Microsoft macht mehr Geld mit Android als mit Windows Phone 7

30. Mai 2011, 09:07
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Kassiert 5 US-Dollar für jedes verkaufte HTC-Smartphone - Mit Patentklagen soll Android unattraktiv gemacht werden

Obwohl Microsoft bereits lange vor anderen großen Softwarehersteller massiv in den Smartphone-Markt zu investieren begonnen hatte - die großen Erfolge werden schon seit geraumer Zeit woanders gefeiert. Während Googles Android mit rasantem Wachstum zunehmend den Markt dominiert und Apple in Form des iPhones das am öftesten erworbene Einzelgerät sein eigen nennt, verkaufen sich Smartphones mit Microsoft Betriebssystemen relativ schwach - in Hinblick auf die Marktanteile sogar mit einer Tendenz nach unten.

Zahlenspiele

Eine Dynamik aus der sich eine leicht paradoxe Situation ergibt: Microsoft macht derzeit in absoluten Zahlen mehr Geld mit Android als mit Windows Phone 7. Grund dafür ist ein Patentabkommen mit der taiwanesischen HTC, über das Microsoft 5 US-Dollar an jedem verkauften Android-Smartphone des Herstellers mitschneidet, wie Business Insider berichtet. Zwar verlangt Microsoft für jedes Smartphone mit Windows Phone 7 den dreifachen Betrag an Lizenzzahlungen, aktuell verkauft aber alleine HTC um ein vielfaches mehr Android-Geräte als insgesamt WP7-Smartphones abgesetzt werden.

Ziele

Praktisch parallel zum Start von Windows Phone 7 hatte Microsoft begonnen, verstärkt Druck wegen angeblichen Patentverstößen in Android zu machen, und in Folge diverse Hardwarehersteller vor Gericht zitiert. Kurzfristiges Ziel dieser Kampagne ist es, alle Hersteller zum Abschluss von Lizenzabkommen zu drängen - und so selbst an Android-Verkäufen mitzunaschen. Dies übrigens durchaus noch in größerem Rahmen, als bisher bei HTC: Laut dem Bericht will Microsoft von anderen Herstellern zwischen 7,50 und 12,50 pro Gerät kassieren.

Ausblick

Langfristig will man aber vor allem den Preis von Googles Betriebssystem weiter nach oben treiben: Kombiniert man obligatorische Patentzahlungen mit - aufgrund des großen Wettbewerbs - sinkenden Margen, könnte Windows Phone 7 plötzlich wesentlich lukrativer erscheinen - so zumindest die Hoffnung von Microsoft.

Entscheidend

Ob dieser Plan wirklich aufgeht, muss sich natürlich erst zeigen, und hängt im Endeffekt auch an den KonsumentInnen: Denn wenn diese Windows Phone 7 weiterhin nicht annehmen, nützt auch die größte Gewinnmarge pro verkauftem Gerät recht wenig. (red, derStandard.at, 30.05.11)

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    Microsoft CEO Steve Ballmer versucht den Smartphone-Markt in den Griff zu bekommen.

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