zu wenig untersucht und verstanden sind um sie risikofrei einzusetzen, da sind wir einer Meinung.

Eine Kreatur
00
21.6.2011, 18:31
blablabla .. seltsamerweise läuft es aber immer so ab, dass große firmen etwas erfinden .. bevor oder nachdem es auf den markt kommt gibt es ein paar forscherInnen, die mit ernstzunehmender kritik auftauchen ..

die werden dann mit bezahlten studien der unternehmen "widerlegt" und die herstellerInnen der kritischen studien in der wissenschaft und öffentlichkeit bloßgestellt und lächerlich gemacht

sollte sich im laufe der zeit herausstellen, dass doch ernsthafte NACHWEISBARE gesundheitsschäden auftauchen, wird das produkt still und heimlich vom markt genommen .. sollten klagen gestartet werden, werden größere studien finanziert, die die klagen abschmettern sollen und die kritikerInnen und opfer lächerlich gemacht, so lange es geht

wissen sie, nach welchen grenzwerten die chemikalien in unseren lebensmitteln bemessen werden? da wird die letaldosis vom tierversuch einfach mit dem gewürfelten faktor 10x10 (100) multipliziert! unwissenschaftlich!!!

yes2bertl
59
Nachsatz:

"Die Kenntnisse über die Auswirkungen von Nanomaterialien auf die Gesundheit des Menschen und die Ökosysteme sind allerdings nach wie vor mangelhaft."

Gleich in welchem Bereich der Mensch operiert, eine Anhäufung von Ignoranz, mangelndem Wissen und dem absoluten Machbarkeitswahn.

Warnende Stimmen gibt es immer, die werden nieder gemacht.
Jahre, Jahrzehnte später kommt man drauf, oh Wunder, die nächste perfekte Katastrophe.

Ach was, der Mensch macht Schluss mit Mensch und dem Leben an sich.

Teil der Evolution. Zum Weinen...

Eine Kreatur
00
21.6.2011, 18:38
das problem ist das kapitalistische wirtschaftssystem .. das als priorität nur die maximierung von kapital und nicht die menschliche gesellschaft und technologische entwicklung hat ..

das als priorität nur die maximierung von kapital und nicht die entwicklung von gesellschaft und technologie hat ..

und die unfähigen politikerInnen sind auch schuld, denn die verlangen keine wissenschaftlichen methoden zur sicherstellung der gesundheit und sicherheit ..

das ist in allen technologiebereichen so

zb. schwarzenegger sprach heute als großer "alternative energie befürworter" und lobte österreich .. österreich schafft aber nicht einmal die selbst versprochene co2 reduktion, strom aus alternativen energiequellen hat einen anteil so niedrieg wie vor 8-9 jahren .. und arnold ist (mit)schuld, dass in kalifornien die automobilindustrie nicht seit 2003 gezwungen ist 10-20% der neuwägen als elektroautos zu verkaufen!!!!

bibliothekar
23

Alles was sie hier schreiben beruht auf wissen, das gerade durch die von ihnen kritisierten wissenschaftlichen methoden erworben wurde. Also etwas differenzierte sollten sie das schon angehen. Aus einem gefühl heraus etwas ablehnen, ist genauso gefährlich und ignorant wie der machbarkeitswahn.

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