Tierische Integration

"Der Wolf hat ein Lebensrecht"

30. Mai 2011, 17:51
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    foto: salzburger jägerschaft / erich marek

    Vorerst meist nur auf der Durchreise: Isegrim alias Canis lupus - der Wolf.

Der Wolf ist zurück - Es gibt schon die ersten Opfer - Bauernvertreter freuen sich nicht über den Zuzug der großen Beutegreifer

Wildökologen plädieren für einen ideologiefreien Umgang mit den grauen Migranten.

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Salzburg - Vergangenen Herbst hat ein aus Kärnten zugewanderter Wolf im Lungau ein Fohlen gerissen. Für Franz Eßl, als Präsident der Salzburger Landwirtschaftskammer oberster Bauernvertreter im Land, nur ein "erster Vorgeschmack", was zu erwarten wäre, wird der Wolf in Salzburg erst einmal heimisch.

Eßl spricht vermutlich den meisten Landwirten aus der Seele, wenn er meint, die Bauern hätten den Wolf nicht gerufen. Und wenn irgendwer wirklich meine, dass Isegrim wieder angesiedelt werden solle, dann müssten die Landwirte für die Schäden entsprechend entschädigt werden: "Wer den Wolf haben will, muss auch für die Schäden aufkommen", sagte der Kammerchef beim Wildökologischen Forum Alpenraum am Montag in Salzburg.

Auch Wild gefährdet

Wobei sich Eßl nicht nur um die Schafe sorgt. Auch die Wildtiere wären akut gefährdet, sei der Wolf erst einmal da. Wenn das Wild im Winter gefüttert werden müsse, würden die Wölfe die Fütterungsstellen "als Selbstbedienungsladen betrachten".

Das im Dezember 2010 gegründete Forum versteht sich als Dialogplattform für alle mit wildökologischen Fragen befassten Gruppen und Verbände. Neben der Landwirtschaftskammer sind auch Jägerschaft, Grundbesitzerverbände, Vertreter der Tourismuswirtschaft, von Naturschutzverbänden und Wissenschafter mit dabei.

Emotionale Schärfe aus Debatte nehmen

Einer der Wissenschafter ist Friedrich Reimoser vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie an der Veterinärmedizinischen Uni Wien. Er will der Debatte um die "großen Beutegreifer", wie Wolf, Bär und Luchs im Fachjargon heißen, die emotionale Schärfe nehmen. Den Bären etwa als harmloses "Bärli" zu sehen, sei genauso falsch wie ihn als "Bestie" zu verdammen. Das gelte auch für die Wolfspopulationen in Mitteleuropa. "Der Wolf hat ein Lebensrecht", stellt Reimoser grundsätzlich fest. Es gehe darum, "die Tiere möglichst schadenfrei zu integrieren".

Im Gegensatz zu Bauernvertreter Eßl - "kein geeigneter Lebensraum" - sieht Reimoser sehr wohl die Möglichkeit, dass Wölfe in Österreich leben. Die von Eßl ins Treffen geführte hohe Nutzungsdichte der Alpenregion sei nur bedingt ein Argument: "Alle Wildtiere leben bei uns in Kulturlandschaften."

Österreich: Korridorfunktion

Auf Zahlen, wie viele Tiere Österreich vertragen könnte, will sich der Wildökologe nicht festlegen. Österreich sei vielmehr eine Schnittstelle zwischen verschiedenen Gebieten, wo die grauen Jäger noch heimisch sind. Im Sinne eines genetischen Austausches etwa zwischen den Populationen in Italien und jenen im Osten Deutschlands und in Tschechien habe Österreich eine Korridorfunktion.

Die Wolfsbestände gehörten freilich vom Menschen reguliert, erläutert Reimoser. Würde sich ein Tier in einer Region nur von Schafen ernähren, müsste es wieder entfernt werden. Problemlose Tiere hingegen dürften nicht abgeschossen werden. Allen Befürwortern der Wiederansiedelung rät er zu einem behutsamen Vorgehen: Sonst schaffe man nur wieder die bekannten Aversionen. (Thomas Neuhold, DER STANDARD-Printausgabe, 31.5.2011)

WISSEN:

Aus Sicht der Wildökologie sind große Beutegreifer wie Wolf und Bär grundsätzlich genauso Kulturfolger wie etwa Hirsch, Reh oder Wildschwein. Sie kommen mit der vom Menschen vorgegebenen Kulturlandschaft besser zurecht als Kulturflüchter wie das Rebhuhn oder das Auerhuhn.

Die Beutegreifer sehen - die aus ihrer Sicht im Überfluss vorhandenen - Nutztiere als Nahrungsquelle. Gerade ihre Vorliebe für Schafsfleisch hat den Wölfen hierzulande den Garaus gemacht. Darüber hinaus ist der Wolf - im Gegensatz zum Bären - ausschließlich als blutrünstiger Jäger dämonisiert worden. Auch das Fell war einst begehrte Handelsware. Berichte über Angriffe auf Menschen oder gar Wolfsplagen können in wissenschaftlichen Untersuchungen nicht belegt werden.

Bis auf wenige Exemplare, die meist aus Italien oder Südosteuropa zuwandern, sind sie seit Ende des 19. Jahrhunderts so gut wie ausgerottet. Heute ist Canis lupus durch das Washingtoner Artenschutzabkommen, die Berner Konvention zum Schutz von Wildpflanzen- und -tieren sowie durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU geschützt. (neu, DER STANDARD-Printausgabe, 31.5.2011)

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Posting 1 bis 25 von 248
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rapp ix
00
"Wildfütterung im Winter"?

Warum muss das "Wild" im Winter gefüttert werden?

Besteht nicht die Gefahr, dass sich das "Wild" vor dem Jäger und Menschen nicht mehr fürchtet? Andererseits, wenn das "Wild" im Winter nicht mehr gefüttert werden darf, dann fällt es tot um und keiner kümmert sich um die Beseitigung des toten Wildes.

Der Wolf ist einer, der sich um die Beseitung des toten Wildes Gedanken macht, nicht nur in Gedanken, sondern auch in Taten. Neben dem Wolf soll es im Wald auch noch andere Beutegreifer geben, die sich nicht scheuen, wenn es um die Beseitung von toten Wildtieren geht.

Für Jäger ist es unzumutbar, totes Ass aus den Wäldern zu schleppen.

bm.koger
 
00
da wölfe wildschweine

auch auf ihrem speiseplan haben, wäre das doch eine unterstützung für die jäger, die dauernd jammern, dass die wildschweine alles verwüsten.
ich fürchte aber, in der realität wirds so ausschauen, dass die jäger die wölfe abknallen und dann sagen, sie hätten sie mit einem hund verwechselt (haushunde passen ja ins beuteschema der jäger). denn der wald gehört dem jäger und sonst niemandem und basta!

leatherman
00
31.5.2011, 18:32
Vorurteile abbauen

So wie es aussieht sind zu dem Thema 2 Grundpositionen vorhanden:

zum einen sehen heute noch viele den Wolf ganz im Sinne von Grimmmärchen als Bestie, die alles Tötet, was sich im Wald bewegt und im Blutrausch nichtsahnende Schwammerlsucher anfällt.

Zum anderen sehen viele die Jäger ganz im Sinne von Greenpeace als Bestie, die auf alles schießt, was sich im Wald bewegt und im Alkrausch Schwammerlsucher anmaulen.

Beides hat einen wahren Kern und ist gleichzeitig von der Wirklichkeit entfernt. Zum einen sollte man versuchen den Wolf in unser Ökosysthem zurück zu integrieren, aber man muss auch den Förstern zugestehen, dass dies nicht so ohne weiters möglich ist und dafür durchdachte Projekte nötig sind, die gefördert werden müssen

gregonaut
00
Jäger != Förster

Hey Messermann,

wo wir schon bei Vorurteilen sind, Jäger und Förster sollten nicht als ein und dasselbe verwechselt werden. Es gibt zwar viele Förster die Jäger sind, aber nicht alle Jäger sind auch Förster. Ein vernünftiger Förster sollte sich über einen den Wolf freuen, da er die Wilddichte nachhaltig reduziert und somit der Waldverjüngung enorm hilft. Da die Jäger ja eher an hoher Wilddichte interssiert sind, gibt es hier oft Interessen bzw. Nutzungskonflikte zwischen ihnen und den Förstern.

Generell gibt es ohnehinn keinen "Wildschaden"!!! sondern, wie gesagt, lediglich einen Interessen bzw. Nutzungskonflikte der beteiligten menschlichen Akteure.

Grüße
Gregor

leatherman
00

Das Jäger und Förster nicht das gleiche sind, weiß ich als ehem. Försterschüler, da hast du recht. Beide hängen aber doch in vieler Hinsicht sehr eng zusammen.
Aber auch für die Jäger wären die Wölfe von Vorteil, da ja auch der Anblick eines seltenen Wildtieres ohne darauf zwingend zu schießen zum Jagderlebnis gezählt wird

Bambolina
02
31.5.2011, 17:41
Die Wölfe...

galten seit jeher als Regulatur für das kranke und alterschwache Wild, das sie rissen - die Jäger sind das wahre Übel, denn sie sehen den Wolf als ihren Rivalen und glauben ernsthaft, dass sie das alleinige Grundrecht, die Hasen und Rehe zu erlegen besitzen...

Rudi Refosk
01
31.5.2011, 16:41
Vegetarier Wolf?

Der Präsident der Salzburger Landwirtschaftskammer, Franz Eßl, erweist sich als profunder Kenner der heimischen Fauna, wenn er meint, dass auch Wildtiere durch den Wolf gefährdet wären. No na net! Wovon soll sich der Wolf denn sonst ernähren? Etwa von spanischen Gurken?

planck
01
31.5.2011, 16:21
die Eiterbeule des Planeten ist der

Mensch.

Bei mir san olle im .....

Spinndoktor
01
31.5.2011, 15:56
Waidmannsheil!

Endlich wieder Bärenschinken und Fellhändler im Alpenraum. Das sichert Arbeitsplätze!!!

der schwitzbär der schwitzt sehr
31
31.5.2011, 15:36
Lebensrecht ja gerne - in Sibirien

Erstversuch
31
31.5.2011, 13:35

Wenn die Bauern ihre Tiere nicht im Freigehege sondern im Stall halten täten hätten sie auch keine Schäden durch Wölfe.

Wenn die Bauern endlich mit Genmanipulation arbeiten täten, tät Ihnen der Verlust ihres preisgekrönten Mutterschafs auch nicht so weh.

Der Hungertod ist dem Tod durch einen Blattschuss immer vorzuziehen.

Viehzucht in denen das Tier sich auf 100ha frei bewegen kann und frisches Gras frisst ist streng abzulehnen.

Habe ich die Öko Argumente passen zusammengefasst?

Barnaba Cecchini
12
31.5.2011, 15:26

Nein, Sie haben nix kapiert und wollen es auch nicht kapieren! (Deswegen spare ich mir jetzt eine eingehende Antwort...)

Erstversuch
31
31.5.2011, 16:36
Hoppla natürlich jetzt versteh ich.

Wenn der Öko nach seinem Büroschlaf als Beamter, Lehrer oder sonst vom Staat finanzierter sich mal so richtig gruseln will möchte er sein persönliches Pocahontas-Disneyland haben aber bitte in Fahrradreichweite. Österreich als erweiterter Streichelzoo. Und am besten mit kontrolliertem Eintritt sollen ja nur Würdige in den Wald. Da steht er am Bergerl und sagt. " Auch heute habe ich wieder den Planeten gerettet."

Barnaba Cecchini
02
31.5.2011, 16:53

Du als arbeitsloser, einsamer Aufmerksamkeitshascher musst es ja wissen...

Erstversuch
01
Ja ich weiss es. Habe oft genug "Ich möchte eins mit der Natur sein"-Typen aus dem Wald rennen sehen "weil da gibt es wirklich so kleine Krabbeldinger"

Immer obacht: Nach 2 Wochen "Steuergeld versenken im Amazonas" sind Sie NICHT wirklich Schamane. Trotz des Dokuments, das man Ihnen in die Hand gedrückt hat.

Volksbefreiungsfront Alt-Ottakring
 
03
31.5.2011, 14:57

Ein gut eingezeuntes Freigehege schützt auch vor dem Wolf. Also kein Grund, die Rinder im Stall zu halten. Und eine jede klassische Schafherde hatte ihre Schäferhunde, die den Wolf von Angriffen abhielten. Auch die Haltung von Eseln inmitten der Schafe hat sich bewährt, zumal Esel als Wolfshasser sofort gegen diesen zum Angriff übergehen.

Raubmordkopierer
01
31.5.2011, 17:34

Gut eingezäunt? Wäre das dann eine 2m hoher Maschendrahtzaun mit festbetonierter Unterseite und Stacheldraht drüber? Oder gleich eine Betonwand? Die üblichen Stacheldraht- Elektro- oder Lattenzäune wie sie momentan überall in der Landschaft herumstehen sind für einen Wolf jedenfalls kein Hindernis. Wölfe können nämlich graben und wenn notwendig auch ganz schön hoch springen.

Nutze den Tag
20
31.5.2011, 13:17
Den Wolf im Wienerwald und am Kahlenberg ansiedeln!

Dann legt sich das wieder.

Volksbefreiungsfront Alt-Ottakring
 
00
31.5.2011, 14:58
Die Wiederansiedelung von Wölfen im Wienerwald

ist bereits in Planung.
http://www.news.at/articles/... germeister

opryde
00
31.5.2011, 13:33
waren wölfe dort heimisch?

Waldschrat
 
00
31.5.2011, 15:39
Sicher, jede Ortsbezeichnung mit Wolf weist dies nach!

Gerade der Weg von Neustift nach Sievering war bei den schon damals weicheiigen (Vor-)Städtern so gefürchtet, dass sie die Wölfe ausgerottet haben.

Die Jagdprivilegien haben sich niemals auf Bär und Wolf erstreckt im Gegenteil, diese Tiere waren immer vogelfrei.

Barnaba Cecchini
01
31.5.2011, 13:25

Hey, ein richtiger Wolfskenner! Weil so ein Wolf ja mit einem Revier von der Grösse eines Kahlenbergs zurande kommt...

betwixt
00
31.5.2011, 11:43

Trotzdem stellt sich noch immer die Frage wer der Eitlere von den Beiden ist: Wolf oder Ruffryder?

Ajaccio
20
31.5.2011, 11:23
nachfahren des wolfs

600.000 hunde gibt es in österreich, die in unfreiheit leben müssen; durch zucht zur völligen abhängigkeit degeneriert

Vera Rschung
 
00
31.5.2011, 16:42

Sollen wir jetzt alle Hunde - auch die Schoßhunderln - aussetzen, nur damit Ihrer verqueren Vorstellung von einem hündischen Leben in Freiheit entsprochen ist?

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