Es wurde die kleinere Sensation

  • Markus Hammerer traf zweimal im Pokalfinale. Stefan Lexa gratuliert dem Youngster.
    apa-foto: georg hochmuth

    Markus Hammerer traf zweimal im Pokalfinale. Stefan Lexa gratuliert dem Youngster.

  • Die Ried-Spieler Lexa, Brenner, Stocklasa und Mader mit dem neuen größenmäßig aufgeblasenen ÖFB-Pokal.
    apa-foto: herbert pfarrhofer

    Die Ried-Spieler Lexa, Brenner, Stocklasa und Mader mit dem neuen größenmäßig aufgeblasenen ÖFB-Pokal.

Ried siegt vor 14.500 Zusehern im Ernst Happel-Stadion gegen Austria Lustenau und schafft den österreichischen Pokalsieg

Der ÖFB hat auf der Kameraseite keine Karten abgesetzt, außer im VIP-Klub. Auf der Gegenseite wurden einige Sektoren in den Klubfarben abgedeckt. Man bemühte sich, die Kulisse nach etwas aussehen zu lassen. Das konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Zahl von 14.500 Augenpaaren und ein zu zwei Dritteln leeres Ernst Happel-Stadion eines Cupfinales an sich nicht würdig ist. Aber zum Einen haben wir schon schlimmeres erlebt, zum anderen soll das nicht als Vorwurf an die beiden Klubs verstanden werden. Sie mobilisierten ihre Anhänger durchaus gut.

Die Rieder Anhänger waren in der Überzahl, füllten zwei Ränge ihrer Kurve gut aus, die Lustenauer hatten etwa ein Viertel davon mit. Von neutraler Seite hätte das Finale mehr Interesse vertragen. Dazu müsste sich der ÖFB aber auch endlich ein attraktiveres Konzept überlegen.

Sehenswerte erste Hälfte

Beide Teams beginnen das Spiel auf dem bewässerten Boden positiv, mit offensivem Pressing und dem Versuch schnell nach vorn zu kommen. Die erste Möglichkeit gehörte bei strahlendem Sonnenschein und perfekten Fußballtemperaturen den Lustenauern. Ein Freistoßschuss aus 25 Metern nach drei Minuten fand seinen Weg durch die Mauer, allerdings mit einer Kollision und Ried-Keeper Thomas Gebauer kam heraus um ihn zu sichern.

Auch am Einsatz mangelte es beiden Teams nicht – übertrieben hatte es in der 20. Minute aber Harald Dürr. Der Vorarlberger hatte Glück, dass sein unnötiges Foul mit hohem, kaum angewinkelten Bein gegen Florian Mader nur mit der Gelben Karte bedacht wurde.

Es entwickelte sich eine engagiert geführte Partie, der vorerst die Torszenen fehlten. Die Rieder kamen in der 17. Minute durch einen Schuss von Ivan Carril erstmals gefährlich vor das Tor der Lustenauer. Die ließen als Zweitligaklub mit ihrem 4-3-3 durchaus keine Minderwertigkeitskomplexe erkennen und spielten skrupellos mit Kombinationsfußball auf Sieg. In der 25. Minute fand ihr Druck vorerst seinen Höhepunkt. Erst ein Freistoß, dann ein Schuss nach einer Ecke wurden von Boller allerdings am Tor deutlich vorbei gezirkelt.

Bei den Riedern machte sich Verunsicherung breit. Die Mannschaft von Paul Gludovatz stand tief in ihrer Hälfte, machte im Spielaufbau unter Druck zu viele Fehlpässe. Ein Konter hätte die Partie dann aber schnell auf den Kopf stellen können (28.). Markus Hammerer verpasste einen Querpass von Daniel Royer, Carril konnte aus kurzer Distanz denn Ball nicht im Tor unterbringen.

Die größte Chance von „Luschnou“ gab es in der 39. Minute, eine gefinkelte Flanke von Rot erreichte ein Stürmer gerade nicht, der Ball sprang deshalb an Gebauer vorbei und an die Stange des langen Ecks. Der „Keine Sorgen“-Schriftzug am Rücken von Gludovatz wurde unglaubwürdig.

Doch praktisch im im Gegenzug kam es in der 41. Minute zu einem Eckball, den Hammerer im Fünfer zu unbedrängt einköpfeln konnte. Zwei Minuten später hätte die Partie entschieden sen müssen, doch nach hervorragendem Stefan Lexa-Außenristpass auf den in der Mitte stehenden Carril warf sich ein Lustenauer heldenhaft in dessen Abschlussversuch und lenkte den Ball über die Latte.

Mehr Ried im zweiten Durchgang

Es ging mit 1:0 in die Kabinen, Ried durfte sich geschmeichelt fühlen, hatte andererseits aber auch bereits die ein oder andere Großchance vergeben. Nach der Pause änderte sich das Bild etwas. Die Rieder taten ihrerseits mehr für das Spiel, Lustenau fehlte der Elan in den Kontern. Vorerst gelang den Riedern aber wenig mehr, als sich einige Eckbälle zu erobern. Ein Konter (59.), dessen letzter Lexa-Pass und Ewald Brenners Abschluss nicht nach Wunsch verliefen, war das höchste der Gefühle.

Ein Schuss von Hammerer (65.) machte Alexander Kofler auch noch nicht zu schaffen. Gludovatz nahm Jan-Marc Riegler vom Platz und brachte Marc Prettenthaler. Der hatte aber nichts damit zu tun, dass Royer in der 67. einen Schuss im Strafraum anbrachte, dessen Abpraller Hammerer per Kopf nur noch über die Linie nicken musste. 2:0 für die Rieder, die die Sache mittlerweile doch gut unter Kontrolle hatten.

Lustenaus wirkungslose Schlussoffensive

Die Lustenauer sahen ihre Felle davonschwimmen, Edmund Stör machte einen Doppeltausch. Für Dursun Karatay und Mario Leitgeb kamen Dominik Rotter und Gerald Krajic. Unmittelbar darauf platzierte der Ried-Spanier Carril einen Freistoß unter die Latte, doch Kofler konnte schlimmeres verhindern. Die Innviertler konnten sich nun voll auf den Konter verlassen, wo Hammerer der Abwehr mit seiner Schnelligkeit zu schaffen machte.

Nach einem solchen Gegenstoß sah Lustenau-Kapitän Jürgen Kampel wiederum eine sehr orange scheinende Gelbe Karte, als er seine Kung Fu-Tauglichkeit unter Beweis stellte. Nicht viel weniger ruppig war das Einsteigen von Krajic wenige Sekunden später in der Gegnerhälfte. Die bis dahin gezeigte Austria-Spielkultur wurde nun doch mit der sichtbaren Härte von Frust und Verzweiflung angereichert. Die nötigen Torchancen brachte das nicht mehr ein. Zu mehr als einem würdevollen Finale reichte es bei der Austria nicht mehr. Die Fans nahmen es mit Fassung und schenkten ihrer Mannschaft auch am Ende den verdienten Applaus.

So ein Tag wie heute, der sei wunderschön, meinten die Rieder, leisteten frenetischen Abgangsapplaus für ausgewechselte Spieler. Die Feiern der Oberösterreicher begannen bereits Minuten vor dem Schlusspfiff. Die SV Ried schaffte es, dass der Cup die kleinere der möglichen Sensationen brachte. Sie krönten ihre starke Saison mit dem Titel, dürfen im Herbst ihr Glück in der Europa League versuchen und müssen dazu erst eine Runde nach Salzburg und Austria Wien antreten. (tsc, derStandard.at, 29.5.2011)

SV Josko Ried - SC Austria Lustenau 2:0 (1:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 14.500 Zuschauer, SR Manfred Krassnitzer

Tore:
1:0 (41.) Hammerer

2:0 (67.) Hammerer

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Riegler (63. Prettenthaler) - Brenner, Mader, Schrammel - Lexa, Carril (82. Hadzic), Royer - Hammerer (86. Nacho)

A. Lustenau: Kofler - Zech, Stückler, Kampel, Soares - Dürr, Leitgeb (71. Rotter) - Micic, Roth, Boller (88. Honeck) - Karatay (70. Krajic)

Gelbe Karten: Lexa bzw. Dürr, Kampel, Krajic

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sehr gute Idee, leider zu visionär für den ÖFB

Eine großartige Idee - Bitte dem ÖFB schicken. Schaden kann's nicht!

es war eigentlich gedacht, das finale immer in klagenfurt zu spielen - auch dieses jahr. leider gibts im moment keine freigabe für die oberen ränge des stadions.

Weil man bei der Paarung RIE-ALU auch unbedingt die Oberränge braucht..

ja, hätte man gebraucht. die 14.500 heute wären sich auf den unteren rängen vermutlich nicht ausgegangen (die oberen ränge sind in klagenfurt größer). zumal ja zum zeitpunkt der verlegung durchaus auch noch rapid gegen kapfenberg spielen hätte können. und dann wärs wahrscheinlich voll gewesen.

Wäre eine gute idee.

ich hätt mich, wär ried nicht mein herzensclub, für die lustenauer sehr freuen können. sympathischer verein mit tradition aber ohne "echten" titel. gespielt haben sie lange zeit sehr gut und was im horr war, muss denen erst wer nach machen. so freu ich mich halt mit mir selber.

Wir sind keine Darmausgangsbauern !

Europa League

Gratulation Ried!!!
Aber ihr werdet nach der ersten
Qualifikationsrunde wo ihr
einsteigt sowieso draußen sein

ja wie alle anderen ösi vereine...

Bauernderby - nein danke !

und das bei diesem nickname - hammer.

aber hauptsache "farmer" heißen. ignorant

hehe, der typische Wiener Sauprolet!! schade um die leiwanden Wiener!

Wir sind eure Bauern, ihr Shvayne!

Kann mir jemand erklären, warum die Ried-Fans 'Moskau wir kommen'-Sprechchöre angestimmt haben? Das Europa League Finale - sollten sie davon träumen - findet in Bukarest statt. Danke für die Aufklärung und Gratulation an Ried für den Sieg und Lustenau für das Erreichen des Finales.

Weil sie gegen Dynamo Moskau um den Einzug Europa Ligue spielen werden

hat man da im Innviertel die Glaskugel befragt?

Gott sei dank, dass Ried gewonnen hat.

Wenn es nämlich Lustenau geworden wäre, dann wäre ja gleich eine glatte Vorgabe hinsichtlich Bewertungspunkten für die 5-Jahre-Wertung der UEFA geworden.

Herzlich Willkommen Ried, im erlesenen Kreis der Top 4 in Österreich ;)

Jetzt hat auch die viert beste
Mannschaft Österreichs einen
internationalen startplatz gratuliere!
!!!

ried spielt den fussball wie der wr. sportklub mit

erich hof vor ca 38j.
hinten dicht machen und auf konter warten.
ekelhafte spielweise aber effizient...........

oder wie griechenland einst bei der em mit libero gespielt hat: der trainer hat sich seine mannschaft angeschaut, hat das passendste system gesucht und spielt damit. ich sehe da kein problem.

spannend war es auf jeden fall. verstehe nicht, warum lustenaus trainer geht bzw. vertrag endet - aber okay, bin bloss normaler zuschauer. grats an ried!

habs live gesehen, und das schwar schon ein ziemlich grottiges match. brrr. trotzdem gratulation nach ried.

Danke für dieses hochspannende Match heute im Gegensatz zu diesem Hundskick gestern in London.

Und ein schönes Spiel war auch, trotz

aller Wiener Unkenrufe.

Gratulation auch an die Lustenauer. Sie haben gezeigt, dass sie verdient im Cupfinale gestanden sind. Vor allem in der 1. Halbzeit haben sie das Spiel dominiert und hätten mit ein wenig Glück in Führung gehen können....

Das Spiel einen Tag nach dem Championsleague Finale und am Tag des Monaco F1 Grand Prix auszutragen, glänzt von organisatorischer Leistung.

Wäre das Spiel n. Woche irgendwann im Hauptabendprogramm gelaufen, so wäre es nicht so untergangen wie am heutigen Tag.

wieviele Zuschauer gab's denn eigentlich in Berlin beim DFB Finale zwischen Schalke und Duisburg ?

75708 Zuschauer

wenn man bedenkt, dass die deutsche Bundesliga 5 bis 6 mal so gut wie die österreichische BL ist, dann passt das Zuschaueraufkommen eh völlig!

yeaaaaaaaaaah :)
das wird heute eine lange nacht in ried *g*

Sperrstunde auf 21 Uhr verlängert? ;)

jo

Montag 21.00 ;-)

War der ÖFB simply zu blöd, dieses Finale ins Hanappi zu verlegen??
oder von mir aus 20.000 Freikarten herzuschenken?
oder zumindest die leidgeplagten Länderspiel-Abo Besitzer eine Karte zu schenken, sozusagen aus Good-Will??

Fussballprovinz Österreich,...

nein, danke...im hanappi brauchen wir keine Fremdspiele mehr...besser für alle Seiten

Lemmlings-Denke!

geh doch einfach.....sch....en

Die grünen Religionsfanatiker

könnten bei einem etwaigem Cupfinale ohne Grün-Weisse Beteiligung ja ihrer heiligen wirkungsstätte fernbleiben und damit Fußball Österreich eine weitere Peinlichkeit ersparen.

Immerhin gehört das Hannappi ja nicht Euch, bzw. dem Klub (was bei euch ja anscheinend dasselbe ist), sondern der Stadt Wien.

was geht mit dir?...wenns um Rapid geht, haut es dir scheinbar alle Sicherungen raus...

dürft ne Tiroler Krankheit sein, hat man an den feigen Steinwerfern ja erkannt..

aber nichts destotrotz, nicht mal von Typen wie dir lass ich mir meine schwarz grünen Sympathien nehmen

Hallo!

Was heißt hier ohne Grün-Weisse Beteiligung?!?!! Die Farben der Austria sind Grün-Weiß!

Warum bitte Hanappi? Innsbruck oder Salzburg wären geografisch deutlich besser gewesen.

Lustenau hat abgelehnt, das Finale in Salzburg zu spielen. Ried hatte das eh vorgeschlagen.

wurde einfach als beispiel genannt, weil sich die teams dafür eingesetzt haben, dass es in wien stattfindet...
und weil es ja schon mal im hanappi war,...

"...Von neutraler Seite hätte das Finale mehr Interesse vertragen. Dazu müsste sich der ÖFB aber auch endlich ein attraktiveres Konzept überlegen. ..."

ja? und? was sollen die vereine denn machen? was anderes spielen als fußball?

viel expliziter kann ich nicht sagen, dass die beiden vereine selbst sich gut gemacht haben. die inszenierung des cups in österreich ist aber ein witz. in der laufenden saison hat man zwischendurch den hauptsponsor gewechselt und wenige wochen vor dem finale noch herumüberlegt, wo man dieses überhaupt spielen soll.

hallo tom,

ja klar, war kein vorwurf an die vereine. die "organisatorischen" probleme waren mir bewußt nur was soll es ändern wenn man dem kind einen anderen namen gibt? ist ja auch der name "erste liga" albern, oder redzac oder adeg oder...

den leuten ist der finaltag bekannt, entweder das publikum nimmt das an und geht ins stadion oder es bleibt sowieso fern.

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