Videocast von Robert Misik - Folge 183

Sind die Österreicher konservative Hinterwäldler?

29. Mai 2011, 20:19

Die Mehrheit der Bürger will, dass sich möglichst nichts ändert.

"Im Grunde bin ich mehr für Stabilität als für Veränderung" - auf diese und ähnliche Fragen sagt eine überwiegende Mehrheit der Österreicher und Österreicherinnen "Ja". Besonders die Anhänger der SPÖ und der ÖVP hängen am Gewohnten. Nur die Grün-Wähler reißen aus - sie sind am wenigsten konservativ, am aufgeschlossensten für Veränderungen. Und besonders bizarr: Was die Mentalität betrifft, sind sich die Wähler der Grünen und der FPÖ noch am ähnlichsten. Sie sehen eher optimistisch in die Zukunft, haben Pläne für ihr Leben, und gehen davon aus, dass die Welt etwas Spannendes für sie bereit hält.

Sind also die Wähler am Stillstand schuld? Nein, das wäre auch wieder eine zu simple Deutung.

Es wäre eine Falle, würde man Studien dieser Art so interpretieren, dass man sagt: Die Wähler sind heute so konservativ geworden, denen darf man mit neuen Ideen nicht kommen, die wollen das gar nicht. Es ist eher so: Abgesehen vom Techno-Optimismus, gibt es keinen progressiven Geist, der unsere Gesellschaften durchweht. Die Konservativen sind konservativ wie eh. Und dass bei Linken extrem viel progressiver Elan vorzufinden sei, lässt sich auch nicht so recht behaupten. Und wenn das so ist, dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn das die Mentalitäten der Bürger einfärbt.

Story in der Wiener Zeitung

Martin Blumenaus Blog

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Posting 1 bis 25 von 146
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Lightning_Cock
00

Wir hätten doch bei "Ostmark" bleiben sollen. Damals gab's jede Menge Veränderungen.

CentralAI
00
Grün und FP

Warum eigentlich nicht, sicher, vielen Grünen (ich eingeschlossen) kommt das Grauen, wenn sie an die Argumentation, und an den Hasstriarden der blauen denken.

Aber, wie Herr Misik hier so treffend unterstreicht, beide Parteien haben eine Wählerschaft, die sich echte Veränderungen wünscht.

Vl. braucht die Politik einen echten Spiegel der Bevölkerung, echten Dialog, wenn auch zwischen Vernunft und Wahnsinn.

Was sicherlich nichts bringt, ist das gegenseitige Negieren des Existenz.

Raum_2.0
00
31.5.2011, 12:25

Langsam ist es angebracht, die links/rechts Frage in der Entscheidungsfindung beiseite zu lassen, da wir nicht mehr in der Zwischenkriegszeit leben. Wir benötigen Ideen und keine Ideologien, die uns wie eine Religion am Denken hindert. Stillstand herrscht, weil eine Partei mit einer fertigen Ideologie ihre Klientel mit fixer Einstellung befriedigt. Ein moderner Mensch sollte sich deshalb von seiner konservativen vorbestimmten Einstellung lösen und immer diese Partei mit den besten Vorschlägen wählen. Nur auf diese Weise kann man in einer Demokratie eine Partei überhaupt zu guten Ideen zwingen, da die Parteien um ihre Wähler kämpfen müssten. Man könnte nun sagen, dass dies die Zuwanderung zur FPÖ auch nicht stoppen würde. ABER: Würde in der

Raum_2.0
01
31.5.2011, 12:27

ABER: Würde in der großen Koalition mehr über Ideen und nicht über Ideologien verhandelt werden, die wiederum wir als Wähler mitbestimmen, würde es Ergebnisse geben, mit denen auch FPÖ Wähler etwas anfangen würden.

sepp sepperl
01
31.5.2011, 12:09
“To improve is to change. To be perfect is to have changed alot.”

zitat winston churchill, und recht hat er gehabt, der british bulldog.
selbst änderungen um der blosen änderung wegen sind immer noch besser als ständiger stillstand. dann wirds zumindest vielleicht besser.

Quartz1
12
31.5.2011, 09:18
Ja!

Sind sie!
Und waren sie immer. Wie auch jede andere Gesellschaft, wie jeder Ameisenhaufen.
Denn sie müssen Autos reparieren und Gurken kaufen.

Das Problem ist die Minderheit der vermeintlich Gebildeten. Die Entwicklungen vorzugeben hätte.
Aber da ist nichts, denn diese Klientel ist stumpf und blockiert wie nie zuvor.
Zu feig und selbstzufrieden, um in den blauen Himmel schauen zu können.

dst_yaab
David Strohmaier
 
21
31.5.2011, 10:15
Avantgarde?

Eine Minderheit die vorzugeben hätte?

Klingt auch nicht gerade antiautoritär. Nein, wenn dann wäre es notwendig das Wissen (die Bildung) breiter aufzustellen und der Elitenbildung entgegenzuwirken.

Für Basisinitativen und Konsensbeschluss!

djmp1964
00
Basisinitiativen und Konsensbeschluss ...

... bringen keinen Fortschritt!

Basisinitiativen - da müssten Sie wohl auch für Lobbyismus sein: durch Lobbying wird nämlich versucht, Interessen der Basis (meist - große - Einzelunternehmen oder Unternehmensverbände) politischen Einfluss zu nehmen

Konsensbeschluss - was soll das? So lange reden und Ideen verwässern und Kompromisse suchen, bis alle dafür sind? Lächerlich.

Und - klar muss es eine Autorität geben - selbstverständlich eine, die auch Verantwortung übernimmt, wenn eine Entscheidung einmal falsch war ...

Pragmatismus ist m.A. die angemessene Art der Problemlösung.

Quartz1
21
31.5.2011, 11:03
Die Dummen

Exakt. So wie die Minderheit der Designer von TV-Fernbedienungen vorgibt, welche Knopfe zu drücken sind.

Wer sich natürlich sein Leben lang auf Begriffen wie antiautoritär, Avantgarde, Elitenbildung, Basisinitiative abstützt, wird nie ein Fünkchen von irgendetwas mitbekommen.

E_Rybin
24
31.5.2011, 07:30
wie man an den postings erkennen kann:

selbst internetbenutzende standardposter sind i.A. konservative hinterwäldler

more more
42
31.5.2011, 07:24

Wo Reform draufsteht, steckt in Österreich zumeist ein linker Scharlatan drinnen.

Peter Sichrovsky
52
31.5.2011, 01:50
Hinter-Vorder

Das Hintere des Waldes erscheint dem Linken als konservativ, das Vordere daher als progressiv, dass er sich dabei rhetorisch bereits im Wald verirrt hat, stört nicht weiter, weiss ohnehin jeder, nach welchen Kriterien ein Meinungs-Journalist Noten verteilt.

Dan Scratch
02
31.5.2011, 08:56
Und so bastelt sich jeder seine kleine Scheinwelt zusammen.

Sicher ist jedenfalls, daß du NICHT intelligent bist, egal wie du es drehst und wendest - die Wissenschaft spricht da eine klare Sprache:

http://www.spiegel.de/wissensch... 56,00.html

Peter Sichrovsky
32
31.5.2011, 15:38
Spiegel-Pischer

Wenn Sie den Spiegel brauchen, um mir ans Bein zu pinkeln, dann versteh ich Ihre Verzeiflung.

Dan Scratch
01
31.5.2011, 21:07
Ich bezweifle stark, daß Sie überhaupt irgendwas verstehen.

Zum Beispiel haben Sie nicht kapiert, daß es nicht um das Medium sondern um den Artikel ging. Hätte ich ein eher linkes Medium gewählt, dann hätten Sie behauptet "typisch linkes Gerede".

http://www.sueddeutsche.de/wissen/iq... nt-1.13440

Erbärmlich. Und diese "Verzweiflung", die Sie mir andichten, die existiert nur in Ihrer Einbildung.

Im Grunde tun Sie mir leid, Sie sind eigentlich ein armes Würstchen.

Herbert Chaos
36
31.5.2011, 00:51

In Wahrheit kann man diese Umfragen doch werten wie man will. Ausserdem was ist an Konservierung von Werten so schlecht:

Ist es schlecht wenn jüngere Buam in der straßenbahn älteren mitbürgern den Sitzplatz überlassen?

Ist es schlecht wenn keine Nackerten mit wackligen tuttln und Telefonnummern zwischen 22:00 - 6:00 im Fernsehen laufen?

Ist es schlecht wenn keine Atomkraftwerke gebaut werden?

Es gibt durchwegs Werte und Zustände die man bewahren sollte. Diese Umfragen sind einfach Müll weil jeder bei der Beantwortung der Fragen an was anderes denkt.

trollvottel
02
31.5.2011, 11:22

Du verwechselst da einiges.
Höflichkeit und Anstand haben mit "konservativ" nur insofern zu tun, als die traditionell auf Höflichkeit getrimmten Bürgerlichen eher konservativ waren, und derb-proletarische Umgangsformen bei der SPÖ halt üblicher.
Keine AKW zu bauen ist ein grünes Anliegen; in der technikorientierten "Die Welt steht eh nimmer lang"-Mentalität des Kalten Kriegs waren definitiv in DE, aber AFAIK auch in Ö, die Konservativen eindeutig für Atomkraft.

Herbert Chaos
00
31.5.2011, 15:30

Das mag deine Sicht der Dinge sein, also interpretierst du genauso wie Misik. Andere werden anders denken wenn sie solche Fragen vorgesetzt bekommen.

Dan Scratch
33
31.5.2011, 01:16

Je intelligenter Menschen sind, umso eher sind sie bereit, sich auf Neues einzulassen. Konservative und religiöse Menschen haben hingegen einen geringeren Intelligenzquotienten. Psychologen glauben, dass man das Phänomen evolutionsbiologisch erklären kann.

http://www.spiegel.de/wissensch... 56,00.html

http://www.sueddeutsche.de/wissen/iq... nt-1.13440

George Costanza
10
31.5.2011, 20:05

Im 20. Jhdt. wären wir wesentlich besser gefahren, wenn sich die antimodernen Bewahrer und Bremser durchgesetzt hätten, im Gegensatz zu den progressiven, intellektuellen, politischen Neugestaltern faschistischer, nationalsozialistischer und kommunistischer Prägung, die gemeinsam zig Millionen von Toten und unsägliches Leid auf dem Gewissen haben.

Der gemeine, durchschnittlich Intelligente Normalbürger will einfach seine Ruh haben und sein Leben so weiter leben, wie er es gewohnt ist, anstatt utopischer Spinnerei nach zu gehen. Und damit kann man nicht so falsch liegen.

Hubert Hawkins
00
31.5.2011, 11:52
Intelligenter ist gleich besser?

Man könnte ja zuerst einmal diskutieren ob die Kausalität "intelligenter - sich auf etwas neuen einlassen - besser" so stimmt.

Aber nachdem am Ende des zitierten Artikels steht, dass die Intelligenteren unzufriedener sind und weniger verdienen als die Konservativen, können wir das bleiben lassen.

Dan Scratch
01
31.5.2011, 12:31

Ich finde schon, daß es Vorteile hat, sich auf etwas Neues einlassen zu können - es macht das Leben interessanter. Aber das mag jeder für sich beurteilen.

Daß intelligentere Menschen nicht unbedingt die glücklicheren sind, ist eigentlich längst bekannt.
Man kann eben nicht alles haben...aber schön, daß wir beide zufrieden sind.

Yes we try
21
31.5.2011, 00:28
Nicht ungeschickt gemacht, aber:

Die Art der Fragestellung ist tendenziell, manipulierend und deshalb leider unwissenschaftlich! Da will jemand der Koalition einen Grund für ihr Nichtstun verschaffen, und viele fallen darauf herein! Andere Fragen, ebenso geschickt aneinandergereiht, ergäben ein anderes Bild ...

mama knowsbest
02
31.5.2011, 00:27

ja

YellRain
24
30.5.2011, 22:05
gute besserung

nun, so lange man sich selbst definiert was progressiv zu sein hat und danach die menschen selbst in progressive und konservative einteilt, zeigt man nur, dass man nicht begriffen hat, was fortschritt ist.

somit dürfte man den autor zu den möchtegernfortschrittlichen zählen, die glauben, die wahrheit zu besitzen. und das dürfte zumindest eine einstellung von vorgestern sein.

aber keine angst, herr misik. auch sie können noch klüger werden, wenn sie begreifen, dass sie nicht zu den auserwählten gehören, welche die fähigkeit haben, die anderen in schubladen einzusortieren und den "unwissenden" belehrungen zu erteilen.

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