Darmbakterium

EHEC-Keim: gefährliche Form von E. coli

30. Mai 2011, 15:09

Abkochen von Lebensmitteln bei mindestens 70 Grad bester Schutz

Berlin/Wien - EHEC-Keime sind eine besonders gefährliche Form des Darmbakteriums Escherichia coli, im aktuellen Fall handelt es sich um den Serotyp O104. Eine Infektion kann symptomlos verlaufen, aber auch mitunter blutige Durchfälle auslösen. Die Inkubationszeit dauert ein bis zehn Tage. Der Erreger ist hoch ansteckend: Weniger als 100 Keime reichen aus, um bei Menschen zur Infektion zu führen.

Erste Alarmzeichen

Wässriger Durchfall gilt als ein erstes Alarmzeichen für eine Ansteckung. Begleitet wird die Krankheit von Übelkeit und Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen, Blut im Stuhl sowie teilweise Fieber. Schwere Verläufe führen zu Blutarmut, Schäden an Gefäßen und Nieren. Mediziner sprechen dann vom hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), dass derzeit bei fünf bis zehn Prozent der EHEC-Patienten auftritt.

Natürliches Reservoir der Bakterien ist der Darm von Wiederkäuern. Die Keime können durch direkten Kontakt mit Tieren, aber auch durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln - zum Beispiel Rindfleisch, Rohmilch oder rohes gedüngtes Gemüse - übertragen werden. Eine Infektion von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich, da die Bakterien mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Betroffene sollten sofort einen Arzt aufsuchen und viel trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen.

Gründlich reinigen

Schützen kann man sich vor einer Ansteckung vor allem durch regelmäßiges Händewaschen sowie die gründliche Reinigung von Gemüse und Küchenutensilien. Das Bakterium hängt an der Oberfläche von Lebensmitteln. Das heißt: Der Keim ist nicht in der Gurke, sondern darauf. Deswegen sollten Lebensmittel gründlich gewaschen werden. Fleisch und Gemüse sollten zudem im Kühlschrank getrennt voneinander gelagert und getrennt zubereitet werden. Am sichersten ist es, alle Lebensmittel vor dem Verzehr abzukochen - für zehn Minuten bei einer Temperatur von mindestens 70 Grad Celsius. Das Schälen von Gemüse allein bringt nichts.

Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sind Infektionen mit einem gefährlichen EHEC-Erreger extrem selten. 2011 wurden in Österreich bisher fünf Patienten nach einer Infektion mit der aggressiven Unterart O157 behandelt, eine 43-jährige Frau aus der Steiermark starb. 2010 wurden 57 Fälle von klassischer Enterohämorrhagischer Escherichia coli registriert, elf der überwachungspflichtigen Erkrankungen wurden auf O157 zurückgeführt. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 30
1 2
Dr. E.Coli hc
00
18.6.2011, 14:10

ja, das ist natürlich klar!

fabian_pimminger
 
10

Das einzig positive an der Sache sind die Gemüse-Angebote derzeit, aufgrund des Konsum-Einbruchs. Überall gibt es verdammt gute Angebote, weil die Leute aus Hysterie kein Gemüse mehr kaufen und Händler scheinbar auf ihrem Gemüse sitzen bleiben.

Ich danke es euch :)

Befreier von Butter und Eier
11

Heimisches saisonales Nahrungsangebot nutzen, dann braucht auch nichts abgekocht werden!

fertigprodukt
31

noch besser: selber anbauen.

Andreeeas
11

Schreiben's doch nicht so einen Unsinn. Heimisches, saisonales Angebot ist zwar sinnvoll, aber keine Garantie für Qualität.

Ich darf den listerienverseuchten Käse nennen, der in Österreich produziert wurde...

fertigprodukt
21

listerien kannst du dir aber auch zu hause holen - aus dem wasserhahn.

Bonair
11
Fast.

Was aus dem Wasserhahn kommen kann, sind Legionellen.

Listerien findet man fast ausschließlich in unpasteurisierten Milchprodukten und rohem Fleisch, seltener auf rohem Gemüse.

jose luis schuster
11

glaubt fertigprodukt überhaupt an bakterien?

Andreeeas
01

Was an meiner Grundaussage nichts ändert:

Heimisch und saisonal ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll, aber es hat mit der Qualität wenig zu tun. Nicht, dass österreichische Produkte keine Qualität bieten, aber alle anderen in Europa sind halt auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen.

Und: Wir Österreicher glauben gerne, dass wir Ökologisch perfekt sind und alle anderen ja Sünder sind. Obwohl wir gut unterwegs sind, stimmt das so lange nicht.

Barbarin
10
15.6.2011, 10:44
Zustimmung...leider!

Birgit 68
11
31.5.2011, 17:03

Ist schon mal wer auf die Idee gekommen, dass die Spanier vielleicht kein Nierenversagen vom EHEC E.coli. bekommen, weil sie ihn einfach gewöhnt sind?

Wer weiß? Vielleicht bekämen die dafür von unserem Trinkwasser (T. ist generell nicht steril) Durchfall, wenn nicht sogar schlimmere Beschwerden? Man bedenke, dass unsere Trinkwasserreservoire, die Berge, vielfach von gülleproduzierenden Weideviehern bevölkert sind! Klar, dass diese Gülle dann, wenn auch in stark verdünnter Form, auch im Trinkwasser ihre Spuren hinterlässt!

Bonair
21
31.5.2011, 19:28
Sicher nicht

Zum einen ist das EHEC-bedingte Nierenversagen ("hämolytisch-urämisches Syndrom") eine eher ungesunde Geschichte (Todesrate ca. 10-15%, weitere 10% müssen lebenslang an die Dialyse), an die man sich nicht gewöhnen kann. Zum anderen importieren wir eh schon seit Jahrzehnten spanische Produkte - insofern hätte es in Europa viel eher Ausbrüche geben müssen wenn EHEC ständig dort zu finden wäre.

Birgit 68
11

Was ist mit den übrigen 75-80%? Essen die keine Gurken?
Um eine unlängst aufgetretene Mutation der dort ansäßigen E.coli düfte es sich jedenfalls nicht handeln, da es diese spezielle Unterart bereits voriges Jahr in der Steiermark gegeben hat.

Da fällt mir ein, vor ein paar Monaten von einem Fall von Nierenversagen gelesen zu haben, das von einem Pilz ausgelöst worden ist, den allerdings auch Leute gegessen haben, die davon nicht nierenkrank geworden sind. (Es ist wie bei den Masern: Manche werden davon schwerhörig, andere nicht.) So gesehen haben also manche Menschen Gene in ihrem Erbgut, das sie gegen bestimmte Schäden immun macht. Ob diese Anpassung nun evolutionär bedingt (vererbte Mutation) ist, oder kurzfristig auftreten kann

Bonair
10

Ich denke, Sie verwechseln die EHEC-Infektion mit dem HUS-Syndrom. Ersteres tritt bei Kontakt mit dem Erreger oft auf und äußert sich als blutiger Durchfall mit allen Folgeerscheinungen - Nierenversagen allerdings nur bei starker Austrocknung und durch Flüssigkeitsgabe oft rückgängig zu machen.
Das HUS hingegen tritt nur sehr selten auf (in 90% der Fälle allerdings assoziiert mit EHEC-Infektionen), verläuft schwer und tötet die besagten 10-15%. Hier gibt es eine Reihe von schützenden bzw. riskanten Faktoren im Körper, die den Verlauf bestimmen können. Faktoren, die Immunität verleihen, gibt es wahrscheinlich, oft kommen sie aber nicht vor.

Birgit 68
01
Sind Ihnen die Worte ausgegangen,

machen wir jetzt mit Farbklecksen weiter?
Wenn Sie was gegen den Artikel haben, den ich unten verlinkt habe, dann kann ich aber nichts dafür.

Birgit 68
11
Zum aktuellen Erreger E. coli 0104 fand ich folgenden Artikel,

der beweist, dass dieser Stereotyp gar nicht so neu ist, wie Sie glauben:

http://kaikupferschmidt.de/2011/05/e... nicht-o15/

Fortsetzung folgt!

Birgit 68
11
HUS-Syndrom? Nein, die Pilzvergiftung war natürlich keine EHEC-Infektion, mit ist es hier nur um das Nierenversagen gegangen, das manche dabei bekommen und andere nicht,

...und auch in Ihrer Aufzählung (zur Erinnerung: "Zum einen ist das EHEC-bedingte Nierenversagen ("hämolytisch-urämisches Syndrom") eine eher ungesunde Geschichte (Todesrate ca. 10-15%, weitere 10% müssen lebenslang an die Dialyse), an die man sich nicht gewöhnen kann.") verschweigen Sie die restlichen 75-80%, die kein Nierenversagen vom EHEC-E. coli bekommen haben. Die dürften wohl immun sein dagegen. Genauso wie die Spanier, also jene Menschen, die im Ursprungsland des kontaminierten Gemüses leben. Es kann natürlich sein, dass ich mich irre, und die Spanier da gar nicht dazu gehören, weil die in Wirklichkeit nie mit dem Bakterium in Berührung gekommen sind, aber es gibt sie jedenfalls, die 75-80% die keine EHEC Infektion bekommen!

AXFN4
00
31.5.2011, 13:58

ich denke weiterhin, das man generell die grundnahrungsmittel verarbeitenden betriebe endlich mal genauestens untersuchen und an die gesetzliche leine legen sollte! nur mit frau aigner und frau merkel wird das wohl wunschdenken bleiben.

AXFN4
10
31.5.2011, 13:58
ihr gurken!

so könnte man diese unsägliche ehec-geschichte inzwischen betiteln. anstatt die üblichen verdächtigen wie fleischverarbeiter, schlacht- und molkereibetriebe endlich mal unter die lupe zu nehmen, versucht man nach wie vor den bösen bauern und der bösen gülledüngung die schuld in die schuhe zu schieben.
ist ja auch so schön einfach mit der ekligen gülle bei unwissenden verbrauchern stimmung zu machen!

sowas nennt man dann wohl lobbygesteuerte vertuschung von lebensmittelskandalen zu lasten der verbraucher!

ich denke die landwirtschaftsverbände sollten tatsächlich schadensersatz fordern wenn sich der unschuldsverdacht bestätigt.

soamist
03
31.5.2011, 11:42

kochens einmal eine salatkurke

Angelika70
00

Hm. Kochen, abbinden, Dill dazu. Wo is das Problem?

René Monet
 
00
31.5.2011, 09:27
In einem anderen artikel heute

steht, dass der keim durchaus auch "in" der gurke sein kann und nicht nur darauf ...

Staphylococcus Aureus
00
31.5.2011, 09:50

wenn E. coli so leicht "in" die Gurke eindringen könnten, dann wären auch andere Bakterien dazu befähigt (da gibt es viel kleinere Kollegen) und das Ding wäre schon längst verfault, bevor es überhaupt in Österreich landen würde. Pflanzen wissen schon sich und ihren Inhalt etwas zu schützen (gegen Pilze meist nicht so effektiv wie gegen Bakterien).

Staphylococcus Aureus
02
31.5.2011, 09:04

"Das Bakterium hängt an der Oberfläche von Lebensmitteln." versus "Das Schälen von Gemüse allein bringt nichts." so kann man sich also innerhalb eines Absatzes selbst widersprechen...
Meiner Meinung nach ist der derzeitige Medienaufruhr komplett übertrieben. Waschen und/oder Schälen reicht mit Sicherheit aus, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Auch ein pathogenes Inokulum von nur 100 Keimen (10²!) darf stark bezweifelt werden.
LG

fertigprodukt
101
30.5.2011, 19:59
2011 wurden in Österreich bisher fünf Patienten nach einer Infektion mit der aggressiven Unterart O157 behandelt, eine 43-jährige Frau aus der Steiermark starb.

am keim oder an der behandlung? (diese frage muss man stellen, wenn man hört, womit die patienten behandelt werden)

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