Wien

Neues Landes-Glücksspielgesetz kommt noch in diesem Jahr

31. Mai 2011, 11:29

Häupl nach Parteitagsbeschluss zur Abschaffung des kleinen Glücksspiels: Diplomatisches Geschick nun erforderlich

Wien  - Der Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Häupl (SPÖ) hat am Dienstag im Landtag angekündigt, dass bis zum Ende des Jahres ein neues Landes-Glücksspielgesetz vorliegen wird. Anlass dafür ist nicht das am Samstag beim SPÖ-Landesparteitag geforderte Verbot des sogenannten Kleinen Glücksspiels, sondern die jüngste Novelle zum bundesweiten Glücksspielgesetz (GSpG), auf dessen Basis die Länder eigene Regelungen umsetzen können. Der Parteitags-Beschluss war in der Fragestunde aber sehr wohl Thema.

"Abkehr vom bisherigen Kurs"

"Ein SPÖ-Landesparteitag ist normalerweise keine Veranstaltung, mit der wir uns beschäftigen", betonte VP-Mandatar Alexander Neuhuber. Der Antrag, der auf ein völliges Verbot des Kleinen Glücksspiels abziele, habe aber Relevanz - weil er eine Abkehr vom bisherigen Kurs der Stadtregierung bedeute, die bisher durchaus für ein Kleines Glücksspiel eingetreten sei. Spannend sei nun die Frage, ob der Landeshauptmann Häupl oder der Landesparteichef Häupl stärker sei.

"Normalerweise sind ja Beschlüsse des Landesparteitags nicht im Landtag berichtspflichtig", konterte der Angesprochene. Er sei aber bereit, Ausnahmen zu machen, erklärte Häupl. "Es mag sein, dass manches nunmehr diplomatisches Geschick erfordert", befand der Stadtchef.

Häupl: Bundesgesetz lässt zu vieles offen

Verschiedene Wünsche müssten nun auf einen Nenner gebracht werden, etwa die laut Häupl schon länger bestehende Forderung nach einem Verbot sowie Fragen des Jugendschutzes. "Wir werden versuchen, die verschiedenen Aspekte auf einen Nenner zu bringen", versprach Häupl. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass bei einem Verbot verstärkt im Internet gespielt werde: "Sollen wir dann sagen, das geht uns nichts an?" Das Bundesgesetz lasse aus seiner Sicht hier zu vieles offen.

"Sie reden herum. Ich habe den Verdacht, es wird wenig bis nichts geschehen", mutmaßte der FPÖ-Landtagsabgeordnete Wolfgang Jung, der konkret vom Bürgermeister wissen wollte: "Werden sie das Kleine Glücksspiel verbieten?" Er halte sich an Beschlüsse des Landesparteitages, stellte Häupl in seiner Antwort klar. Er stehe jedoch vor der Aufgabe, gewisse Widersprüchlichkeiten auszuräumen.

Der viel diskutierte - und mit knapper Mehrheit angenommene - Antrag beim jüngsten roten Parteitag verlangt ein Verbot des Kleinen Glücksspiels, also der Spielautomaten bzw. der Automaten-Spielhallen. Gleichzeitig wurde im Text jedoch auch gefordert, Präventionsmaßnahmen und Aufklärung zu verstärken.

Grüne: Aus für spezielle Lokaltypen

Der grüne Koalitionspartner plädierte für ein Aus für spezielle Lokaltypen, etwa Spiellokale mit schwer kontrollierbaren kleinen Kabinen ("Zweierkabäuschen"). Zudem warnte Klubchef David Ellensohn vor den Video-Lotterie-Terminals (VLT), für die der Bund zuständig sei und die unter das Glücksspielmonopol fallen. Hier hätten die Länder keinen Einfluss. Es bringe nichts, wenn statt Novomatic künftig Casinos Austria über dem Eingang stehen würde und weiter das selbe passiere, meinte Ellensohn.

Letztendlich setzte es in der heutigen Debatte auch noch einen Ordnungsruf - für FP-Mandatar Jung, der die für die Kontrollen zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) als "Automatenkönigin" bezeichnet hatte. Sima hatte sich gestern, Montag, im Gespräch mit der APA skeptisch zu einem Verbot des Kleinen Glücksspiels geäußert. (APA)

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13 Postings
Wunibald
01
31.5.2011, 14:00
Rettet die Wallensteinstrasse

schon mal durchgegangen? Erinnerung an die Reeperbahn oder den Prater (damals, als als der noch "arg" war)?
Wer will denn dort leben, wenn nur mehr diese sinnlosen, schiachen Wettlokale sprießen:
EIN HOCH DER WIENER LOKALPOLITIK! Geld zusteckedn lassen und weg schaun!
so schauts aus

§83SPG
01

Angebot und Nachfrage. Schauen sie sich die Bewohner dieser Umgebung an und schauen sie dann, wer in den Spiellokalen hockt. Zuerst schafft und feiert man ein künstliches Präkariat und dann sudern, wenn es sich manifestiert.

Modjo
01
Ja, die Wettlokale sind hässlich

Würde es sie nicht geben, würde es aber den Einkaufsstraßen deswegen nicht besser gehen. Dann würden diese Geschäftslokale halt ganz leer stehen, auch kein schöner Anblick.

Retro
06
31.5.2011, 13:02
Liest der Standard seine eigenen Interviews nicht?

"Der viel diskutierte - und mit knapper Mehrheit angenommene - Antrag beim jüngsten roten Parteitag verlangt ein Verbot des Kleinen Glücksspiels"

Das ist falsch! Knapp war nur die Abstimmung, ob am Parteitag (und nicht später) abgestimmt wird - die eigentliche Wahl ging so aus "Bei der Abstimmung war die Mehrheit so gewaltig, dass Renate Brauner, die die Konferenz geleitet hat, gar nicht mehr gezählt hat." - http://derstandard.at/130455324... hre-dauern

Briefmarkenkleber
01
31.5.2011, 14:55

Tut leid, die Kollegen waren nicht vorort, schließlich fand die Jahresversammlung der Batiken-Gruppe-Hernals zeitgleich statt.

! Österreichische Verbrecher Partei !
00
31.5.2011, 13:48
danke für sie Info

! Österreichische Verbrecher Partei !
02
31.5.2011, 13:47
danke für diese Info, ich habs genauso gehört

Daher hats mich gewundert, dass Niki mit Parteikollegen darüber dikutieren MUSS ?, das ist ja unlogisch, welcher normal denkende Mensch ist für die Ausbeutung von Suchtkranken?
Schön dass sich was tut, obwohl ich das erst glaube wenns umgesetzt ist.

Mir kommt das eher wie ein Heissluftballon vor.

schade

mightyjust
02
31.5.2011, 13:01
Der Antrag wurde nicht knapp angenommen!

Lieber standard, es ist ein wenig traurig zu sehen das ihr nichtmal inhouse recherchiert bzw. übernommene APA Artikel dahingehend korrigiert. :-(

http://derstandard.at/130455324... hre-dauern

derStandard.at: Nur knapp, mit 302 zu 294 Stimmen, haben die Delegierten beschlossen[...]

Kowall: Bei der Abstimmung war die Mehrheit so gewaltig, dass Renate Brauner, die die Konferenz geleitet hat, gar nicht mehr gezählt hat. [...]

Briefmarkenkleber
00
31.5.2011, 12:00
Lustig

Erst berichtet der Standard nicht darüber, das sagen die Exponenten (vom Standard gefragt), dass da auf Jahre hinaus nix kommen dürft und *padauz*: Drei Tage nach dem Beschluss der Genossen gibt Häupl die Linie für eine Umsetzung vor.

In einer Welt von Skeptiker ist aktive Politik eigentlich vergeudet.

! Österreichische Verbrecher Partei !
02
31.5.2011, 14:40
wichtid ist nur dass was passiert - egal wie

NOVOMATIC, ADMIRAL usw raus aus der Stadt !!!

BK W. Shoyssel
02
31.5.2011, 16:06

wenigstens haben sie viele Lokale renoviert.
Mit mehreren gesonderten Zugängen von der Straße aus. Lässt sich nach dem Verbot des Straßenstriches dann demnächst nahtlos als "Studio" nutzen.

Jan Sommer
00
Gute Idee - aber zu erwarten ist, dass

die einfach die (angeblich extra schon provisorischen)
Trennwände entfernen und aus 4 Extrakammerln wird ein "Spielsalon" mit 10 bis 15 Spielautomaten nach dem neuen Glücksspielgesetz!

Weil jetzt wird ja alles anders und viel besser hat doch der Lopatka immer wieder gesagt.
js

Briefmarkenkleber
00
31.5.2011, 17:13

Da wären hofseitige Türen aber noch besser. Dennoch: Für das Ortsbild eine Verbesserung...

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