Der Facebook-Gründer spricht auf dem e-G8 Forum über die anfängliche Skepsis gegenüber neuen Funktionen
In der Vergangenheit hatten Facebook Produkte einen schwierigen Start, wenn es um Privatsphäre ging. Aber die User haben sich an die neuen Features gewöhnt, die sie anfangs abgeschreckt haben, sagte Mark Zuckerberg auf dem e-G8 Forum in Paris.
Anfängliche Skepsis
Kritisiert wurden insbesondere Dienste, die "Freunden" erlauben, ihre Spuren im Internet zu verfolgen. "Sobald wir eine neue Funktion herausbringen, sagen die Leute: Hm, mögen wir nicht." Zuckerberg erklärt, die Menschen hätten Angst davor, dass zu viele Leute im Sozialen Netzwerk involviert sind. So hätten 2006 eine Million Nutzer, also damals zehn Prozent der Mitglieder, gegen die Einführung des neuen News Feeds auf Facebook protestiert, wonach Updates zu den Tätigkeiten der "Freunde" geliefert werden. Jetzt ist die Funktion fest in die Seite integriert und nicht mehr wegzudenken, so Zuckerberg.
"Unter guter Kontrolle"
Die Plattform, die Dritt-Entwicklern den Zugang zu den "Freunden" der User gibt, gilt als ziemlich kontrovers. Facebook unternehme aber jene Schritte, "damit alles unter guter Kontrolle ist und kaum Missbrauch stattfindet." Eine der positiven Aspekte des Internets sei, dass man etwas entwickeln könne, und die Menschen würden es annehmen oder nicht. So würde Facebook Debatten schließlich für sich entscheiden.
Menschliches Verhalten
Die Menschenrechtsorganisation Privacy International sagte gegenüber ZDNet UK, dass Eingriffe in die Privatsphäre normalisiert werden können. Das menschliche Verhalten ist maßgeblich durch die Mitmenschen geleitet. Die User stimmen einer Sache so lange zu, so lange die Mehrheit glaubt, es ist die Norm. Kritiker sagen, Menschen werden sich nicht damit wohl fühlen, Informationen zu teilen. Facebook müsse dies auf langfristige Sicht berücksichtigen.
Rolle bei politischen Bewegungen
Das Teilen von Informationen könne durchaus mit strengen Datenschutzregeln kombiniert werden. Während des G8 Forums wurde Zuckerberg auch zur Rolle sozialer Netzwerke bei politischen Bewegungen angesprochen. "Die Leute sagen mir, es ist toll, dass wir so eine wichtige Position im arabischen Frühling hatten, aber es sei auch beängstigend, weil wir das Sammeln und Teilen von persönlichen Informationen ermöglichen. Es ist aber schwierig, das eine vom anderen zu trennen. (ez, derStandard.at, 30. Mai 2011)