Skype, WhatsApp und Co. - Die Feinde der Mobilfunker

31. Mai 2011, 14:27
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Instant Messenger auf dem Handy sorgen für Unmut in der Branche

Apps haben Smartphones zu universell einsetzbaren Begleitern gemacht. Neben Unterhaltungsmedien dienen sie so auch als Nachschlagewerke oder Notizbuch. Vor allem profitieren Nutzer von einer mobilen Schnittstelle zum Internet und damit auch von sämtlichen Kommunikationskanälen des Netzes. Letzteren Möglichkeiten sehen aber nicht alle Parteien der mobilen Welt freudig entgegen. So monieren Mobilfunkbetreiber, dass Anwendungen zur Kommunikation über das Internet wie Skype, Google Voice/Talk oder WhatsApp, die hauseigenen Angebote zur Telekommunikation unterwandern würden.

Widerstand der Mobilfunker

Der Befürchtung nach würden Kunden über das Handy immer häufiger Instant Messenger anstelle von SMS und Telefonie-Tarifen nutzen und damit weniger von den kostenpflichtigen Diensten der Provider Gebrauch machen. Die niederländische KPN etwa senkte ihre Umsatzprognose um 10 Prozent und gab als einer der Gründe dafür die neue Gratis-Konkurrenz an. Lautstarken Widerstand kündigte von österreichischer Seite in erster Linie A1-Chef Hannes Ametsreiter an. "Wenn es jemanden gibt, der unsere Infrastruktur nutzt, um damit unsere Einnahmen aufzufressen, werden wir natürlich Maßnahmen dagegen ergreifen. Wenn wir das nicht machen würden, hätten wir nicht das Geld, um in die Infrastruktur zu investieren. Wenn sich Google Voice, Skype oder andere dazu entschließen unsere Einnahmen anzugreifen, würde das Probleme erzeugen", so Ametreiter Anfang Mai.

Streit um Einkommen

Damit dürfte nicht nur zwischen App-Anbietern und Telkos in Zukunft schlechte Stimmung aufkommen, auch für Plattformhersteller wie Google, Apple oder Microsoft könnte die abgeneigte Haltung mancher Provider ein Dorn im Auge werden. So gab Microsoft erst kürzlich die milliardenschwere Übernahme von Skype bekannt und ließ durchblicken, dass man den populären Messenger über Kurz oder Lang in Windows Phone 7 integrieren werde. "Vorinstalliertes Skype ist derzeit kein Thema", meinte etwa der Mobilfunker A1 dazu gegenüber derStandard.at. Ob sich Provider tatsächlich gegen Dienstbetreiber stellen werden, ist fraglich. Nicht zuletzt deshalb, da die Branchenvertreter mit All-inklusive-Tarifen der universellen Nutzung von Smartphones selbst den Weg ebnen. (zw)

  • Skype am Smartphone von Mobilfunkern gefürchtet?
    foto: skype

    Skype am Smartphone von Mobilfunkern gefürchtet?

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