Projektleiter will auch in Zukunft "alle Zielgruppen bedienen" - "Iron Maiden oder Robbie Williams können wir nicht bringen"
Wien - Das Wiener Donauinselfest wird auch in seiner diesjährigen Auflage keine absoluten Super-Acts auf die Bühne bringen - und das wird auch in Zukunft so bleiben, sagen die Cheforganisatoren. "Wir wollen alle Zielgruppen bedienen und sind in den letzten Jahren noch mehr in die Breite gegangen", erklärte Festivalprojektleiter Sascha Kostelecky. Den Besuchern sei es gar nicht so wichtig, "Topstars zu haben", zeigte er sich überzeugt.
Das Donauinselfest, das im Vorjahr rund drei Mio. Besucher angelockt hat, sei mit anderen Großfestivals nur schwer vergleichbar, meinte Kostelecky. Veranstaltungen wie das Nova Rock - dort treten ab 11. Juni u.a. Iron Maiden, Motörhead oder Korn auf - seien für ein spezielles Publikum zugeschnitten und würden dafür "supertolle Bands" holen. Besucher müssten dort allerdings (für einen Drei-Tages-Pass rund 130 Euro, Anm.) zahlen.
Das insulare Wiener Open-Air-Spektakel sei hingegen gratis, um das Festival auch "sozial schwächeren Menschen" zugänglich zu machen, so Kostelecky. Somit sei die Frage der Bands nicht zuletzt eine budgetäre. "Wenn ich so viel Eintritt verlange wie das Nova Rock und 100.000 Leute kommen, wäre mein Budget doppelt so hoch wie jetzt", rechnete der Projektleiter vor: "Iron Maiden oder einen Robbie Williams können wir nicht bringen. Aber es sind doch immer Namen dabei, wo sich die Leute sagen: 'Hey cool, das kann ich mir auf der Donauinsel anschauen.'"
"Nicht kategorisierbar"
Aufgrund des Heterogenitätsanspruchs sei das Inselfest im Vergleich zu anderen Angeboten am Veranstaltungsmarkt gar nicht kategorisierbar, betonte Kostelecky. An drei Tagen würden von Volksmusik, Elektronik und Rockmusik über Hip-Hop, Country und Kabarett bis hin zu Sport und Familienprogramm angeboten: "Das ist einzigartig am Festivalsektor."
Christian Deutsch, Landesparteisekretär der Wiener SPÖ, die das Open-Air-Spektakel seit 28 Jahren veranstaltet, sieht das Inselfest ebenfalls "sicher nicht nur als Musikfestival" positioniert. Stattdessen gehe es darum, möglichst alle Zielgruppen "zwischen null und 99 Jahren" abzudecken, sagte er. So habe man in den vergangenen Jahren begonnen, den Nachmittag auszubauen sowie den Sport- und Familienbereich zu stärken. Deutsch spricht insgesamt von einem 600 Stunden langen "Topprogramm", das 2.000 Künstler umfasst.
Dass die äußerst beliebte Ö3-Bühne nun mit der Radio-Wien-Bühne zusammengelegt wird, sieht der Landesparteisekretär nicht als Indiz, dass der Musikbereich künftig weiter zurückgefahren werden soll. Hier gehe es um Sicherheit, mehr Platz für die Besucher und letztendlich auch um eine qualitative Verbesserung des Programms. Davon unterhalten lassen kann man sich heuer vom 24. bis zum 26. Juni. Der genaue Ablauf und die Gäste auf den diversen Bühnen werden heute, Dienstag, Abend im Rahmen eines Presse-Events verkündet. (APA)