Radln als Wirtschaftsmotor

  • Investitionen in den Radltourismus zahlen sich aus.
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    Investitionen in den Radltourismus zahlen sich aus.

Velotouristen bringen Salzburg jährlich 60 Millionen Euro - Bis 2015 sollen 100 Kilometer Radverkehrsnetz dazukommen

Salzburg - Die Salzburger Fremdenverkehrswirtschaft setzt im Sommer mehr denn je auf den Fahrradtouristen. Immerhin nennen laut Gästebefragung durch die Salzburg Land Tourismusgesellschaft (SLT) bereits 16 Prozent der Sommergäste Radfahren oder Mountainbiken als wichtigstes Urlaubsmotiv, sagt SLT-Geschäftsführer Leo Bauernberger.

Die Wertschöpfung durch die Pedalritter ist jedenfalls beachtlich: Jährlich strampeln die Radurlauber rund 60 Millionen Euro in die Salzburger Kassen. Entsprechend der wirtschaftlichen Bedeutung nimmt das Land Salzburg auch einiges Geld für den Ausbau der Radwege in die Hand: 2010 und 2011 sind es in Summe zehn Millionen Euro. Allein heuer werden insgesamt 24 Kilometer neu gebaut, weitere 13 Kilometer werden asphaltiert.

Seit Anfang der 1990er-Jahre läuft die Erweiterung des Salzburger Radverkehrsnetzes: 660 Kilometer sind fertiggestellt. Bis 2015 sollen weitere 100 Kilometer hinzukommen. Die Investition in den Radltourismus hat sich ausgezahlt. Allein auf dem Tauernradweg von Krimml (Pinzgau) in die Stadt Salzburg sind jährlich rund 30.000 Menschen mit ihren Drahteseln unterwegs. Macht in Summe rund 100.000 Übernachtungen.

Radtunnel ins Gasteinertal

Das Wegenetz ist mit anderen Bundesländern und Bayern verknüpft. So zum Beispiel der Murradweg mit seiner Fortsetzung in der Steiermark oder der Ennsradweg, der von Salzburg durch die Steiermark nach Oberösterreich führt. Zahlreiche Netzzusammenschlüsse ermöglichen ein grenzübergreifendes Radfahren in der ganzen Region Salzburg/Berchtesgaden/Traunstein.

Fallweise wurden auch technisch anspruchsvolle - und daher teure - Lösungen gewählt. Jüngstes Beispiel ist der neue Radtunnel am Eingang des Gasteinertals. Mit diesem konnte ein Nadelöhr am Alpe-Adria-Weg von Salzburg nach Oberitalien beseitigt werden. Neben dem Rennrad und den Radwanderungen gewinnt auch das Mountainbike an Bedeutung. 4000 Kilometer Bike-Strecke sind in Salzburg bereits markiert und beschildert. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, Printausgabe, 30.5.2011)

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