Hochschulen werden durch Qualitätssicherungsagentur kontrolliert

31. Mai 2011, 12:45
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Beschluss nächste Woche im Ministerrat - Pädagogische Hochschulen sind nicht inkludiert

Wien - Ein "sektorenübergreifender und zukunftsfähiger Rahmen" zur Qualitätssicherung an Hochschulen wird kommenden Dienstag (7. Juni) im Ministerrat beschlossen. Das von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) vorgelegte Gesetz sieht neben einer Ombudsstelle für Studierende auch die lang geplante neue Qualitätssicherungsagentur vor, die künftig Unis, Fachhochschulen (FH) sowie Privatunis auf die Finger schauen soll, wie es heute, Dienstag, in einer Aussendung hieß.

Gleiche Standards für alle Hochschulen

Die neu eingerichtete "Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria" (AQAA) soll sicherstellen, dass für alle Hochschultypen - exklusive der im Unterrichtsministerium ressortierenden Pädagogischen Hochschulen (PH) - sowie Lehrgänge universitären Charakters dieselben Standards gelten. Die bisher für Überprüfung bzw. Zulassung tertiärer Bildungsangebote zuständigen Stellen (FH-Rat, Akkreditierungsrat und Qualitätssicherungsagentur AQA) werden in die neue Agentur integriert.

Damit ist Töchterle der dritte Wissenschaftsminister, der sich dieser Sache annimmt. Von Johannes Hahn (ÖVP) im Sommer 2009 vorgestellt und von Beatrix Karl (ÖVP) Anfang 2011 in einem Gesetzesentwurf formuliert, soll das "Qualitätssicherungsrahmengesetz" kommende Woche im Ministerrat beschlossen werden und mit 1. März 2012 in Kraft treten.

Neue Ombudsstelle für Studierende

Ziel seit jeher ist neben einer Qualitätssteigerung und einer Vereinfachung der Verwaltung auch die internationale Vergleichbarkeit durch "ein gemeinsames System von Standards, Verfahren und Leitlinien". Während die AQA Austria die drei bisher tätigen Räte und Agenturen ablöst, tritt die "Ombudsstelle für Studierende" die Nachfolge der derzeitigen Studierendenanwaltschaft an. Sie wird damit gesetzlich verankert und nimmt laut Wissenschaftsministerium weiter einen "Informations- und Serviceauftrag" wahr.

Die Eckpunkte des Hochschul-Qualitätssicherungsgesetzes (HS-QSG) sehen auch eine Weiterentwicklung von Privatunis und FH vor. So werden im Privatuniversitätengesetz "Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Frauenförderung verankert", außerdem können Privatunis fortan an kompetitiver Forschungsförderung teilnehmen. Neu für die FH ist u.a. die gesetzliche Verankerung studienrechtlicher Mindeststandards sowie die Angleichung an das Universitätengesetz bezüglich gemeinsamer Studienprogramme und Nostrifizierungsverfahren. (APA)

  • Wissenschaftsminister Töchterle ist bereits der dritte Minister der sich der Qualitätsagentur annimmt.
    foto: derstandard.at/seb

    Wissenschaftsminister Töchterle ist bereits der dritte Minister der sich der Qualitätsagentur annimmt.

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