ÖFB-Cupsieger SV Ried

Es wurde die kleinere Sensation

Tom Schaffer, 29. Mai 2011, 18:25
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    Markus Hammerer traf zweimal im Pokalfinale. Stefan Lexa gratuliert dem Youngster.

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    Die Ried-Spieler Lexa, Brenner, Stocklasa und Mader mit dem neuen größenmäßig aufgeblasenen ÖFB-Pokal.

Ried siegt vor 14.500 Zusehern im Ernst Happel-Stadion gegen Austria Lustenau und schafft den österreichischen Pokalsieg

Der ÖFB hat auf der Kameraseite keine Karten abgesetzt, außer im VIP-Klub. Auf der Gegenseite wurden einige Sektoren in den Klubfarben abgedeckt. Man bemühte sich, die Kulisse nach etwas aussehen zu lassen. Das konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Zahl von 14.500 Augenpaaren und ein zu zwei Dritteln leeres Ernst Happel-Stadion eines Cupfinales an sich nicht würdig ist. Aber zum Einen haben wir schon schlimmeres erlebt, zum anderen soll das nicht als Vorwurf an die beiden Klubs verstanden werden. Sie mobilisierten ihre Anhänger durchaus gut.

Die Rieder Anhänger waren in der Überzahl, füllten zwei Ränge ihrer Kurve gut aus, die Lustenauer hatten etwa ein Viertel davon mit. Von neutraler Seite hätte das Finale mehr Interesse vertragen. Dazu müsste sich der ÖFB aber auch endlich ein attraktiveres Konzept überlegen.

Sehenswerte erste Hälfte

Beide Teams beginnen das Spiel auf dem bewässerten Boden positiv, mit offensivem Pressing und dem Versuch schnell nach vorn zu kommen. Die erste Möglichkeit gehörte bei strahlendem Sonnenschein und perfekten Fußballtemperaturen den Lustenauern. Ein Freistoßschuss aus 25 Metern nach drei Minuten fand seinen Weg durch die Mauer, allerdings mit einer Kollision und Ried-Keeper Thomas Gebauer kam heraus um ihn zu sichern.

Auch am Einsatz mangelte es beiden Teams nicht – übertrieben hatte es in der 20. Minute aber Harald Dürr. Der Vorarlberger hatte Glück, dass sein unnötiges Foul mit hohem, kaum angewinkelten Bein gegen Florian Mader nur mit der Gelben Karte bedacht wurde.

Es entwickelte sich eine engagiert geführte Partie, der vorerst die Torszenen fehlten. Die Rieder kamen in der 17. Minute durch einen Schuss von Ivan Carril erstmals gefährlich vor das Tor der Lustenauer. Die ließen als Zweitligaklub mit ihrem 4-3-3 durchaus keine Minderwertigkeitskomplexe erkennen und spielten skrupellos mit Kombinationsfußball auf Sieg. In der 25. Minute fand ihr Druck vorerst seinen Höhepunkt. Erst ein Freistoß, dann ein Schuss nach einer Ecke wurden von Boller allerdings am Tor deutlich vorbei gezirkelt.

Bei den Riedern machte sich Verunsicherung breit. Die Mannschaft von Paul Gludovatz stand tief in ihrer Hälfte, machte im Spielaufbau unter Druck zu viele Fehlpässe. Ein Konter hätte die Partie dann aber schnell auf den Kopf stellen können (28.). Markus Hammerer verpasste einen Querpass von Daniel Royer, Carril konnte aus kurzer Distanz denn Ball nicht im Tor unterbringen.

Die größte Chance von „Luschnou“ gab es in der 39. Minute, eine gefinkelte Flanke von Rot erreichte ein Stürmer gerade nicht, der Ball sprang deshalb an Gebauer vorbei und an die Stange des langen Ecks. Der „Keine Sorgen“-Schriftzug am Rücken von Gludovatz wurde unglaubwürdig.

Doch praktisch im im Gegenzug kam es in der 41. Minute zu einem Eckball, den Hammerer im Fünfer zu unbedrängt einköpfeln konnte. Zwei Minuten später hätte die Partie entschieden sen müssen, doch nach hervorragendem Stefan Lexa-Außenristpass auf den in der Mitte stehenden Carril warf sich ein Lustenauer heldenhaft in dessen Abschlussversuch und lenkte den Ball über die Latte.

Mehr Ried im zweiten Durchgang

Es ging mit 1:0 in die Kabinen, Ried durfte sich geschmeichelt fühlen, hatte andererseits aber auch bereits die ein oder andere Großchance vergeben. Nach der Pause änderte sich das Bild etwas. Die Rieder taten ihrerseits mehr für das Spiel, Lustenau fehlte der Elan in den Kontern. Vorerst gelang den Riedern aber wenig mehr, als sich einige Eckbälle zu erobern. Ein Konter (59.), dessen letzter Lexa-Pass und Ewald Brenners Abschluss nicht nach Wunsch verliefen, war das höchste der Gefühle.

Ein Schuss von Hammerer (65.) machte Alexander Kofler auch noch nicht zu schaffen. Gludovatz nahm Jan-Marc Riegler vom Platz und brachte Marc Prettenthaler. Der hatte aber nichts damit zu tun, dass Royer in der 67. einen Schuss im Strafraum anbrachte, dessen Abpraller Hammerer per Kopf nur noch über die Linie nicken musste. 2:0 für die Rieder, die die Sache mittlerweile doch gut unter Kontrolle hatten.

Lustenaus wirkungslose Schlussoffensive

Die Lustenauer sahen ihre Felle davonschwimmen, Edmund Stör machte einen Doppeltausch. Für Dursun Karatay und Mario Leitgeb kamen Dominik Rotter und Gerald Krajic. Unmittelbar darauf platzierte der Ried-Spanier Carril einen Freistoß unter die Latte, doch Kofler konnte schlimmeres verhindern. Die Innviertler konnten sich nun voll auf den Konter verlassen, wo Hammerer der Abwehr mit seiner Schnelligkeit zu schaffen machte.

Nach einem solchen Gegenstoß sah Lustenau-Kapitän Jürgen Kampel wiederum eine sehr orange scheinende Gelbe Karte, als er seine Kung Fu-Tauglichkeit unter Beweis stellte. Nicht viel weniger ruppig war das Einsteigen von Krajic wenige Sekunden später in der Gegnerhälfte. Die bis dahin gezeigte Austria-Spielkultur wurde nun doch mit der sichtbaren Härte von Frust und Verzweiflung angereichert. Die nötigen Torchancen brachte das nicht mehr ein. Zu mehr als einem würdevollen Finale reichte es bei der Austria nicht mehr. Die Fans nahmen es mit Fassung und schenkten ihrer Mannschaft auch am Ende den verdienten Applaus.

So ein Tag wie heute, der sei wunderschön, meinten die Rieder, leisteten frenetischen Abgangsapplaus für ausgewechselte Spieler. Die Feiern der Oberösterreicher begannen bereits Minuten vor dem Schlusspfiff. Die SV Ried schaffte es, dass der Cup die kleinere der möglichen Sensationen brachte. Sie krönten ihre starke Saison mit dem Titel, dürfen im Herbst ihr Glück in der Europa League versuchen und müssen dazu erst eine Runde nach Salzburg und Austria Wien antreten. (tsc, derStandard.at, 29.5.2011)

SV Josko Ried - SC Austria Lustenau 2:0 (1:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 14.500 Zuschauer, SR Manfred Krassnitzer

Tore:
1:0 (41.) Hammerer

2:0 (67.) Hammerer

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Riegler (63. Prettenthaler) - Brenner, Mader, Schrammel - Lexa, Carril (82. Hadzic), Royer - Hammerer (86. Nacho)

A. Lustenau: Kofler - Zech, Stückler, Kampel, Soares - Dürr, Leitgeb (71. Rotter) - Micic, Roth, Boller (88. Honeck) - Karatay (70. Krajic)

Gelbe Karten: Lexa bzw. Dürr, Kampel, Krajic

Kommentar posten
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AL 2011
07
30.5.2011, 22:06

Zuerst einmal GRATULIERE an RIED! Ihr habt verdient gewonnen. War ne super Stimmung und hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn wir verloren haben.
Wegen der Zuschauerzahlen:
Ihr müsst bedenken, dass wir vom Ländle mit dem Zug ca. 7,5 Stunden fahren und da die meisten Leute am Montag morgen wieder arbeiten mussten, war es nicht so einfach so viele Leute aus Vorarlberg nach Wien zu bringen.
Ich fand die Stimmung trotzdem fantastisch - DANKE an alle die dabei waren.
Liebe Grüße aus dem Ländle

KarliKatastrophski
00
31.5.2011, 14:07

ich verstehe nicht, warum sie sich bzgl zuschauerzahl rechtfertigen. abgesehen von ein paar frustrierten hanseln, die gerne im finale gewesen wären, sieht jeder, dass die anzahl der mitgereisten lustenauer fans absolut beachtlich war.

Ernst August von Hannover
00
31.5.2011, 11:50

Die Gratulation gebe ich umgehend wieder zurück! Ihr habt toll gespielt und ward mit für die tolle Stimmung im Stadion verantwortlich.
Wenn Ihr nächste Saison in der Liga solche Leistungen bringt, können sich Altach und der LASK auf was gefasst machen.

Studentenfutter
02
30.5.2011, 20:54
Hätte Rapid oder Austria im Finale gegen Lustenau gespielt, wären auch nicht wesentlich mehr Zuschauer gekommen!

Da bin ich mir ziemlich sicher!

Respekt an die Riada!

Philipp B.
00
31.5.2011, 12:53
bei der austria sicher

gwg

m58
00
30.5.2011, 20:02

glückwunsch an ried. nach dieser saison ein verdienter abschluss.
auch an sturm, die ja schlussendlich für das handspiel in neustadt und die kuriosen schiri-entscheidungen nichts können.
und auf sportliche revanche in der nächsten saison.

Thomas Jandl
00
30.5.2011, 17:44

Gratulation an Ried. Ein echter Kleinbudgetverein der einen Titel errungen hat.

Ein Mahner
36
30.5.2011, 16:10
Änderung der Meisterschafts- und Cupregeln

1. Meistertitel und Cupsieg dürfen ausschliesslich Rapid oder Austria erringen. Sollte aus Versehen ein Bundesländerverein in einem der beiden Bewerbe als Sieger hervorgehen, wird er automatisch hinter die beiden Wiener strafversetzt.
2. Im Wiederholungsfall wird ein Bundesländerverein, der es wagt, besser als die beiden Wiener Vereine platziert zu sein, mit sofortiger Wirkung von allen Bewerben ausgeschlossen. Diese Startplätze werden dann im Losverfahren Vereinen der letztklassigen Wiener Liga zugelost.
3. Jedes Spiel eines Bundesländervereines gegen einen der beiden Wiener Vereine beginnt mit dem Spielstand von 5:0 für die Wiener.

Seife
32
30.5.2011, 17:48

buh! versteck dich, da kommt ein wiener um die ecke! für normal beisst er dir den kopf ab und verspeist den rest mit deinen kindern gemeinsam verkocht im eintopf...hahaha...ihr knallköpfe...die regionalpatriotische erziehung hinterlässt eindrucksvoll spuren...

bayer48
01
31.5.2011, 15:43

Liebe Wiener ( Rapid/Austria),aber was hier im Forum abgeht wie "Bauernvereine" " Westschweizer"....ist schwer zu ertragen ??? also mit einer kleinen Zahl an Spielen (nicht wie in der Buli 36) kann man Europäisch spielen, warum habt ihr das nicht genützt ??? die "Dorfvereine schon, und mit recht!!

gts
03
30.5.2011, 18:32

austeilen, aber dann nicht einstecken können?

Seife
23
30.5.2011, 18:44

was soll ich da bitte einstecken? was redet ihr denn da bitte??? ich hab in dem thread glaub ich zwei mal ried gratuliert, und das mein ich auch so, find's auch cool dass die international spielen, aber diese wien-paranoia ist doch ganz ehrlich übelst witzig...

...oder ist das wirklich ernst gemeint???

Ernst August von Hannover
00
30.5.2011, 18:49

Dann hat es mit dir den falschen erwischt, bzw. brauchst du dich gar nicht angesprochen fühlen.

Aber ist nunmal leider eine Tatsache, daß in diesem und anderen Threads viele Austria- und Rapidanhänger eine Arroganz an den Tag legen, daß sich einem die Zehennägel kräuseln. Ich bin mir sehr sicher, daß das nur eine Minderheit ist, aber die schreien halt am lautesten.

Violett
01
30.5.2011, 14:15
War nicht so übel und die Stimmung auch passabel

Erinnere mich an das Finale 2007 im Weststadion (Austria - M'dorf), das war weit langweiliger oder das Finale 1995 (Rapid siegte damals glaub ich gegen Leoben 1:0), das war ein Hundskick.
Aber ein Finalort Happelstadion gehört vermarktet: Finale am Samstag mit Rahmenprogramm, Vorspiel etc. Anhänger aus den BL könnten ein Wienwochenende verbringen (Reisebürangebot etc.).

-praktischer Chaostheoretiker-
30
30.5.2011, 15:25
viel neues am Verteilerkreis...

anscheinend dürft die Austria im Gegensatz zu Rapid "echte Leistungsträger" verlieren..

das kann was werden...in der nächsten EC Saison...;)

http://kurier.at/sport/fus... 908746.php

Studentenfutter
00
30.5.2011, 20:56
Und du glaubst die Austria gibt Spieler her, ohne die Positionen mindestens gleichwertig nachzubesetzen?

Das macht mit Sicherheit Rapid so, aber nicht die Austria, daher mache ich mir diesbezüglich überhaupt keine Sorgen:-)

-praktischer Chaostheoretiker-
00
30.5.2011, 20:59

viel Spass...Rapid hat das zig mal hintereinander überstanden...1 x gings schief...

bin schon gespannt welche jungen Österreicher die Austria als Ersatz präsentieren wird..;)

mir fällt momentan keiner ein, der sich irgendwie hervorgetan hat..in dieser Saison..;)

Violett
00
30.5.2011, 15:47
Und was hat Ihre Antwort mit meinem posting zu tun?

Zu möglichen Transfers: mit so etwas muss immer gerechnet werden, weil die beiden sind gut. Ich habe bei der Austria schon Schlimmeres erlebt (2006 fast die gesamte Meistermannschaft weg, 2008 15 Spieler weg). Dann hat man Geld für Verpflichtungen. Mal schauen...

Seife
10
30.5.2011, 17:16
Und was hat Ihre Antwort mit meinem posting zu tun?

das frag ich mich als grüner auch...hauptsache schreien damit's laut tut...

Phil Phrass
11
30.5.2011, 16:01

Die Austria ist eben der Lebensinhalt des Chaos-Mannes. Mit Argusaugen verfolgt er die Entwicklungen am Verteilerkreis, um anschließend seine Erkenntnisse zu posten. Irgendwo aber auch wieder verständlich, versinken seine geliebten grünen doch zunehmend in der sportlichen Bedeutungslosigkeit (Platz 5 in der Saison 2010/11).

Sektionschef Lafite
00
30.5.2011, 13:45
im tv hats eh gefüfflt ausgeschaut!

penilicher wäre ein fak - scr-finale vor 25.000 gewesen!

start wearing purple
01
30.5.2011, 14:09

glaub beim letzten "wiener" cupfinale warens 30.000...

wie auch immer! sowas von langweilig wie hier über zuschauerzahlen und bauern/mundl komplexe gestritten wird...nur noch fad!

rapidfans.at
00
30.5.2011, 13:38
verdient.

gratulation.

Droge
01
30.5.2011, 13:08
Und noch einmal: Geisterkick

In der Schweiz haben es immerhin 37500 nach Basel ins Stadion geschafft wo mit Sion und Neuchatel zwei Kuhdörfer gegeneinander angetreten sind....

dschoka
00
30.5.2011, 16:11

Sion und Neuchatel haben aber gemeinsam immerhin doppelt so viele Einwohner wie Ried und Lustenau ;-)
60000 (30k+30k) im Gegensatz zu 30000 (10k+20k)

Trotzdem ists doch klar, dass da nicht so viele Leute kommen.
Hätten die beiden Mannschaften in der BuLi gegeneinander gespielt wären sie aber dennoch NIEMALS auf 14000 gekommen.
Also alles ok...

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