Sperre von Kino.to kann leicht umgangen werden

30. Mai 2011, 13:40
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Angebot bereits unter neuer Adresse aufrufbar - Software und Proxys helfen Blockaden zu umgehen

Seit Samstag können Kunden des Providers UPC das Portal kino.to nicht mehr besuchen. Die Ursache: Der Verein für Antipiraterie (VAP) setzte eine einstweilige Verfügung gegen UPC durch - und zwang so den Anbieter den Zugang zur Seite zu unterbinden.

Sperre

Die Klage wurde gemeinsam mit den Produktionsfirmen Wega Film, Constantin Film und Satel Film eingereicht, Ausgangspunkt für den Streit war der preisgekrönte Film "Das weiße Band" des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, der neben anderen Filmen rechtswidrig auf der Streamingseite präsentiert wurde. Da die Betreiber des Portals nicht festgestellt werden können, hat der Verein UPC aufgefordert, den Zugang zu sperren. Für die Dachorganisation der heimischen Internetwirtschaft (ISPA) ist in dieser Causa das letzte Wort aber "garantiert noch nicht gesprochen". 

"Provider zur Kontrolle der transportierten Inhalte zu verpflichten, ist völlig unangebracht"

"Provider zur Kontrolle der transportierten Inhalte zu verpflichten, ist völlig unangebracht", so ISPA-Chef Wildberger. Statt einem gerichtlichen Vorgehen sollten "internettaugliche Urheberrechtsmodelle" erarbeitet werden. "Damit wären innovative Content-Geschäftsmodelle möglich und die ständige Kriminalisierung von Millionen Nutzern hätte ein Ende."

Technische Umsetzung der Sperre

Laut UPC erfolgt die „technische Umsetzung der Einstweiligen Verfügung auf zwei Ebenen. Zum einem blockt UPC den Traffic zu den in der Verfügung genannten IP-Adressen - zum anderen wird die Domain www.kino.to nicht aufgelöst.

Praxis

In der Praxis stellen sich Internetsperren als untauglich heraus. So ist das Angebot von kino.to unter neuen Internetadressen zugänglich. 

Proxys

Auch gibt erprobte Mittel und Wege, derartige Blockaden zu umgehen. So verhelfen etwa kommerzielle VPN-Anbieter (Virtual Private Network) zu neuen Internetadressen. Und mit einer neuen Adresse wird die Sperre obsolet. Ein Übersicht von derartigen Dienstleistern findet sich unter http://myvpnreviews.com/. Wer kein Geld ausgeben will, kann auf die Software Hotspot Shield zurückgreifen, die ebenfalls Adresse verschafft.  Alternativ liefern auch Proxy-Server neue Adressen. Ein Suche bei Google liefert Links zu entsprechenden Angeboten. (red)

  • Kommerzielle VPN-Anbieter (Virtual Private Network), wie blackvpn, verhelfen zu neuen Internetadressen

    Kommerzielle VPN-Anbieter (Virtual Private Network), wie blackvpn, verhelfen zu neuen Internetadressen

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