Plattenfirmen machen Druck auf Google - Fordern stärkeres Vorgehen gegen Musikpiraterie
Die Enttäuschung bei den Musikfans war groß, als Google auf der Entwicklerkonferenz I/O seinen cloudbasierten Musikdienst Google Music Beta startete. Vor allem, weil ihm die Möglichkeit fehlt, Lieder zu kaufen und sie nahtlos ohne Upload zu streamen.
Lizenzen
Einem Bericht von Bloomberg Businessweek zufolge wollte Google von den vier größten US-Musiklabels Lizenzen für 100 Millionen US-Dollar kaufen. Der Grund dafür, dass die Verhandlungen im Sand verliefen, war unter anderem der von der Musikindustrie geäußerte Kritikpunkt, dass die Suchergebnisse bei Google und YouTube häufig zu illegalen Kopien führen. Der Internetkonzern solle strenger gegen Musikpiraterie vorgehen.
Kritik
Schon länger üben Musiklabels Druck auf Google aus. Dabei hagelte es insbesondere von der Plattenfirma WMG Kritik, die Google dafür anprangerte, von den Usern einen Jahresbeitrag von 30 US-Dollar für das Cloud-Service zu verlangen. Google hat sich bereits zu unterschiedlichen Änderungen bereit erklärt, zum Beispiel werden Urheberrechtsverletzer aus dem AdSense Werbeprogramm ausgeschlossen.
Protect IP Act
In der vergangenen Woche wurde im US-Senat das Gesetz "Protect IP Act" einstimmig beschlossen. Danach können Behörden Webseiten sperren, die Urheberrechtsverletzungen aufweisen. Google hingegen bezog kürzlich Stellung zum Protect IP Act und warnte, dass das Gesetz die Meinungsfreiheit einschränke.
Konkurrenz Apple
Apple kooperiert mit drei der vier größten Plattenfirmen zusammen, was auf eine führende Stellung vor Google und Amazon hinweisen kann. Bewaffnet mit Lizenzen ist Apple imstande, die iTunes Bibliothek der User zu scannen und sie mit den Liedern auf ihren Services zu synchronisieren - ohne dass ein Upload notwendig ist. (ez, derStandard.at, 30. Mai 2011)